Illegale Einreise: Bundespolizei stellt 233 Flüchtlinge zwischen Krauschwitz und Görlitz

Zwei Erwachsene teilen sich in einem Schleuserfahrzeug dem Beifahrersitz.
Bundespolizeiinspektion LudwigsdorfMichael Engler und seine Kollegen von der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf haben vor dem Tag Angst, wo sie einen Transporter mit geflüchteten Menschen aufmachen und einer beziehungsweise mehrere die Schleusung nicht überlebt haben. „Das schwingt in diesen Tagen immer mit“, so Engler. Das deutet nur an, welcher Belastungen die Kollegen von der Bundespolizei ausgesetzt sind.
Diese waren am Donnerstag (21. September) bei sieben Schleusungen gefordert. So eilten die Einsatzkräfte zwischen 6 und 20.15 Uhr in sieben Fällen an verschiedene Orte.
Größere Gruppen in Rothenburg und Klein Priebus festgestellt
So hatten Unbekannte mit ihren Schleuserfahrzeugen größere Gruppen in die Ortslage Gersdorf (Gemeinde Markersdorf), nach Görlitz, nach Reichenbach, in die Ortslage Ungunst (Rothenburg), in die Ortslage Klein Priebus (Krauschwitz) sowie zweimal nach Hähnichen gebracht und sie dort ihrem Schicksal überlassen. Daneben waren in zwei Fällen größere Personengruppen, die offenbar zu Fuß über die Grenze nach Deutschland gelangten, in Deschka und Zentendorf (jeweils Gemeinde Neißeaue) festgestellt worden.
An der Autobahnanschlussstelle Görlitz konnte dagegen am Vormittag ein Tatverdächtiger aus Syrien (25) von der Gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) vorläufig festgenommen werden. Der Mann saß zum Zeitpunkt seiner Festnahme hinter dem Lenkrad eines schwedischen VW Tiguan. 233 Personen wurden so an einem Tag festgestellt. So viele wie noch nie. Sie würden zwei Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Görlitz füllen.
Zwei Männer teilen sich im Schleuserauto den Beifahrersitz
Mit diesem SUV hatte er 13 Männer aus Syrien in die Bundesrepublik Deutschland eingeschleust, so Michael Engler. Der 25–Jährige hatte die Aufmerksamkeit zunächst deshalb auf sich gezogen, weil er an besagter Anschlussstelle die Autobahn in Richtung Dresden verließ, um auf der anderen Seite zurück nach Polen zu fahren. Er wäre später wohl auch angesichts der Transportsituation in seinem Pkw aufgefallen, weil sich zum Beispiel zwei Erwachsene den Beifahrersitz teilen mussten.
Der Beschuldigte, der offiziell in Schweden lebt, wird dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Görlitz vorgeführt.

