Am Dienstagabend ist ein Mann im Stadtgebiet Görlitz positiv auf den Coronavirus getestet worden. Der Erkrankte und seine Partnerin sind, so informiert der Landkreis, am vergangenen Wochenende aus dem Risikogebiet Südtirol in einer kleinen, privaten Reisegruppe zurückgekehrt. „Er empfand bereits bei der Rückkehr leichte Erkältungssymptome und nahm daraufhin telefonisch Kontakt zu seinem Hausarzt auf“, informiert Kreissprecherin Julia Bjar. Der Arzt veranlasste den Test, der nun positiv ausgefallen ist.

Bereits im Vorfeld habe sich das Paar über die Bürgerhotline beim Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz gemeldet. Die betroffene Person befinde sich in häuslicher Quarantäne, sei aber bereits auf dem Weg der Besserung. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit mögliche Kontaktpersonen, hieß es weiter. Die Partnerin wurde vorsorglich in häusliche Isolation versetzt. „Ich danke allen Beteiligten für ihr besonnenes und umsichtiges Verhalten in diesem Fall und wünsche dem Erkrankten eine baldige Genesung“, sagt die Sozialdezernentin des Landkreises Görlitz, Martina Weber.

Mehr als 90 Personen in Ostsachsen in Quarantäne

Derzeit befinden sich in ganz Ostsachsen mehr als 90 Personen in Quarantäne. Darunter, wie Leag-Sprecher Thoralf Schirmer erklärt, auch Mitarbeiter des Energieunternehmens. Wie die Rundschau erfährt, ist auch eine Person aus dem Umfeld des Eishockeyvereins in Weißwasser unter Quarantäne. Ein entsprechender Test wurde bereits durchgeführt, das Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor. Das hat Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach der Lausitzer Rundschau bestätigt. Es handelt sich jedoch nicht um einen Spieler oder eine Mannschaftsbetreuer der Profis.

Wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) berichtet, hat die Stadtverwaltung ein Team zusammengestellt, was die Entwicklung in Sachen Covid-19, wie das Virus heißt, beobachtet und bewertet. „Wir haben das Krisenkonzept an die aktuelle Lage angepasst und überarbeitet“, erklärt er am Montag im Sozialausschuss. Auch seien die Mitarbeiter im Rathaus unterwiesen worden, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben. „Technisch könnten etwa bestimmte Bereiche ausgegliedert werden“, so Pötzsch, „die dann im Home-Office arbeiten könnten.“

Eissport Weißwasser setzt das Training aus

Unterdessen ist am Dienstagnachmittag der Eissport Weißwasser (ESW) aktiv geworden. Das Training in der Eisarena für die Nachwuchsmannschaften ist vorsorglich abgesagt worden. „Der Vorstand hat entschieden, das Training bis Mittwoch auszusetzen, bis gesicherte Informationen vorliegen“, erklärt Detlef Wolsch vom ESW-Vorstand. Ausdrücklich handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Bei keinem Nachwuchsspieler oder Betreuer liege ein Anfangsverdacht vor. „Dann trainieren wir hoffentlich am Donnerstag wieder“, sagt Nachwuchstrainer Sebastian Wolsch.

Die Stadtverwaltung hat die Nutzung der Eisarena bislang nicht eingeschränkt, wie Sprecher Wulf Stibenz erklärt. Auch das Gesundheitsamt habe bislang, so Franziska Glaubitz, keine Allgemeinverfügung für eine Sperrung von Einrichtungen innerhalb des Kreises erteilt.

Krankenhaus Weißwasser ist auf Corona vorbereitet

Ein Grund zur Panik bestehe nicht. Alle Krankenhäuser im Verbund des Gesundheitszentrums des Landkreises Görlitz (Mglg) seien vorbereitet. „Wir haben dazu schon sehr zeitig vom Robert-Koch-Institut (RKI) einen Maßnahmenkatalog erhalten, wie im Falle des Verdachts auf das Corona-Virus gehandelt werden muss“, erklärt Mglg-Sprecherin Jana-Cordelia Petzold und ergänzt: „Wir halten an allen Standorten spezielle geschützte Isolierräume vor, ebenfalls die Materialien, die für die Befundung erforderlich sind.“ An allen Mglg-Krankenhäusern im Kreis gebe es bisher noch keinen Verdachtsfall.

Gleichwohl weist Franziska Glaubitz vom Landkreis darauf hin, dass „besonnen reagiert wird“. Das Gesundheitsamt des Kreises prüfe alle Verdachtsfälle sorgfältig und sei vorbereitet. „Uns sind alle Umstände, auch in Weißwasser, bekannt“, sagt sie der Rundschau.

Sachsen richtet Krisenmanagement ein

„Wir haben jetzt achtzehn Infektionsfälle mit dem Corona-Virus in Sachsen“, sagt Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) Dienstagmittag. Der Freistaat richtet nun ein Krisenzentrum ein und beschafft weitere Schutzkleidung. „Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Bürger. Bitte überlegen Sie gut, welche Veranstaltungen Sie momentan tatsächlich besuchen wollen und müssen“, so die Ministerin. Der Kreis Görlitz hat die für den heutigen Mittwoch geplante Integrationsmesse in Löbau abgesagt. Auch die Tourismusmesse am kommenden Wochenende ist bereits verschoben.

Wenn es in Unternehmen in Sachsen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus zu Beeinträchtigungen kommt, stehen verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter zur Verfügung. Darüber informiert Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU).

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist es unterdessen wichtig, zu betonen: „Mir geht darum, etwas Ruhe und Sachlichkeit in die Situation zu bringen. Es ist trotzdem notwendig, dass das öffentliche Leben weitergeht.“ Es gilt: Menschen, die das Gefühl haben, sie könnten erkrankt sein, sollten zu Hause bleiben und sich telefonisch an den Arzt wenden.

Fragen und Antworten


Für Fragen steht die Bürgerhotline des Gesundheitsamtes von Montag bis Donnerstag, 8 bis 15 Uhr, und Freitag, 8 bis 12 Uhr unter der Nummer 03581 663 5656.

Weitere Auskünfte zum Coronavirus erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

Bürgertelefon des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: 0351 564 55855

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22

Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Das Gesundheitsamt des Landkreises rät dringend dazu, die gängigen Hygienemaßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung durchzuführen. Dazu gehören regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife, Abdecken von Mund und Nase beim Husten und Niesen sowie Meiden von engem Kontakt mit Personen, die Symptome zeigen (Mindestabstand ein Meter).