Hauseinsturz in Görlitz: Was jetzt feststeht und mit welcher Spekulation aufgeräumt wird

Eine Lücke klafft nach dem Einsturz eines Hauses in Görlitz in dieser Gebäudezeile. Die Untersuchungen am Unglücksort sind abgeschlossen. Was der Stand ist und in welche Richtung wird nicht ermittelt wird.
Sebastian Kahnert/dpa- Nach dem Hauseinsturz in Görlitz verdichten Gutachten den Verdacht auf eine Gasexplosion.
- Die Spurensuche am Ort endete am 19. Juni 2026 – die Ermittlungen laufen weiter.
- Zwei Männer sitzen in U-Haft, da sie Gasleitungen manipuliert haben sollen.
- Stadtwerke-Leitungen gelten als intakt, ein Defekt dort wurde ausgeschlossen.
- Behörden betonen: Es wird nicht wegen Menschenhandels ermittelt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr als einen Monat nach dem verheerenden Hauseinsturz in Görlitz verdichten sich die Hinweise auf eine Gasexplosion als Ursache des Unglücks. Die umfangreichen kriminaltechnischen Untersuchungen am eingestürzten Gründerzeithaus auf der James-von-Moltke-Straße sind inzwischen abgeschlossen, doch die Ermittlungen dauern weiter an. Im Mittelpunkt steht nun die Frage, ob Gasleitungen im Keller des Hauses vor der Explosion manipuliert wurden.
Wie Staatsanwaltschaft Görlitz und Polizeidirektion Görlitz mitteilten, wurden die aufwändigen Untersuchungen am Unglücksort am Freitag, 19. Juni 2026, beendet. Gutachten verdichten demnach den Verdacht, dass eine Explosion eines Gas-Luft-Gemisches den Einsturz ausgelöst hat. Ein Defekt an den Gasleitungen der Stadtwerke Görlitz kann nach bisherigem Ermittlungsstand als Ursache ausgeschlossen werden.
Das Unglück hatte sich am 18. Mai ereignet. Das Haus auf der James-von-Moltke-Straße stürzte nach der Explosion ein. Zwei junge Frauen aus Rumänien sowie ein Deutsch-Bulgare kamen ums Leben.
Haus in Görlitz eingestürzt: Zwei Männer in U-Haft
Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Explosion im Zusammenhang mit beschädigten oder manipulierten Gasleitungen stehen könnte. Zwei mutmaßliche Buntmetalldiebe sollen in das Gebäude eingedrungen sein. Dabei handelt es sich um einen 27 Jahre alten Mann aus Polen und einen 33-Jährigen aus Afghanistan. Beide befinden sich in Untersuchungshaft.
Gegen die beiden Männer wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung ermittelt. Nach Angaben der Ermittler sollen sie Gasleitungen in dem Gebäude beschädigt beziehungsweise manipuliert haben. Ausgangspunkt der Ermittlungen gegen die beiden Tatverdächtigen waren Hinweise der polnischen Polizei.
Um die Ursache des Unglücks genauer zu klären, wurden sämtliche Teile der Gasinstallation gesichert, die sich ausschließlich im Keller des eingestürzten Hauses befanden. Diese werden nun vom Landeskriminalamt Sachsen als 3D-Modell rekonstruiert. Die Ermittler wollen so feststellen, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass an Abschnitten des Leitungssystems im Kellergeschoss bereits vor der Explosion manipuliert wurde oder ob die Schäden an den Leitungen erst infolge der Detonation entstanden sind.
Auch die weitere Spurenauswertung wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei handelt es sich um ein komplexes Spurenbild, das unter anderem DNA-Spuren, daktyloskopische Spuren (Fingerabdrücke) und Formspuren umfasst. Zusätzlich sollen Sachverständigengutachten Aufschluss über den genauen Ablauf des Geschehens geben.
Der öffentliche Zeugenaufruf vom 7. Juni hat den Ermittlern bislang elf Hinweise gebracht. Diese seien allesamt geprüft worden und hätten insbesondere geholfen, die Bewegungsbilder der beiden Tatverdächtigen am Tag des Unglücks weiter zu vervollständigen. Die Behörden setzen deshalb weiterhin auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Auch die Zusammenarbeit mit Polen spielt bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle. Im Wege der Rechtshilfe wurden weitere Ermittlungsersuchen an das Nachbarland gestellt. Erste Ergebnisse liegen den Angaben zufolge bereits vor, darunter übermittelte Telefonverbindungsdaten.
Das wird zum Einsturz in Görlitz klargestellt
Die zwischenzeitlich stillgelegten Gasrohrleitungen wurden inzwischen sachverständig überprüft und für den regulären Betrieb wieder freigegeben. Die Wiederherstellung des eingestürzten Gebäudes sowie die Sicherung der Statik umliegender Häuser liegen nach Angaben der Behörden bei den jeweiligen Eigentümern. Wann die James-von-Moltke-Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit aber noch unklar.
Die Ermittlungen werden weiterhin ergebnisoffen geführt. Zugleich stellen Staatsanwaltschaft und Polizei ausdrücklich klar, dass nicht wegen Menschenhandels ermittelt wird. Dazu habe es diverse Anfragen gegeben.
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