Betrug in Weißwasser
: Miese Masche mit Heizöl - gezahlt, aber nie geliefert

In Weißwasser und dem nördlichen Landkreis Görlitz bieten Betrüger übers Internet Heizöl an. Nach der Zahlung wird nicht geliefert, warnt die Polizei.
Von
Jürgen Scholz
Weißwasser
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Heizöllieferung an ein Einfamilienhaus: ARCHIV - Damit die nächste Heizöllieferung kostengünstiger wird, helfen ein paar Tipps. (zu dpa: «Heizöl-Lieferung: Mit diesen Tricks wird's günstiger») Foto: Christian Charisius/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Vergeblich auf die Lieferung von Heizöl gewartet hat eine Frau in Weißwasser (Symbolfoto). Merh als 1000 Euro sind weg – und der Tank vor dem Winter nicht voll.

Christian Charisius/dpa
  • Betrüger bieten in Weißwasser und Umgebung Heizöl online an, liefern aber nicht.
  • Eine Frau zahlte über 1000 Euro im Voraus, Lieferung blieb aus – Fake-Shop nutzte echte Firmendaten.
  • Polizei verzeichnet sechs Vorfälle, über 5000 Euro Schaden in mehreren Orten des Landkreises Görlitz.
  • Täter locken mit günstigen Preisen und kopierten Webseiten – Polizei rät zu Vorsicht bei Vorkasse.
  • Betroffene sollten Bank informieren, Anzeige erstatten und Beweise wie Screenshots sichern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei warnt in Ostsachsen vor betrügerischen Heizölverkäufern im Internet. Ein Opfer war eine 52-Jährige aus Weißwasser. Sie hatte übers Internet bei einer Firma Heizöl im Wert von über 1000  Euro bestellt und das Geld im Voraus überwiesen. Als die Lieferung ausblieb, rief sie bei der durchaus existierenden Firma an. Doch dort war die Bestellung nicht bekannt.

Offenbar hatten die Gauner die Daten des Impressums der echten Firma für die des Fake-Shops missbraucht. Und das nicht zum ersten Mal: Bereits sechs Mal kam es zu Betrügereien mit Fake-Shops beim Heizölkauf. Betroffen waren laut der Kriminalpolizei in Weißwasser Polizei Menschen in Zimpel, Skerbersdorf, Krauschwitz, Gablenz und Bad Muskau. Ergaunert wurden mehr als 5000 Euro.

Die Polizei warnt deshalb vor einer Betrugsmasche, die weiter anhalten könnte. Die gefälschten Verkaufsplattformen im Internet wirken oft seriös und sind teilweise Kopien von real existierenden Webseiten. Durch günstige Angebote, Sondereditionen oder begehrte Waren werden die Interessenten angelockt und zum Zahlen verleitet – die Ware bleibt aber aus.

Betrüger-Seite? Das können Hinweise auf einen Fake-Shop sein

Die Polizei verweist deshalb auf eine kostenlose Anwendung der Verbraucherzentrale, mit der die Internetadressen der Shops überprüft werden können. Teilweise unterscheiden sich die Internetadressen (URL) nur in Details vom Original. Das kann ein vermeintlicher Tippfehler ebenso sein, wie eine andere Endung (.com statt .de).

Die Polizei rät beim Onlineshopping generell zur Vorsicht und rät von Spontankäufen ab. Sobald etwas verdächtig erscheint, sollte man die Webseite verlassen. Vor allem, wenn es gar kein oder ein fehlerhaftes Impressum gibt. Aber schon QR-Codes können gefährlich sein.

Von Überweisungen per Vorkasse oder Sofortüberweisung wird ebenso abgeraten wie von unbekannten Zahlungsdiensten und oder nicht erworbenen Gutscheinen. Die Zahlungsmethoden sollten einen Käuferschutz umfassen oder in Problemfällen Rückbuchungen ermöglichen, rät die Polizei.

Da oft mit Niedrigpreisen geködert wird, ist auch ein Preisvergleich sinnvoll. Bei der Überprüfung des Online-Shops über eine Suchmaschine könnten auch andere Kunden-Beurteilungen auf unseriöse Anbieter hinweisen.

Auf Betrüger reingefallen? Das ist dann zu tun!

Bank oder Zahlungsdienstleister sollten umgehend informiert werden. So kann geklärt werden, ob die Zahlung rückgängig gemacht werden kann. Und auf jeden Fall rät die Polizei zu einer Anzeige, wenn man Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden ist. Für die Ermittler sind Screenshots, der E-Mail-Verkehr mit dem vermeintlichen Online-Händler und Zahlungsnachweise hilfreich. Der Schaden kann teilweise in sechsstellige Beträge gehen.

Weitere Informationen zur Betrugsmasche und entsprechende Sicherheitstipps sind auf den Informationsseiten des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) zu finden.

Internet-Betrug: Das sind einige Erkennungszeichen, die skeptisch machen sollten:

  • Ist der Kaufpreis realistisch?
  • Wird nur Vorauskasse angeboten – und dann noch ohne sichere Bezahlmethode?
  • Ist die Lieferzeit realistisch?
  • Ist der „Bestellbutton“ korrekt ausgewiesen?
  • Sind die Kundenbewertungen realistisch? Und gibt es auch Bewertungen außerhalb der Firmen-Website prüfen?
  • Sind Impressum, Allgemeine Geschäftsbedingungen(AGB) und Widerrufsrecht korrekt?
  • Gibt es kostenfreie Kontaktmöglichkeiten?
  • Führt ein verlinktes Gütesiegel führt zum Zertifikat des Ausstellers?