Schloss in Spremberg
: Museum sucht Tauben – was ist geplant?

Das Wildschwein steht schon da. Zwei Wölfe sind organisiert. Aber Tauben sucht das Niederlausitzer Heidemuseum in Spremberg noch händeringend. Warum?
Von
Annett Igel
Spremberg
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Die neue Sonderausstellung im Niederlausitzer Heidemuseum wird etwas für alle Generationen. Das versprechen Madline Riemer (l.) und Anne-Katrin Völke, die begonnen haben, die ersten Exponate aufzubauen.

Die neue Sonderausstellung im Niederlausitzer Heidemuseum in Spremberg wird etwas für alle Generationen. Das versprechen Madline Riemer (l.) und Anne-Katrin Völke. Sie bauen die ersten Exponate auf.

Annett Igel
  • Spremberger Schloss zeigt 2025 Sonderausstellung zu Märchen der Brüder Grimm.
  • Exponate aus Kassel: Erstausgaben, Märchenillustrationen und persönliche Gegenstände.
  • Auch regionale Märchen wie „Krabat“ und sorbische Elemente sind Teil der Schau.
  • Museumsleiterin sucht noch präparierte Tauben für die Präsentation.
  • Eröffnung am 13. September 2025 mit Museumsnacht, Märchen-Show und Swing-Abend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine neue Sonderausstellung wird im Niederlausitzer Heidemuseum im Schloss in Spremberg aufgebaut. Das Thema soll alle Generationen, die ganze Region und Polen ansprechen. Denn das Niederlausitzer Heidemuseum ist das Kreismuseum Spree-Neiße. Kann das mit dem Thema Märchen gelingen? Und wie können sich die Spremberger noch einbringen?

Märchen sind kein ganz neues Thema im Schloss. Das weiß Madline Riemer, die junge Teamleiterin des Niederlausitzer Heidemuseums. Viele Spremberger erinnern sich an Weihnachts-Ausstellungen zu diesem Thema. Im Museumsfundus gibt es viele regionale Gegenstände, die eine Märchenschau bereichern. Das wird auch diesmal so sein. Aber Madline Riemer will mehr.

Sie hat Bernhard Lauer vom Brüder Grimm-Museum in Kassel angerufen. Dieses Museum in Hessen beherbergt 100.000 museale Einheiten zu allen Bereichen des Lebens, des Werkes und des weltweiten Wirkens der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Bei dieser Fülle gehen die Kasseler Kollegen mit Exponaten gern auf Reisen.

Märchen-Experte in Spremberg: Ein echtes sorbisches Märchen?

Lebenszeugnisse der Brüder Grimm, die in Hanau geboren wurden und zeitweise in Kassel wohnten, bevor sie in Berlin starben, sollen die Besucher des Schlosses in Spremberg sehen. Schreibutensilien, mit denen sie losgezogen sind, um Märchen zu sammeln. Erstausgaben, frühe Märchenillustrationen, auf denen man zum Beispiel Frau Holles Zähne zählen kann. Und Briefe, die zeigen, wie unterschiedlich Handschriften von Brüdern sein können. „Wilhelm hatte eine sehr kleine Handschrift und blieb zeitlebens bei der alten Kurrentschrift, während Jacob in die moderne lateinische Schrift wechselte“, so Bernhard Lauer.

Den Sprach- und Literaturwissenschaftler Lauer fasziniert, in wie viele Sprachen Grimms Sammlungen von Hausmärchen übersetzt wurden und in welchen Regionen weltweit Märchen ihren Ursprung haben. Für Lauer steckt „Pinocchio“ im Märchen „Der Krautesel“, wie es die Grimms aufgeschrieben haben. In Vorbereitung auf die Ausstellung in Spremberg hat sich Bernhard Lauer auch mit „Krabat“ beschäftigt. Die Sage, die auf den kroatischen Reiterobristen Johann Schadowitz auf dem Gut Groß Särchen zurückgehen soll, könnte ein echtes sorbisches Märchen sein, so der Experte. In Spremberg waren die Grimms wohl nie, aber auf ihrer Schlesienreise könnten sie Forst passiert haben, vermutet Lauer.

Bernhard Lauer kennt sich mit Märchen aus. Er bringt die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm nach Spremberg.

Bernhard Lauer kennt sich mit Märchen aus. Er bringt die Brüder Wilhelm und Jacob Grimm von Kassel nach Spremberg.

Annett Igel

Die Informationen zu den Exponaten werden diesmal ins Polnische übersetzt, wie Madline Riemer sagt. Denn auch aus dem Nachbarland erwartet sie Besucher. Bis zur Eröffnung am Samstag, 13. September 2025, ist noch viel zu tun. Ein präpariertes Wildschwein wartet neben dem Backofen. Das Rehkitz steht neben Hänsel und Gretel am Hexenhaus. „Einen Wolf bekommen wir aus Cottbus, das ist sicher. Vielleicht klappt es noch mit einem zweiten Wolf“, sagt Madline Riemer. Für „Aschenputtel“ sucht sie noch händeringend präparierte Tauben. „Spremberger, die da einen Tipp haben, können sich gerne bei uns melden“, so die Museumsleiterin.

Museumsnacht am 13. September im Schloss in Spremberg

► Eröffnet wird die Ausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat... Eine Reise in die Märchenwelt der Brüder Grimm“ am Samstag, 13. September 2025, um 17.30 Uhr im Festsaal  im Kulturschloss Spree-Neiße in Spremberg. Alles läuft im Rahmen der Museumsnacht.

► Bereits um 16 Uhr ist die Show „Abenteuer im Märchenwald” im Schlosshof zu sehen. Sie dauert 45 Minuten. Einlass ist ab 15 Uhr. Kinder zahlen 4 und Erwachsene 8 Euro Eintritt.

► Um 20 Uhr beginnt ein  Swing-Abend im Schlosshof, Einlass dazu ist um 19 Uhr. Dafür bereitet Michael Apel von der Spremberger Kino und Kultur (SKK) GmbH ein Film-Quiz zu den Goldenen Zwanzigern vor. Es wird laut SKK auch getanzt werden dürfen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung kostet 10 Euro.