DRK in Spremberg
: Gestern noch Lebensretter und nun selbst in Not

Beim Matthias-Reim-Konzert in Spremberg holen die ehrenamtlichen Sanitäter des DRK einen Besucher zurück ins Leben. Doch jetzt sind künftige Einsätze bedroht. Die Helfer brauchen Hilfe.
Von
Kathleen Weser
Spremberg
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Die ehrenamtlichen Lebensretter des DRK Spremberg helfen als Sanitäter bei Volksfesten und Konzerten vielen Menschen in der Not. Jetzt brauchen sie selbst Hilfe.

Die ehrenamtlichen Lebensretter des DRK Spremberg helfen als Sanitäter bei Volksfesten und Konzerten vielen Menschen in der Not. Jetzt brauchen sie selbst Hilfe.

Detlef Bogott
  • DRK Spremberg rettete bei einem Konzert einen kollabierten Besucher mit Reanimation.
  • Jetzt fehlt Geld für ein Einsatzfahrzeug, da der RTW alt ist und stark rostet.
  • Der Wagen hat über 300.000 Kilometer, TÜV ist 2027 fällig – Reparaturen lohnen nicht.
  • Geplant ist ein gebrauchter RTW für bis zu 20.000 Euro, finanziert über Spenden.
  • Spendenkonto: IBAN DE92 18050000 3610 1084 00, Verwendungszweck Bereitschaft Spremberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn auf der Spremberger Freilichtbühne bis zu 3000 Menschen die Bässe spüren, laut mitsingen und das Leben feiern, schlägt das Herz der Stadt an der Spree laut und freudig. Doch beim jüngsten Matthias-Reim-Konzert im September 2026 hielt für einen Augenblick die Zeit an: Ein Besucher kollabierte, der Kreislauf versagte – Lebensgefahr.

Die Retter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Spremberg waren sofort zur Stelle und mit der Reanimation erfolgreich. Die Ehrenamtler helfen schnell, mit profundem Wissen und das ehrenamtlich. Dafür sind die Helfer nun aber selbst auf Hilfe angewiesen.

Ob Pflaster bei Blasen auf wundgetanzten Füßen beim Heimatfest, geschiente Frakturen bei Sportveranstaltungen oder schnelle Hilfe bei Krampfanfällen und Kreislaufbeschwerden: Jährlich leisten die Mitglieder der DRK-Bereitschaft Spremberg mehrere tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit. Zwischen 350 und 500 Einsätze fahren sie pro Jahr. Sie passen auf, dass Spremberg und die Region sicher feiern und leben können.

Das ist der Notfall beim DRK Spremberg im Ehrenamt

Doch ausgerechnet diejenigen, die immer da sind, wenn schnelle Hilfe gebraucht wird, stehen nun selbst vor einem Notfall. Ihr wichtigstes Einsatzfahrzeug – ein Rettungswagen (RTW) mit der Erstzulassung um das Jahr 2005 – hat inzwischen mehr als 300.000 Kilometer auf dem Tacho.

„Unser RTW rostet uns praktisch unterm Hintern weg“, bringt es Riccardo Schmidt auf den Punkt. Er ist seit fünf Jahren im DRK-Kreisverband Niederlausitz, dem eingetragenen Verein, aktiv und stellvertretender Bereitschaftsleiter in Spremberg. Hauptberuflich arbeitet er als Notfallsanitäter in Cottbus, ist in der Notaufnahme sowie in der Leitstelle Lausitz tätig – und kennt sich als Ersthelfer fachlich exzellent aus.

Wir halten unseren RTW mit kleinen Reparaturen gerade noch am Leben.
Riccardo Schmidt
DRK-Bereitschaft Spremberg

Der Zustand des Vereinswagens ist denkbar schlecht. Viele Jahre hat der RTW bei ehrenamtlichen Einsätzen gute Dienste geleistet, doch 2027 ist der nächste TÜV fällig. Schon jetzt ist klar: Die Mängel und der Reparaturbedarf sind so groß, dass sich eine neue Plakette für dieses Gefährt nicht mehr lohnt. „Wir halten unseren RTW mit kleinen Reparaturen gerade noch am Leben“, sagt Schmidt. Fällt das Fahrzeug weg, steht die Arbeit der Ehrenamtlichen auf dem Spiel.

Ein neuer RTW muss her – genauer gesagt ein gut erhaltenes Gebrauchtmodell. Aus den Fuhrparks des Rettungsdienstes werden regelmäßig Fahrzeuge ausgemustert und versteigert. Da viele der Ehrenamtlichen auch hauptberuflich im Rettungswesen tätig sind, wissen sie um diese Chance. Bis zu 20.000 Euro kann so ein Fahrzeug je nach Zustand kosten. Für die Anschaffung ist die DRK-Bereitschaft zusätzlich auf Unterstützung durch Spenden angewiesen. Haben die Retter das Geld zusammen, wollen sie den Rettungswagen selbst für die Bedürfnisse im Ehrenamt flottmachen.

Darum muss das DRK Spremberg selbst Geld sammeln

Riccardo Schmidt und sein Team starten deshalb nun eine Spendenaktion. Für den erfahrenen Retter ist dieser Aufruf Neuland – auf dem Feld der Notfallversorgung ist er Profi, als Bittsteller eher unerfahren. Doch die Sache ist zu wichtig: Die Spremberger Ersthelfer brauchen jetzt die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger, damit sie ihre wichtige Aufgabe für die Sicherheit der Region auch künftig erfüllen können.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist mit einer breiten Palette an Hilfsangeboten, wie dem Sanitätsdienst, der Kleider- und Möbelspende, der Schwangerschafts- und Suchtberatung sowie vielen anderen Anlaufstellen präsent. Auch stellt es eine Vielzahl an Komponenten des Katastrophenschutzes im Landkreis Spree-Neiße - und wird für diese hoheitlichen Aufgaben auch finanziert und ausgestattet. Die DRK-Bereitschaft Spremberg arbeitet jedoch rein ehrenamtlich. Für Aufgaben wie die sanitätsdienstliche Absicherung von Stadtfesten, Sport-Events sowie Material und Fahrzeuge für den Eigenbedarf muss die Gemeinschaft komplett selbst aufkommen.

Die ehrenamtlichen Ersthelfer des DRK Spremberg werben um Spenden für ein neues Fahrzeug. Ihr RTW  ist alt und rostet ihnen unterm Hintern weg.

Die ehrenamtlichen Ersthelfer des DRK Spremberg werben um Spenden für ein neues Fahrzeug. Ihr RTW ist alt und rostet ihnen unterm Hintern weg.

Detlef Bogott

Da für diese ehrenamtlichen Aufgaben keine öffentlichen Mittel bereitstehen, müssen auch Spenden eingeworben werden, um die Einsatzfähigkeit der DRK-Bereitschaft langfristig zu sichern. Für den RTW auf dieses Konto bei der Sparkasse Spree-Neiße:

  • IBAN DE92 18050000 3610 1084 00, Verwendungszweck: Bereitschaft Spremberg.
  • Empfänger ist der Verein Kreisverband Niederlausitz des Deutschen Rotes Kreuzes.

Erste Hilfe im Ehrenamt in Brandenburg

Rund 6000 Ehrenamtliche engagieren sich landesweit in den Gemeinschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Brandenburg – als Ersthelfer, bei der Wasserwacht, im Jugendrotkreuz, in der Sozialarbeit.
Etwa 1700 Aktive stellen in Brandenburg das Rückgrat der DRK-Bereitschaften für Sanitätsdienste und Notfallversorgung.
Mehr als 90 Prozent der Einsätze im zivilen Bevölkerungsschutz und bei Sanitätsdiensten bundes- und landesweit werden von qualifizierten Ehrenamtlichen gestemmt. (kw)