Für die nächsten sieben Jahre gibt es nun ein neues Führungstrio im Görlitzer Landratsamt. Wobei sich das Wort neu nur auf ein Drittel des Ganzen bezieht. Konkret ist es Landrat Dr. Stephan Meyer (CDU). Er hatte die Wahl im zweiten Wahlgang am 3. Juli mehrheitlich für sich entschieden.

Görlitz/Weißwasser

Beim Sonderkreistag am 13. September ist er vereidigt worden. „Nun gibt es kein Zurück mehr.“ Der jüngste Kreisrat – Markus Weise aus den Reihen der Freien Wähler – hatte ihm die Verpflichtungsformel vorgelesen.

Landrat: Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kreistag

„Ich freue mich auf die Arbeit, wohl wissend, dass die Herausforderungen groß sind und durch die aktuellen Entwicklungen noch größer werden“, so der Landrat. Bis zu seinem Wechsel an den Schreibtisch in die Kreisverwaltung war der Oderwitzer Landtagsabgeordneter. Der 41-Jährige ist verheiratet und dreifacher Vater.
Er wolle eng und vertrauensvoll mit dem Kreistag zusammenarbeiten, allen für die Sacharbeit die Hand reichen. „Unterschiedliche Meinungen wird es immer geben.“ Deshalb habe er auch alle Fraktionsvorsitzenden angeschrieben.
Mit Blick auf die Leitung der Kreisverwaltung, deren Chef er für die nächsten sieben Jahre ist, sagte Meyer: „Ich sehe mich als Teil des 1700-köpfigen Teams.“
Dieses Team ist in drei Dezernate aufgeteilt. Zwei davon werden von Wahlbeamten geführt, den Beigeordneten des Landrates. Und auch diese werden für sieben Jahre gewählt. Allerdings nicht von den Bürgern, sondern vom Kreistag. Unter den 22 Bewerbern haben auch die bisherigen Beigeordneten Thomas Gampe (Finanzen/innere Verwaltung) und Martina Weber (Soziales) ihre Hüte in den Ring geworfen. „Eine Personalfindungskommission hatte sich auf fünf Bewerber geeinigt“, so Meyer. Letztlich einigte man sich im Vorfeld darauf, die zwei Amtsinhaber zur alleinigen Vorstellung aufzufordern.

Zwei Vorstellungen im Kreistag in Görlitz

Thomas Gampe war seit 1990 Kämmerer in Zittau gewesen. Nach den Kreisfusionen ist er seit 2008 1. Beigeordneter in der Kreisverwaltung Görlitz. Trotz aller Krisen will er seinen Teil dazu beitragen, die Handlungsfähigkeit der Kreisverwaltung weiter zu gewährleisten, sagte er. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Verwaltung 4.0, die Digitalisierung. Über 800 Mitarbeiter arbeiten jetzt schon mit der elektronischen Akte.
Martina Weber startete in Waren (Müritz), um schließlich 1997 in Rothenburg zu landen. Seit 2001 ist sie die Gesundheitsdezernentin erst des Niederschlesischen Oberlausitzkreises und später vom Kreis Görlitz. Als Stabsleiterin Corona hatte sie gerade in den vergangenen Jahren so manche Bewährungsprobe zu überstehen. Über den Sächsischen Landkreistag hat sie mit am neuen Krankenhausgesetz mitgewirkt. „Die Arbeit im Landratsamt ist überraschend vielfältig und überhaupt nicht trocken“, gibt sie bei ihrer Vorstellung zu.
Mehrheitlich werden beide als Beigeordnete für die nächsten sieben Jahre bestätigt. In ihrer Funktion verantworten sie nicht nur ihre Verantwortungsbereiche, sondern vertreten auch den Landrat.