Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) Mundschutzmasken vom deutsch-chinesischen Unternehmen Menred in Empfang genommen. Schon am nächsten Tag ist er in Weißwasser unterwegs, übergibt die Masken an soziale Einrichtungen. Auch bei der Tafel kommt er vorbei. „Wir freuen uns, dass wir die Masken erhalten“, sagt Tafel-Chefin Ursula Grus.

Tafel Weißwasser bislang geschlossen

Ihr und ihrem Team aus Ehrenamtlern ist es im Zuge der Corona-Pandemie nicht einfach gefallen, die Einrichtung zu schließen. Wissen sie doch um die Hilfebedürftigkeit von Menschen, die nach wie vor auf die Nahrungsversorgung der Tafel angewiesen sind. „Zu uns kommen nicht nur Menschen aus Weißwasser, sondern auch aus dem Umland wie etwa aus Bad Muskau, Boxberg oder Krauschwitz“, weiß Ursula Grus.

Ab Mittwoch, zwischen 12 und 14 Uhr soll die Tafel dann auch wieder die rund 65 Bedarfsgemeinschaften mit Nahrung versorgen können – auch wenn noch nicht klar ist, womit genau. „Wenn der Betrieb einmal heruntergefahren ist, müssen wir erst wieder alle Supermärkte und Unternehmen aufsuchen“, erklärt die Leiterin der Caritas-Tafel in Weißwasser. Weil das Essen nämlich nicht vor Ort zubereitet wird, sollen Beutel mit Lebensmittel gepackt werden. Damit die Bedürftigen nicht mit eigenen Tüten kommen, haben einige Supermärkte der Stadt Beutel gespendet.

Ehrenamtler ab Montag im Einsatz

„Diese werden dann zu gleichen Teilen mit Lebensmitteln gefüllt“, sagt Ursula Grus. Ab Montag sind rund zwölf Ehrenamtler – alle sind unter 65 Jahre alt – vor Ort und beginnen mit dem Packen. Dann können auch Spenden bei der Caritas an der Uhlandstraße in Weißwasser abgegeben werden. Landtagsabgeordnete Antonia Mertsching (Linke) hatte bereits in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, etwa Tüten und Beutel hier abzugeben.

„Wir als Stadtverwaltung sind froh, dass wir mit vereinten Kräften die Einrichtung wieder öffnen können“, sagt Torsten Pötzsch. Er hatte nicht nur 30 Masken im Gepäck, sondern will auch eine Plexiglasscheibe besorgen. Diese soll bei der Ausgabe der Lebensmittel die Ehrenamtler vor einer Infektion schützen. „Zudem werden Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Föderation der Gegenseitigkeit am Mittwoch vor Ort sein, und die Abstandsregeln unter den Bedürftigen überprüfen“, so der Oberbürgermeister.

„Es wird schon eine Herausforderung für uns, alles zu verpacken und das Gemüse zu putzen“, sagt Ursula Grus. Immerhin müssten schließlich auch die Tafel-Ehrenamtler die Abstandsregeln einhalten. Erste Signale der Supermärkte stimmen allerdings alle froh. Denn hiesige Discounter haben eine Vielzahl von Nahrungsmitteln vorrätig, die inzwischen nicht mehr verkauft und somit gespendet werden können. Unklar ist indes noch, ob der Tafelgarten, der gerade über den Sommer für frisches Gemüse gesorgt hat, wie geplant den Betrieb aufnehmen kann.

Bis zum 20. April – so lange gilt vorerst die Rechtsverordnung des Freistaates Sachsen zur Ausgangsbeschränkung – will die Tafel jeweils Mittwoch zwischen 12 und 14 Uhr öffnen und Lebensmittel verteilen.

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