Eisdiele in Hoyerswerda: Eis-Uli plant einen Weihnachtsmarkt – was dahintersteckt

Hoyerswerda: Henry Gbureck betreibt die Eisdiele seines Vaters Eis-Uli „Leckstation“. Für den Winter hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: Schulklassen sollen die Buden auf seinem geplanten Weihnachtsmarkt betreiben. Welche Überraschungen es noch gibt.
Julia JannaschkDen Eis-Uli kennt man in Hoyerswerda. Oft steht sein bunter Eiswagen bei Kinderfesten im Dorf oder in Kitas und Seniorenheimen in der Stadt, um kreativen Eissorten zu verkaufen. Diesen Sommer beispielsweise – ganz „unberauschendes“ – Cannabis-Eis. Allerdings sieht man den Betreiber Henry Gbureck hierzulande meist nur im Sommer. Den Winter verbringt er lieber ganz entspannt bei der Familie seiner Frau auf den Philippinen. Doch dieses Jahr hat der Eisverkäufer andere Pläne, für die er noch ein Weilchen länger im kalten deutschen Winter ausharren muss: Er will einen eigenen Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen.
Zusammen mit einem Kumpel von ihm, dem „Original-Weihnachtsmann“ Reinhard Flathe, habe er letztes Jahr Glühwein getrunken und dabei die Idee für das winterliche Projekt gehabt. „Wir haben Zeit, wir haben Platz. Warum nicht?“, fragt Gbureck. Und sein Weihnachtsmarkt soll ganz anders werden als der auf dem Altmarkt.
Eis-Uli in Hoyerswerda: Wann der Weihnachtsmarkt öffnet
Der Eis-Uli-Weihnachtsmarkt wird vom 20. bis 22. Dezember auf dem Gelände seiner Eisdiele alias „Leckstation“ in der Heinrich-Heine-Straße 42 stattfinden, auf dem er sonst im Sommer Eis und Grillwürste verkauft. Die Weihnachtsbuden, die Gbureck dafür von der Stadt mietet, sollen hauptsächlich von Vereinen und Schulklassen betrieben werden.
Dies sei auch eine Voraussetzung für die Vermietung gewesen. Nach der offiziellen Genehmigung startete der Hoyerswerdaer gleich eine Ausschreibung auf Facebook, auf die zahlreiche Bewerbungen folgten. Nun, nach Bewerbungsschluss, sind es 13 Buden, die selbstgemachte Weihnachtsleckereien, heiße Schokolade, Deko und andere Dinge verkaufen. Der 53-Jährige schwärmt: „Das sind tolle Sachen dabei, richtig kreativ.“

Die Eisdiele von Eis-Uli in Hoyerswerda ist bunt, groß und bietet viel Platz zum Spielen.
Julia JannaschkDie Vorschläge der Jugendlichen sind ziemlich kreativ: Die 10a des Foucault-Gymnasiums macht Kinderschminken, verziert Kekse sowie Kerzen und eine Grundschule aus Hoyerswerda bastelt kunstvolle Makramees. Das Schulungszentrum BAO verkauft Weihnachts-Holzdekoration und die 4B der Elsterschule heißen Kakao mit Marshmallows und Keksen. Die Klasse 8B der Oberschule Hoyerswerda sammelt das Geld für eine Klassenfahrt im April nach Leipzig und einige 11. Klassen der örtlichen Gymnasien wollen mit den Einnahmen ihre Abikasse aufstocken.
Welches Essen es auf dem Weihnachtsmarkt in Hoyerswerda geben soll
Neben den Klassikern erwarten die Besucher des Weihnachtsmarktes auch ausgefallene Essenskreationen wie Bubble Waffeln oder Cake Pops. „Den Verkauf von Glühwein und Co. behalten wir uns vor, denn wir müssen die ganze Sache irgendwie gegenfinanzieren, wie die Aufbaukosten. Die Verkäufer bezahlen uns aber nur das, was sie an Strom verbraucht haben“, sagt Gburek.
Und auch wenn das Verkaufsangebot weihnachtlich sein muss – dies war eine Voraussetzung für die Bewerber – wird der Weihnachtsmarkt bei Eis-Uli doch kein klassischer sein, sondern „teilweise sehr philippinisch-lastig“. So wird Eis-Ulis Belegschaft, in der viele von den Philippinen kommen, typische lokale Gerichte für die Besucher kochen und auch grillen. Für musikalische Unterhaltung sorgt Live-Weihnachtsmusik von der philippinischen Sängerin Nikki Mengote.
Gbureck sagt: „Im Osten waren diese Wohngebietsfeste früher ganz populär. Jeder Wohnkomplex hat damals eigene Feste organisiert, mit Blaskapelle und so. Das war ein richtig toller Zusammenhalt. Und so was stelle ich mir hier vor, für eine kleinere Community.“ Der Weihnachtsmann jedenfalls wird bestimmt vorbeikommen, „der ist schon Feuer und Flamme“.


