Erlebnis Berzdorfer See – unter diesem Motto vermarktet die Stadt Görlitz ihren Haussee im Internet. Und man kann so einiges erleben, wenn man einen Ausflug an den rund 960 Hektar großen See plant. Von 2002 bis 2013 wurde das Restloch des Braunkohlebergbaus geflutet.
Mittlerweile tummeln sich dort seit Anfang Mai wieder Badegäste, Segler, Stand-up-Padler, Radfahrer, Spaziergänger. Hier kann man im Hotel am See übernachten oder mit Blick auf den Görlitzer Hausberg – die Landeskrone – Eis und Bratwurst genießen.

Bärwalder See ist noch im Verfahren

Nun geht noch mehr. Denn wie das Wirtschaftsministerium in Dresden mitteilt, kann der „Berzi“, wie er umgangssprachlich genannt wird, noch dieses Jahr von der Schifffahrt durch jedermann genutzt werden. Das vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) moderierte Verfahren zur sogenannten Schiffbarmachung wurde jetzt grundsätzlich abgeschlossen.
Damit soll der See für Ausflugsschiffe als auch für den individuellen Sport- und Freizeitverkehr geöffnet werden. Die Schiffbarmachung weiterer Seen soll folgen. So befindet sich zum Beispiel der Bärwalder See noch im laufenden Verfahren. Dieses hatte wegen erheblicher Forderungen im Naturschutz für Schlagzeilen gesorgt. Der Anglerverband Elbflorenz sprach im Verfahren sogar vom „Störfaktor Mensch“.
„Mit der Öffnung des Berzdorfer Sees für die Schifffahrt erreichen wir einen immens wichtigen Meilenstein in der weiteren touristischen Nutzung dieses ehemaligen Tagebaus. Bootsauflüge mit herrlichem Blick zur Landeskrone werden schon bald Wirklichkeit“, sagt Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). Ministerium, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und die Landesdirektion haben das Projekt vorangetrieben.

Berdorfer See ist wichtig für Görlitz

Zur Schiffbarmachung sagt der Görlitzer CDU_Landtagsabgeordnete und Kandidat für das Landratsamt Stephan Meyer: „Der Berzdorfer See ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt Görlitz und ihr Umland. Ich freue mich, dass mit der Öffnung für die Schifffahrt ein kräftiger Schub für die weitere touristische Erschließung erfolgt.“ Dieses Verfahren zeige, dass der Ausgleich zwischen touristischer sowie sportlicher Nutzung mit den Naturschutzbelangen gelingen kann.
Aktuell stimmen die LMBV und die Landesdirektion Sachsen die notwendigen Details für einen rechtssicheren Verfahrensabschluss ab. Ab 2023 wird dann die verkehrsrechtliche Unterhaltungspflicht der schiffbaren Wasserfläche beim Freistaat Sachsen liegen.
Im Lausitzer Seenland sind bisher der Geierswalder See und der Partwitzer See/Barbarakanal schiffbar.