Wo war einst der Tagebau Trebendorfer Felder und wo das Braunkohlenwerk (BKW) Frieden? Auf diese Fragen, und da ist sich Manfred Girke ganz sicher, gibt es in Weißwasser nur Achselzucken und fragende Blicke.
Der ehemalige Technische Direktor des BKW Frieden kann sich noch gut an den Aufschluss der sogenannten Mulde D – dem Start des Abbaus auf den Trebendorfer Feldern – und den Herausforderungen in den Jahren 1959 bis 1969 erinnern. Übrigens, Braunkohleabbau im Muskauer Faltenbogen begann bereits vor 170 Jahren. Gab es zuerst noch hoffnungsvolle Namen für die einzelnen Aufschlüsse – Grube Hoffnung, Marie oder Luise – folgten später praktischerweise nur noch Buchstaben.
In besagter Mulde D kommen viele technische Anlagen das erste Mal zum Einsatz. „Davon profitieren schließlich alle Tagebaue in der Lausitz“, so Girke. Alle seien Lernende gewesen – das habe aber zu einem besonderen Arbeitsklima geführt, „dass ich so nicht mehr wieder erlebt habe.“

Trebendorf

Arbeit am Buch gab Anstoß für Ausstellung in Weißwasser

Dieser Stolz und diese Lebensleistung soll nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb war es Tagebautechnologen Harri Machurig aus Weißwasser so wichtig, das Ganze in einem Buch aufzuarbeiten. „Ich habe ihm dabei geholfen“, erzählt seine Tochter Undine van Beek. Denn Grafik ist ihr berufliches Metier. In diesem Zusammenhang hat sie die Bilder des verstorbenen Betriebsfotografen Werner Schuffenhauer aus Döbern gesehen. Sie nur im Buch zu zeigen oder sie wieder in die Fotokiste zu packen, erschien ihr einfach zu schade.
Im Gespräch mit Patrick Pirl vom Team des SKZ Telux wurde die Idee geboren, eine Ausstellung zu gestalten. Die Fotos wurden sosehr vergrößert, dass man die Dimensionen des Tagebaus auch erfassen kann. Das macht es möglich, sie im Bannerformat an die Fassade der alten Werkhalle zu bringen. „Es passt hier richtig gut rein“, zeigt sich Undine van Beek richtig begeistert.

Ausstellung ist bis 31. Dezember zu sehen

Die Ausstellung „Kostbare Kohle“ ist bis zum Jahresende auf dem Gelände der Telux in Weißwasser zu sehen. „Wir überlegen, sie dann auch in anderen Teilen der Stadt zu zeigen“, so Patrick Pirl.
Wer sich bei Trebendorfer Felder vertiefen will, der kann das Buch über die Trebendorfer Felder von Harri Machurig/Undine van Beek erwerben. Es ist im SKZ Telux zu haben.
Bleibt nur noch die Auflösung der Frage vom Anfang. Halbendorfer See und die Firma Garten Eden sind dort zu finden, wo Kohle abgebaut, verkippt und verwaltet wurde.