Mit Blick auf steigende Corona-Fall-Zahlen im Kreis Görlitz kommt vor allem die Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamtes an seine Grenzen. Die Landkreisverwaltung habe nun das Signal erhalten, dass Soldaten der Bundeswehr voraussichtlich zu Beginn der nächsten Woche im Einsatz bei der Kontaktnachverfolgung sein werden. Und das sei auch dringend notwendig, denn am Dienstag meldet das Gesundheitsamt weitere 309 Erwachsene und 46 Kinder, die positiv getestet wurden. Damit sind kurz vor dem Feiertag 3060 kreisweit positiv getestet, insgesamt mehr als 4200 in häuslicher Quarantäne – also mehr Menschen, als Bad Muskau Einwohner hat. Die Corona-Inzidenz im Kreis sinkt dennoch laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 783,5, der Kreis selbst beziffert sie auf 1038.

Überlastungsstufe in Sachsen erreicht

Derzeit befinden sich außerdem 150 Personen in medizinischer Behandlung in einer Klinik, 17 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, sechs davon müssen beatmet werden. Die Altersspanne der ITS-Patienten liegt zwischen 51 und 90 Jahren. Insgesamt sind bislang 1.196 Personen im Kreis Görlitz in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben. Sachsenweit sind es 10.546 – Tendenz weiter steigend. Im Freistaat in Gänze ist seit Montag die Überlastungsstufe in Krankenhäusern erreicht. Mehr als 1400 Covid-19-Patienten liegen hierzulande in Kliniken. In den 71 Kliniken im Freistaat liegen 347 Personen auf der ITS, 155 davon werden beatmet. Am Dienstag ist ein neuer Höchststand an Neuinfektionen gemeldet worden: 5.801, die Inzidenz liegt bei 759.
Aufgrund steigender Infektionszahlen in Sachsen wird ab dem 22. November in allen Schulen wieder dreimal die Woche getestet. Die neue Verordnung soll dazu am Freitag im Kabinett verabschiedet werden. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) halte an dem Ziel fest, die Schulen weiter offen zu halten. Aktuell sind 83 von 1400 Schulen in Sachsen teilweise oder komplett geschlossen. Im Kreis Görlitz sind inzwischen 100 Schulen und 71 Kitas von Corona-Fällen betroffen.