Kreisel in Krauschwitz
: Rettung für den Anlagenbauer und die Arbeitsplätze

Die Sanierungsinsolvenz für Kreisel endet erfolgreich. Ein regionaler Investor steigt bei dem Spezialisten für Schüttgutanlagen in Krauschwitz ein.
Von
Jürgen Scholz
Krauschwitz
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Für die Schüttgutförderung gibt es auch groß dimensionierte Förderanlagen aus dem Hause Kreisel.

Für die Schüttgutförderung gibt es auch groß dimensionierte Förderanlagen aus dem Hause Kreisel.

Kreisel in Krauschwitz: Für die Schüttgutförderung gibt es auch groß dimensionierte Förderanlagen. Das weltweit agierende Unternehmen stellt sich mithilfe eines regionalen Investors neu auf. Das Foto entstand bei einer Führung im Herbst 2023.

Jürgen Scholz
  • Kreisel Industries GmbH aus Krauschwitz rettet Arbeitsplätze durch regionalen Investor.
  • Sanierungsverfahren endete erfolgreich, rund 110 Arbeitsplätze und 11 Ausbildungsplätze bleiben erhalten.
  • Probleme seit 2024: Cyberangriff, Corona, Embargos und hohe Zinsen.
  • Wolfram Kreisel bleibt Geschäftsführer, Produkte weiter weltweit verkauft.
  • Neue Firma fokussiert auf Schüttgutkomponenten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Kreisel Industries GmbH wird der Traditionsanlagenbauer aus Krauschwitz auch weiterhin seine Nische am für Schüttgutanlagen auf dem Weltmarkt bedienen. Durch die Zusammenarbeit mit einem regionalen Investor werde das Unternehmen nun neu aufgestellt und weiterentwickelt, hieß es am Donnerstag, 8. Mai 2025, in einer gemeinsamen Erklärung von Unternehmen und den an dem Sanierungsverfahren Beteiligten.

Das Familienunternehmen war 2024 ins Trudeln geraten – unter anderem nach einem Cyberangriff, der das weltweit agierende Unternehmen vor einem Jahr für mehrere Wochen in der Arbeit stark einschränkte. Probleme gab es zuvor schon durch Corona, Embargos sowie die gestiegenen Zinsen für Zwischenfinanzierungen.

Als die eigenen Sanierungsbemühungen nicht zu einem Erfolg führten, wurde im November 2024 von der Geschäftsführung der vornehmlich in Familienbesitz befindlichen GmbH & Co KG ein Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Der Geschäftsbetrieb lief seitdem weiter, das Sanierungsverfahren startete im Februar 2025.

Als Kreisel Industrie GmbH geht es mit 121 Mitarbeitern weiter

Mithilfe eines regionalen Investors soll das Unternehmen nun als GmbH unter dem Namen Kreisel Industrie arbeiten. „Besonders freut es mich und das gesamte Sanierungsteam, dass die Belegschaft in die neue Kreisel Industrie GmbH wechseln kann – rund 110 Arbeitsplätze und auch elf Ausbildungsplätze bleiben somit vollständig erhalten“, wird Stefan Ettelt zitiert. Er hatte das Unternehmen bei allen insolvenzrechtlichen Schritten begleitet. Beim Investorenprozess war die ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG federführend.

Ohne die Unterstützung insbesondere der beteiligten Banken, der Lieferanten und Kunden und vor allem auch des Gläubigerausschusses wäre der Schritt nicht möglich gewesen, so der vom Gericht bestellte Sachverwalter Rüdiger Wienberg. Das umfasst auch „die große Loyalität der Mitarbeiter von Kreisel zum Unternehmen“. Alle Beteiligten hätten unter Hochdruck gearbeitet.

Geschäftsführer Wolfram Kreisel führte das operative Geschäft auch in der Phase weiter, als das Unternehmen das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlief. Er bleibt auch als Geschäftsführer der neu gegründeten Kreisel Industries GmbH weiterhin an Bord. „Ich bin glücklich, dass wir wieder positiv in die Zukunft blicken können“, wird er in einer Mitteilung zitiert. „Die vergangenen Monate waren nicht leicht. Umso dankbarer bin ich unseren Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Handelsvertretern, durch deren unermüdlichen Einsatz und starke Unterstützung es möglich war, den Geschäftsbetrieb trotz der schwierigen Situation lückenlos aufrechtzuerhalten.“

Wolfram Kreisel ist Geschäftsführer der Kreisel GmbH & Co. KG in Krauschwitz. Er setzt auf das internationale Geschäft ebenso wie auf die Kooperation mit den Cottbuser Sonocrete-Entwicklern.

Wolfram Kreisel ist Geschäftsführer der Kreisel GmbH & Co. KG in Krauschwitz.

Wolfram Kreisel (Archivfoto) wird als Geschäftsführer auch die Kreisel Industrie GmbH leiten.

Jürgen Scholz

Kreisel Krauschwitz ist Spezialist für Schüttgut-Anlagen

Die neue Firma wird sich auf den Bau von Schüttgutkomponenten aus eigener Konstruktion konzentrieren. Die Hochdruck-Zellenradschleuse gilt dabei als moderner und energiesparender Ersatz für Schneckenpumpen. Daneben werden auch weitere zentrale Komponenten für Schüttgutanlagen wie Doppelpendelklappen, Wegeverteiler, Absperrschieber und Dome Ventile weiterhin konstruiert, gebaut und in alle Länder verkauft.

Zweidrittel der Produkte gingen 2023 in den internationalen Markt, das Unternehmen lieferte seine oft maßgeschneiderten Lösungen in mehr als 100 Länder. Die Komplettanlagen und ihre Komponenten werden in der Baubranche ebenso verwendet wie für die Umverteilung und das Dosieren im Recycling-, Pharmazie- und Lebensmittelbereich. Vor allem bei den 2600 Zementwerken weltweit wurde zuletzt ein großes Potenzial gesehen. Der Namen des regionalen Investors wurde nicht genannt.

Die Produkte unter dem Markennamen Schäffer bleiben ein fester Bestandteil des Produktportfolios. Kreisel hatte das 2014 das bayrische Unternehmen aus dessen Insolvenz heraus gekauft. Inklusive aller Außenstellen wurden die Zahl der Arbeitsplätze im Herbst 2023 mit 157 angegeben.