Seit Herbst des vergangenen Jahres hat die Betrugsmasche im Zusammenhang mit Kreditkartendaten und WhatsApp in den Landkreisen Görlitz und Bautzen zugenommen. „Immer wieder wenden sich Geschädigte an uns, nachdem sie getäuscht wurden, den Tätern ihre Kreditkartendaten preisgaben und ihnen so unberechtigten Zugriff ermöglichten“, berichtet Polizeisprecher Kai Siebenäuger.
Die Polizei möchte die Bevölkerung sensibilisieren, da immer wieder fehlendes Wissen oder falsche Vorstellungen zu Fehlverhalten und damit zu finanziellen Schäden führen. „Die einzigen Nutznießer sind die, die es besser wissen und dies eben für ihre kriminellen Aktivitäten (aus)nutzen – die Betrüger“, so der Polizist.

Größte Betrügereien auf eBay-Kleinanzeigen festgestellt

Die Betrüger melden sich auf Internetseiten an, wie beispielsweise auf eBay Kleinanzeigen, und geben sich dann als Kaufinteressenten aus. Sie bieten die Zahlungsabwicklung per Kreditkarte an und übermitteln einen Link zu einer gefälschten, dem Original nachempfundenen Kleinanzeigen-Seite. Wenn die Geschädigten diesen dann anklicken, werden sie zur Eingabe ihrer Kreditkartendaten aufgefordert. Kommen sie der Aufforderung nach, nutzen die Täter die Daten für Bezahlvorgänge, die dann die Kreditkarte des Opfers belasten. Auf diese Weise brachten die Täter bereits mehrere Geschädigte um ihr Geld.
Dabei machen sich die Betrüger das im vergangenen Herbst eingeführte Bezahlsystem „Sicher bezahlen“ zu Nutze, das zur Erhöhung der Zahlungssicherheit eingeführt wurde und von einer niederländischen Firma betrieben wird. Der Kontakt wird innerhalb kürzester Zeit, nachdem der Geschädigte ein Inserat bei eBay Kleinanzeigen veröffentlicht hat, per Instant Messenger, in der Regel per WhatsApp, hergestellt.

Görlitz/Bautzen

Geschädigte Anbieter oder Verkäufer hinterlegen in der Regel ihre Mobiltelefonnummer in der Anzeige, obwohl es bei eBay Kleinanzeigen auch die sicherere Möglichkeit per E-Mail gibt.
Die Täter machen es sich zu Nutze, dass vielen nicht bekannt ist, wie ein vertrauenswürdiger Link zu einer Internetseite aufgebaut ist. Sobald vertraut erscheinende Informationen auftauchen, wie das Wort „eBay“ oder „Kleinanzeigen“, wird geklickt. „Das gleiche Phänomen beobachten wir bei Messenger Diensten“, sagt Kai Siebenäuger.
Die Polizei rät, sich grundsätzlich Zeit zu nehmen für einen Online-Einkauf. „Seien Sie achtsam, wo Sie Ihre persönlichen Daten im Internet eingeben, denn es geht um Ihr Geld“, unterstreicht der Polizist. Mit einer Kreditkarte können keine privaten Bezahlungen vorgenommen worden, sondern nur bei registrieren Unternehmen. Wer als einer Privatperson etwas abkauft, kann dazu keine Kreditkarte verwenden.