European Master Games 2023: Was die Weißwasseraner Delegation in Tampere erreichen will

Die Starter von der TSG Kraftwerk Boxberg Weißwasser, die im finnischen Tampere bei den Europa Master Games 2023 an den Start gehen werden.
Regina WeißWeißwassers sportliches Aushängeschild meint man zu kennen. Es ist der Eishockeysport. Damit befindet man sich nicht unbedingt auf dem Glatteis, ist aber eindeutig zu kurz gesprungen. Denn Weißwasser kann sportlich noch viel mehr.
„Olemme Päällä“ heißt es nämlich für die nächsten Tage. Das ist Finnisch und heißt: Wir sind dabei. Das bezieht sich auf eine Delegation der TSG Kraftwerk Boxberg Weißwasser, die von Weißwasser ins finnische Tampere reist. Dort finden in diesem Jahr die Europa Master Games 2023 statt. Das sind die Olympischen Spiele für Sportler ab 35 Jahren, wobei noch einmal unterschieden wird in den Altersklassen im Fünf–Jahres–Rhythmus, also Ü35, Ü40, Ü45 und so weiter bis Ü85.
Weißwasser zeigt Flagge im finnischen Tampere bei der EMG
17 Sportler aus Weißwasser wollen die Flagge ihrer Heimatstadt wieder hochhalten. Auch wenn der olympische Gedanke zählt — also dass allein die Teilnahme an einem hochkarätigen sportlichen Event zählt — so stimmt das nur zum Teil. Das Ziel gibt Roland Pietsch, Vorstandsvorsitzender TSG KW Boxberg Weißwasser aus. „Jeder sollte möglichst mit einer Medaille nach Hause kommen“, sagt er.
Dass dieser Plan aufgeht, dafür ist nicht nur beim Einzel– oder gemeinsamen Training von reichlich einem Jahr eine Schippe draufgelegt worden. Teilnehmer Frank Konietzky erwähnt diesbezüglich die Fitnessstunden bei Thomas Wagner, was gefordert hat und hoffentlich förderlich wirkt.
Neben diesem Einsatz zahlen alle Teilnehmer nicht nur die Startgebühr von 150 Euro und auch die Reise nach Finnland aus der eigenen Tasche. „Der eine oder andere verbindet das mit ein paar Urlaubstagen“, will der Vereinschef klarstellen.
Nicht nur diese Ausgaben machen schon den Unterschied beispielsweise zu einem Wettkampf in der Region aus. Aber es ist noch viel mehr, wie Teilnehmer Christian Herrmann erläutert. „Die Atmosphäre ist einmalig“, findet der Hobbysportler.
Weißwasseraner treten gegen 76 Nationen an
Denn anders als der Name Europa Master Games 2023 verrät, kommen die Sportler längst nicht nur aus Europa. Teilnehmer aus den USA oder Japan sind keine Seltenheit. Auf der offiziellen Homepage der EMG ist die Rede davon, dass nach dem Meldeschluss fast 4000 Sportler aus 77 Ländern in den verschiedensten Wettkämpfen antreten werden. „EMG 2023 is so much more than just sports“ (EMG 2023 ist so viel mehr als nur Sport!) heißt es. Und das können die Sportler aus Weißwasser bestätigen. Allein der Einmarsch sei ein Moment mit Gänsehautfaktor. Und der findet diesmal am 27. Juni statt. Dabei werden zehn Sportlerinnen und Sportlern in das Ratina–Stadion von Tampere mit der Fahne von Weißwasser und einem Einmarschschild einlaufen. Sechs Leichtathleten und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), der wieder im Tischtennis antreten wird, haben ihre Wettkämpfe erst in der zweiten Woche und kommen nach.
Die Weißwasseraner sind keine EMG–Neulinge, wie auch ihre Einmarschtafel verrät. Im Gegenteil, sie bringen es auf eine gute Statistik. „Weißwasser ist nach unserem Wissen die einzige Stadt, welche bei allen EMG von 2008 in Malmö (Schweden) mit 50 Sportlern, 2011 in Lignano (Italien) mit 30 Sportlern, 2015 in Nizza (Frankreich) mit 20 Sportlern und 2019 in Turin (Italien) mit zehn Sportlern sportlich aktiv und auch erfolgreich war“, erinnert sich Roland Pietsch. Und er freut sich, dass die Teilnehmerzahl nach der Delle in der Vor–Corona–Zeit nun bei der 2023er–Auflage wieder nach oben geklettert ist.
Leichtathletinnen aus Weißwasser sammeln Medaillen
Apropos oben. In dem Fall ist das Treppchen auf dem Siegerpodest gemeint. Seit Jahrzehnten sind immer die erfolgreichen weiblichen Senioren Leichtathletinnen die „Zugpferde“ der Delegation. Ganz vorn dabei ist Christina Friedrich, welche sich bisher eine stattliche Medaillenkollektion (14–mal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze) bei den bisherigen Spielen erkämpft hat.
Die Weißwasseraner treten in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen, Badminton und Tischtennis an. Und mancher gleich in mehreren Disziplinen, wie Werner Kunte mit 76 Jahren der älteste und Anke Beer mit 50 Jahren die jüngste Teilnehmerin verraten.
