Das Görlitzer Gesundheitsamt kommt bei der Übermittlung der positiven Fälle nicht mehr hinterher. „Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen die Corona-Fallzahlen und der RKI-Inzidenz-Wert des Landkreises Görlitz erheblich steigen wird“, heißt es aus dem Landratsamt. Wie hoch die Fallzahlen tatsächlich sind, ist unklar. Es wird jedoch von einer wesentlich höheren Fallzahl ausgegangen. Das meldet auch das Gesundheitsamt in Dresden. Dort sei die Kontaktverfolgung ohne neues Personal nicht mehr zu bewerkstelligen. Vor einer Woche hatte bereits der Landkreis Zwickau mitgeteilt, dass eine lückenlose Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich sei.

Wesentlich höhere Fallzahl angenommen

Am Freitag sind dennoch 515 positive Fälle im Kreis Görlitz registriert worden – 363 Erwachsene und 152 Kinder. Entsprechend niedrig ist auch der Sieben-Tages-Inzidenz-Wert des Robert-Koch-Institutes (RKI), der mit 335 angegeben wird. Der Kreis selbst kommt auf 875. Sachsenweit sind knapp 8000 Fälle gemeldet, auch hier dürfte die Dunkelziffer wesentlich höher sein. Aktuell sind 4250 Personen in häuslicher Isolation.
Im Kreis Görlitz gibt es zudem drei weitere Todesfälle nach einer Corona-Virus-Infektion. Es handelt sich um eine 80-jährige Frau und einen 83-jährigen Mann aus Großschönau sowie einen Mann im Alter von 88 Jahren aus Ebersbach-Neugersdorf. Insgesamt sind bislang 1.201 Personen im Kreis verstorben. Damit liegt die Sterberate bei 4,3 Prozent, wenn eine Gesamtinfektionszahl von 27.880 Personen zugrunde gelegt wird.
Eine weitere Person musste inzwischen von der Normalstation auf die Intensivstation (ITS) wegen der Covid-19-Infektion im Kreis Görlitz verlegt werden. Mit 19 Patienten belegen aktuell 30 Prozent Corona-Fälle die kreisweit ITS. Sechs Personen davon müssen beatmet werden. Insgesamt befinden sich am Freitag 165 Personen in Kliniken zur Behandlung. Nach Angaben der Krankenhäuser sind 86 Personen davon ungeimpft oder weisen einen unvollständigem Impfschutz auf.