Kreisel in Krauschwitz: Unternehmen startet eigene Sanierung – so ist der Stand

Beim Format Spätschicht nutzen Firmen die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Firma Kreisel aus Krauschwitz ist seit vielen Jahren Partner dieses Formates.
Jürgen Scholz- Kreisel GmbH & Co. KG in Krauschwitz startet ein gerichtliches Sanierungsverfahren.
- Geschäftsführer Wolfram Kreisel betont die stabile Auftragslage und das Engagement der Mitarbeiter.
- Enrico Schwartz von Schwartz Consulting koordiniert den Sanierungsprozess.
- Suche nach einem Investor läuft; internationale Expansion geplant.
- Ursachen: gestiegene Finanzierungskosten, Corona-Folgen, Rohstoffpreise, Cyberangriff.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Wirtschaftsnachrichten in diesen angespannten Zeiten sind alles andere als berauschend. Mal sind es negative Botschaften vom VW-Konzern, dann wiederum erklärt Thyssenkrupp Personal im fünfstelligen Bereich abzubauen. Wenn es dann noch gestandene Firmen im näheren Umkreis erwischt, da ist die Sorge erst richtig groß.
So hat Anfang Dezember 2024 die Firma die Kreisel GmbH & Co. KG aus Krauschwitz mitgeteilt, in ein schwieriges Fahrwasser geraten zu sein und ein vorläufiges gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung in Angriff zu nehmen. Wie ist nun der Stand der Dinge?
Ilka Stiegler von der ABG Marketing GmbH teilt mit, dass am 31. Januar 2025 am Amtsgericht Dresden das Verfahren zur gerichtlichen Sanierung für den Anlagenbauer eröffnet worden ist.
Was das Sanierungsvorhaben für Kreisel in Krauschwitz bedeutet
„Trotz der besonderen Situation konnten wir den Geschäftsbetrieb in den letzten Monaten lückenlos aufrechterhalten. Und dank der weiter stabilen Auftragslage werden wir dazu auch im eröffneten Verfahren in der Lage sein. Das haben wir vor allem unseren Mitarbeitern, den Kunden und Handelsvertretern zu verdanken. Wir setzen die gemeinsame Anstrengung fort und werden so in den nächsten Monaten eine Lösung für das Unternehmen finden – davon bin ich überzeugt“, sagt Geschäftsführer Wolfram Kreisel. Das operative Geschäft liegt weiter in seiner Hand.
Enrico Schwartz von der Kanzlei Schwartz Consulting koordiniert als Sanierungsgeschäftsführer den Prozess und setzt ihn um. „Alle Zeichen stehen für Kreisel auf Neuaufstellung. Die Weichen dafür wurden mit der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Auszahlung der Löhne und Gehälter über das vorfinanzierte Insolvenzgeld bereits gestellt. Jetzt arbeiten wir unter Volldampf an einer Lösung, bleiben dabei aber ergebnisoffen. Die Neuaufstellung des Unternehmens über einen Insolvenzplan ist für uns ebenso eine Option wie die übertragende Sanierung durch einen Investor“, erklärt Schwartz.
Um einen geeigneten Kandidaten für eine mögliche Übernahme zu finden, laufe die Suche nach einem Investor auf Hochtouren. Zudem sollen im Zuge der Sanierung das Auslandsgeschäft des Fördertechnik-Spezialisten gestärkt und dazu das internationale Vertriebsnetzwerk ausgebaut werden.
Man sei zuversichtlich, einen Partner zu finden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen geeigneten Investor finden, denn Kreisel besitzt einen gesunden Unternehmenskern, eine stabile Marktposition und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell“, so Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, der für den Investorenprozess zuständig ist.
Bei der Firma Kreisel wird gemeinsam am Strang gezogen
Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg von der Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm, Dresden, vertritt die Gläubigerinteressen in dem Verfahren. „Ich erlebe bei Kreisel weiterhin eine engagierte Geschäftsführung und eine loyale sowie hoch qualifizierte Mannschaft. Insbesondere gab es in den vergangenen Wochen eine intensive Unterstützung des Sanierungskurses durch die beteiligten Banken und einen in Abstimmung mit den Warenkreditversicherern gebildeten Lieferantenpool. Auch der Austausch mit dem eingesetzten vorläufigen Gläubigerausschuss war konstruktiv und nach vorn gerichtet“, erklärt der Sachwalter.
Die Schieflage des renommierten Betriebs in Krauschwitz war vor allem auf gestiegene Finanzierungskosten und eine Verschlechterung der Ertragslage durch die Folgen der Corona-Pandemie, die Erhöhung der Rohstoff- und Energiepreise sowie einen Cyberangriff zurückzuführen.



