Die Statistik des Staatsbetriebes Sachsenforst ist wieder einmal bestätigt worden. Was andere Staatsbedienstete vielleicht freut, wenn man eine solche Punktlandung macht, dürfte in dem Fall nicht unbedingt der Fall sein. Es geht um Waldbrände im Freistaat Sachsen. Laut Titel der Lausitzer Rundschau am Samstag hieß es dazu „Sonntagnachmittags brennen Sachsens Wälder am häufigsten“.
Am Sonntag, 18. Juni, war das so. Gleich mehrere Brände haben die Kameraden der Feuerwehren im Landkreis Görlitz auf Trab gehalten. Der größte befand sich im Wald zwischen Sandschenke, Trebus und Kosel, wie Sebastian Ulbrich, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, bestätigt.

Von meterhohen Flammen ist bei Trebus die Rede

Gegen 14.30 Uhr war die Meldung bei der Kreisleitstelle in Hoyerswerda eingegangen. Von drei bis vier Meter hohen Flammen sei die Rede gewesen. Das Problem: Der Brandherd befindet sich in einem schwer zugänglichen Waldgebiet.
Und das genau ist das Problem, wie der Lausitzer Rundschau geschildert wird. Es geht zum einen darum, den Brand so genau wie möglich zu lokalisieren. Zum anderen ist die Löschwasserversorgung ein großes Problem.
Um den Brandherd eingrenzen zu können, kommt sogar der Polizeihubschrauber zum Einsatz. Danach kann der Löscheinsatz besser koordiniert werden. Das ist auch die Zeit, in der die B115 zwischen Niesky und Rietschen zeitweise gesperrt werden muss, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Bis zu 150 Kameraden – drei werden später verletzt – sind im Einsatz und kämpfen gegen die Flammen. Für genügend Löschwasser sorgt nicht nur die Feuerwehr. Die Tanker fahren im Pendelverkehr. Doch das reicht nicht aus. Denn der Wind sorgt immer wieder dafür, dass neue Brandherde aufglühen.
Nach dem Großbrand in Weißwasser Wie hat das Volkshaus Feuer gefangen?

Weißwasser

In den Abendstunden kann das Feuer, dessen Größe die Leitstelle zwischen zwei und drei Hektar beschreibt, unter Kontrolle gebracht werden. Doch noch am Montag sind Kameraden vor Ort, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Die Frage ist natürlich, wie es zu dem Feuer kam. Bislang liegen der Polizei keine Hinweise auf eine Brandstiftung vor, heißt es.
Neben den Feuerwehren aus Niesky, Spree, Rothenburg, Hähnichen, Quolsdorf und weiteren, hilft die Feuerwehr des Truppenübungsplatzes Oberlausitz mit zwei Tankern. Hinzu kommen Helfer von DRK, Polizei und THW. Einige von ihnen werden im Laufe des Nachmittags noch bei Horka gefordert. Auch in Nieder Seifersdorf brennt es.

Feld neben dem Campingplatz Kromlau brennt

Weiter nördlich ertönen Sonntag kurz nach 13 Uhr die Sirenen. Ein Feldbrand in der Nähe vom Campingplatz Kromlau erfordert ihren Einsatz. Neben den Kameraden aus Kromlau und Gablenz rücken Bad Muskau, Weißwasser und Schleife mit an, denn auch hier geht es darum, Schlimmeres zu verhindern und deshalb genug Löschwasser heranzuschaffen. Im Erstangriff kann das Feuer auf 500 Quadratmetern Feldfläche unter Krontrolle gebracht werden, melden die Kameraden. Hier geht die Polizei davon aus, dass eine Selbstentzündung nicht ausgeschlossen werden kann.
Auch wenn sie sich ganz auf ihr Werk konzentrieren, gehen ihre Gedanken auch nach Brandenburg. „An dieser Stelle senden wir Respekt und Kraft an die Kameradinnen und Kameraden in der Region Treuenbrietzen“, schreibt die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser auf ihrem Instagramkanal.
In Treuenbrietzen brannten am Wochenende 200 Hektar zum Teil munitionsverseuchter Wald. Das lässt Erinnerungen an den Waldbrand in Weißwasser von 1992 aufkommen. Damals standen allerdings rund 1.000 Hektar in Flammen.