Einkaufen in Polen: Auf diesem Markt gibt es ein Bund Spargel für unter einen Euro

Wenn die Preise in Złoty ausgewiesen sind, ist das meist ein Zeichen dafür, dass ein Markt in Polen noch hauptsächlich von Einheimischen besucht wird.
Willy KleinAn manchen Tagen wimmelt es in Bad Muskau nur so von Touristen. Nicht alle wollen aber den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Fürst-Pückler-Park besuchen. Ein nicht geringer Anteil von ihnen möchte auf den „Bazar Manhattan“, der den meisten nur als Polenmarkt bekannt ist.
Im benachbarten Łęknica haben sich die Händler bereits vollständig an die deutschen Kunden angepasst. Viele von ihnen sprechen Deutsch und preisen ihre Produkte bereits in Euro aus, anstatt in der polnischen Landeswährung Złoty. Doch auch bei den Preisen orientieren sich die Händler immer mehr am deutschen Niveau. Wer heute noch ein richtiges Schnäppchen machen will, muss ein bisschen weiter fahren.
Auf diesem Markt ist das Einkaufen besonders günstig
Nur eine reichliche halbe Stunde fährt man von Bad Muskau bis in das 36 Kilometer entfernte Zary (Sorau). In den letzten Jahren ist dort ein großes Einkaufszentrum mit Supermärkten, Fastfood-Restaurants und anderen internationalen Ketten entstanden. Unweit davon, auf dem Wochenmarkt in Zary („Targowisko w Zarach“), wird aber noch so wie in vergangenen Tagen eingekauft.
Dreimal in der Woche fahren Bauern und Privatleute aus den umliegenden Dörfern in die Kreisstadt Zary, um dort ihre Produkte anzubieten. Anders als im grenznahen Łęknica hört man hier fast niemanden, der Deutsch spricht. Ein Mann aus Spremberg ist die Ausnahme. „Ich komme schon ganz lange hier her. Freitag ist bei mir Polentag, da fahre ich nach Zary einkaufen“, freut sich der Brandenburger. Für ihn sei neben dem Preis aber auch die Qualität der Produkte und die Freundlichkeit der Händler ausschlaggebend für die regelmäßigen Einkaufstouren.
Das kosten Obst und Gemüse auf dem Markt in Zary
Obst und Gemüse machen einen großen Teil des Angebots auf dem Markt in Zary aus. Das meiste wird direkt im Umland der polnischen Kreisstadt angebaut. Die Qualität und Frische der Produkte sieht und riecht man bereits. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann oftmals auch probieren und sich selbst von der Qualität von Kirschen, Erd- oder Blaubeeren überzeugen.
Die Preise auf Wochenmarkt sind sehr gering. Für umgerechnet knapp zwei Euro gibt es ein Kilo frische Champignons. Der Bund Spargel kostet je nach Dicke der Stangen zwischen 90 Cent und drei Euro. Für ein Kilo Kirschen muss man zwischen 2,50 und 4,50 Euro ausgeben.

Gemüsepflanzen gibt es beim Stand von Lidia Znaniecka günstig zu erwerben.
Willy KleinWer sich selbst dauerhaft mit Obst und Gemüse versorgen will, wird beim Stand von Lidia Znaniecka fündig. Dort bietet sie alle möglichen Gemüsepflanzen, wie Paprika, Tomaten oder Gurken an. Diese entstammen ihrem eigenen Gewächshaus. Seit 2008 verkauft Lidia Znaniecka bereits ihre Pflanzen auf dem Markt in Zary.
Ihr Startkapital für das kleine Unternehmen hat sie als Pflegekraft in Deutschland verdient, wo sie im Winter noch heute arbeitet. Ihre Pflanzen kosten etwa ein bis zwei Euro. Am Stand nebenan gibt es ausgefallene Kräuter wie Blaubeer- Schokoladen- oder Mojitominze.
Parfüm von Fleischer und Angelköder vom Eiermann
Fleischliebhaber wird ebenfalls einiges geboten. Knoblauch- oder Blutwurst, sowie die klassische Slaska (schlesische Wurst) gibt es hier für den Grill. Auch polnischer Schinken und andere Spezialitäten werden angeboten. Tätigt eine Frau den Fleischkauf, offeriert ihr der Verkäufer auch gleich noch selbstgemachtes Parfüm, dass er unter der Ladentheke hervorholt.
Auch am Eier- und Honigstand von Łukasz Grabania gibt es eine Überraschung. Unter dem Namen Grabania Baits verkauft er selbst hergestellte Angelköder. Stolz zeigt er Bilder der kolossalen Karpfen, die seine Kunden damit schon gefangen haben. Ein Kilo Köder kosten etwa elf Euro. Zehn Eier vom Bauernhof gibt es schon für umgerechnet zwei, einen Liter Honig für zehn Euro.

Neben Eiern und Honig bietet Łukasz Grabania auch seine selbstgemachten Angelköder auf dem Markt in Zary an.
Willy KleinDann lohnt sich der Ausflug nach Zary
Nicht nur für Sparfüchse, die einen Großeinkauf planen, lohnt sich der Ausflug in die zweitgrößte Stadt der Niederlausitz. Hier gibt es auch Produkte, die in großen Supermärkten nicht angeboten werden können, wie im Wald gesammelte Pilze oder Blaubeeren.
Liebhaber russischer Piroggen kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Diese gibt es, handgemacht, für acht Euro das Kilo. Zu Hause kurz mit Zwiebeln in etwas Butter geschwenkt, kann man ganz einfach ein Festmahl kreieren. Wer nicht so lange warten kann, dem sei eines der vielen Restaurants in Zary empfohlen. Dort kann man sich selbst von der Qualität der Produkte überzeugen, die dort gleich frisch verarbeitet werden.

Frische Erdbeeren kann man auf dem Rückweg nach Bad Muskau auch noch an einigen Bauernhöfen ergattern, die unweit der Hauptstraße ihre Waren anbieten. Bei Krzysztof und Gosia Smoluk kostet das Kilo etwa drei Euro.
Willy KleinWeitere Tipps zum Einkaufen in Polen
Geld tauschen nicht vergessen
Will man in Zary in Euro bezahlen, stößt das bei den meisten Verkäufern auf Unmut. Direkt hinter der Grenze ist dies größtenteils problemlos möglich, aber im polnischen Hinterland sollte man am besten immer ein paar Złoty dabei haben. Auch das Beherrschen der gängigen Zahlen auf Polnisch kann hilfreich sein, da die meisten Händler kein Deutsch sprechen. Zur Not klappt aber auch die Verständigung mit Händen und Füßen.
Ein weiterer kulinarischer Ausflugstipp
Wer auf dem Weg nach Zielona Góra ist, kann polnische „Super Foods“ direkt bei den Produzenten kaufen. Auf dem Hof Oleje Mycielin werden ungefilterte Lein-, Raps- und Hanföle angeboten. Vom Anbau bis zur Vermarktung auf der Grünen Woche erfolgt im Familienbetrieb alles aus einer Hand. Der halbe Liter ungefiltertes Leinöl kostet fünf Euro.

