Katastrophenschutz: Landkreis Görlitz hat Sachsens erste PSNV-Staffel

Feierliche Übergabe der Gründungsurkunde der PSNV-Staffel des Landkreises Görlitz in Kodersdorf mit Marvin Schäfer vom DRK Görlitz, Landrat Stephan Meyer, dem hauptamtlichen Kreisbrandmeister des Landkreises Björn Mierisch und Vorstandsvorsitzende des DRK Görlitz Janet Schulz. (v.l.)
Susanne Lehmann/ Landratsamt Görlitz- Landkreis Görlitz stellt Sachsens erste PSNV-Staffel für Katastrophenhilfe auf.
- Einheit ergänzt KIT und unterstützt bei großen Schadenslagen mit psychologischer Betreuung.
- Zwei Staffeln mit je sechs Kräften geplant – Alarmierung per Pieper, Ausrückzeit etwa zwei Stunden.
- Ausbildung umfasst 72 Stunden Grund- und 100 Stunden PSNV-Fachausbildung, Ehrenamtliche gesucht.
- Fahrzeug ist noch nicht voll einsatzbereit, rund 30.000 Euro flossen in Ausrüstung und Training.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Nach einem schweren Unglück brauchen Betroffene nicht nur medizinische Hilfe, sondern oft auch psychologischen Beistand. Der Landkreis Görlitz hat dafür als erster in Sachsen eine PSNV-Katastrophenschutzeinheit in Dienst genommen. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sollen künftig bei größeren Schadenslagen helfen, wenn viele Menschen gleichzeitig psychosoziale Unterstützung benötigen.
PSNV steht für Psychosoziale Notfallversorgung. Mit der Novellierung des Sächsischen Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetzes im Jahr 2024 wurde sie formal in die Strukturen des Katastrophenschutzes integriert.
Die neue Einheit ergänzt die bestehenden Kriseninterventionsteams (KIT), die weiterhin bei alltäglichen Notfällen im Einsatz sind, etwa nach plötzlichen Todesfällen oder schweren Unfällen. Im Landkreis Görlitz sollen zwei PSNV-Staffeln mit jeweils sechs Einsatzkräften aufgebaut werden. Die zweite Staffel befindet sich bereits in Planung.
Helfer aus dem gesamten Landkreis Görlitz
Die Mitglieder der neuen Einheit kommen aus dem gesamten Landkreis Görlitz. Aktuell wohnt etwas mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen im südlichen Kreisgebiet. Alarmiert werden sie über Funkmeldeempfänger, sogenannte Pieper. Künftig sollen sich die Helfer einer von zwei Staffeln anschließen, die jeweils im Norden und Süden des Landkreises stationiert werden. Das soll die Wege verkürzen und die Einsatzbereitschaft verbessern.
Für Katastrophenschutzeinheiten gilt keine klassische Hilfsfrist wie beim Rettungsdienst. Als Richtwert nennt Holger Heckmann, Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz und stellvertretender Kreisbrandmeister des Landkreises Görlitz, eine Ausrückzeit von etwa zwei Stunden. Die Staffel ist für größere Schadenslagen vorgesehen und ergänzt die Arbeit der zuerst eintreffenden Rettungskräfte. Sie kann im gesamten Landkreis eingesetzt und bei Bedarf auch für Einsätze in anderen Teilen Sachsens oder bundesweit angefordert werden.
Fahrzeug für Einsatzkräfte noch nicht fahrbereit
Für den Aufbau hat der Landkreis bislang rund 30.000 Euro investiert. Die Mittel flossen unter anderem in Schutzkleidung, Alarmierungstechnik sowie Ausbildung und Qualifizierung. Ein gebrauchtes Fahrzeug wurde gemeinsam mit dem DRK organisiert. Es ist aufgrund noch notwendiger Nachrüstungen bislang nicht vollständig einsatzbereit.
Die neue Struktur soll auch die Qualität der Betreuung bei großen Katastrophen sichern. Erfahrungen aus früheren Schadenslagen wie dem Hochwasser im Ahrtal hätten gezeigt, wie wichtig eine einheitliche Ausbildung und Ausstattung der Helfer sei, sagt Holger Heckmann. „Die Helfer müssen auf solche Einsatzlagen vorbereitet sein.“
Wer in der PSNV-Staffel mitarbeiten möchte und noch keine entsprechenden Vorkenntnisse hat, muss eine 72-stündige Helfergrundausbildung im Katastrophenschutz sowie eine 100-stündige PSNV-Fachausbildung absolvieren. Dazu gehören unter anderem Gesprächsführung und der Umgang mit Menschen in akuten Krisensituationen.
Die bisherigen Kriseninterventionsteams bleiben bestehen. Bei Einsätzen im Landkreis können sowohl KIT-Helfer als auch Mitglieder der neuen PSNV-Staffel beteiligt sein. Bei überregionalen Katastrophenschutzeinsätzen fahren dagegen nur Kräfte mit, die auch für die Abläufe im Katastrophenschutz ausgebildet sind. Dazu zählen unter anderem Kenntnisse im Sprechfunk und im Umgang mit der entsprechenden Einsatzkleidung.
Ehrenamtliche gesucht
PSNV-Staffel im Katastrophenschutz: Interessierte können sich beim DRK Görlitz melden. Voraussetzungen sind persönliche und soziale Eignung und die Bereitschaft, anderen in Krisensituationen beizustehen sowie zur Ausbildung und zu Einsätzen sowie idealerweise Lebenserfahrung. Vorgesehen ist eine Ausbildung mit insgesamt 172 Stunden.
Kontakt: Marvin Schäfer, DRK Görlitz
E-Mail: psnv@drk-goerlitz.de
Telefon: 0173/3017082
Kriseninterventionsteams (KIT): Bewerbungen und Interessenbekundungen nimmt der Landkreis Görlitz entgegen und vermittelt sie an das zuständige Team. Auch hier sind soziale Kompetenz und die Bereitschaft gefragt, Menschen in akuten Krisensituationen zu begleiten. Besonders im nördlichen Teil des Landkreises besteht Nachwuchsbedarf.
Kontakt: Pia Horter, Landkreis Görlitz
E-Mail: brk@kreis-gr.de
Telefon: 03581/6635632


