Von Christian Köhler

Die Stadt Weißwasser hat mit Hilfe der Efre-Förderung der EU einen City-Manager engagiert. Frank Lublow, ein gebürtiger Weißwasseraner, hat diesen Job seit Jahresbeginn inne. Der Selbstständige ist seit Anfang 2018 wieder in die Heimat zurückgekehrt. „Ich nehme die Schnittstelle zwischen Gewerbetreibenden, Händlern und Unternehmern der Stadt mit dem Rathaus ein“, erklärt er. Dies sei besonders wichtig, nach dem das Projekt „Perspektive(n) Weißwasser“ Ende 2018 ausgelaufen war.

Und Aufgaben – oder besser gesagt, Herausforderungen – gibt es in puncto Einzelhandel genug. „Mein Arbeitsbereich richtet sich neben dem Leerstandsmanagement von Läden auch auf eine stärkere Vernetzung der Akteure in der Stadt“, so Lublow. Schließlich, so seine Wahrnehmung, gebe es viele gute Ideen in Weißwasser, die allerdings oftmals eher ein „Inseldasein“ führen. Ziel müsse es daher sein, alle an einen Tisch zu bekommen „und ein Vorhaben zu ermöglichen, von dem alle etwas haben und was sich bestenfalls langfristig etabliert“. Dabei spielt natürlich auch Geld eine Rolle. „Zu einer Händler- und Gewerbebetreuung gehört es auch, dass man sie über Fördermöglichkeiten aufklärt“, erklärt er, auch wenn der City-Manager selbst über kein Budget verfügt.

Deshalb soll es im März eine Veranstaltung in Weißwasser geben, zu der alle Einzelhändler und Unternehmer der Stadt eingeladen sind. „Dort will ich mich persönlich vorstellen und die Förderung von Klein- und Kleinstunternehmen in Weißwasser erläutern“, so Frank Lublow. Darüber hinaus steht auch die Idee eines „Innenstadt-Fonds“ im Raum, den Bürger und Händler über Anträge anzapfen könnten. Eine Jury bestehend aus Händlern und Rathaus-Mitarbeiten könnten dann entscheiden, welche Idee zur Belebung der Innenstadt beiträgt. „Ich bin der Meinung, Weißwasser braucht, wie jede andere Stadt, seine eigene Geschwindigkeit und sollte nicht jemanden hinterlaufen“, ist sich Frank Lublow sicher.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit in den nächsten Jahren wird das Außenmarketing der Stadt sein. „Denn hier gibt es vieles, was einfach brach liegt“. Weißwasser sei nämlich nicht so schlecht, wie die Stadt von vielen gesehen werde. „Ich bin 1997 zum Studium weggegangen, habe viele Jahre in Köln gelebt und gearbeitet“, erzählt der Rückkehrer. Als er 2017 auf Stippvisite nach Weißwasser kam, habe er seine alte Heimat wiederentdeckt. „Seit ich fortging, hat sich vieles zum Positiven gewandelt. Früher war die Mentalität eher, „das geht nicht“, heute geht es eher darum, wie es gehen kann“, ist Frank Lublow sich sicher. Auch nach einem Jahr in der Heimat sagt er: „Ich bin zurück mit einem Grinsen im Gesicht.“

Er verspüre so etwas für Aufbruchsstimmung. „Ich plane ein Reparatur-Café im ehemaligen Büro von „Perspektive(n) Weißwasser“ am Boulevard“, erzählt er. Denn ein eigenes Büro, das brauche er nicht. „Ich muss draußen sein, mich mit Händlern treffen. Das ist das Wichtigste.“ Denn: Initiativen, von außen die Stadt die Händler mit kurzfristigen Projekten mitzunehmen, gab es zu Hauf. „Mein Wunsch wäre ein Händlerstammtisch, der dazu führt, dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellt“, sagt er. Für den nächsten verkaufsoffenen Sonntag hat er schon einige Ideen. Jetzt geht es darum, Mitstreiter zu gewinnen...

Weißwassers City-Manager ist per Email über info@weisswasser.city zu erreichen.