Diebstahl in Forst
: Simson geklaut, Familie fahndet nach DDR-Klassiker

Ein DDR-Moped wird in Forst gestohlen. Ein herber Schlag für die Besitzer, die im Internet um Hilfe bitten. Die Rückmeldung ist überwältigend.
Von
Marcel Laggai
Forst
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Simson

Jennifer und Henrik Schliebus aus Forst (Lausitz) sind derzeit sehr unglücklich, denn ihre heiß geliebte Simson S51 wurde gestohlen. Das möchten beide aber nicht einfach hinnehmen und werden stattdessen selbst aktiv.

Henrik Schliebus/Collage: Sebastian Schubert
  • In Forst wurde eine blaue Simson S51 am Donnerstagnachmittag (16. Juli 2026) gestohlen.
  • Besitzer Henrik Schliebus nutzte das Moped täglich, es war ein Geschenk seiner Frau.
  • Das Paar startet eine Suche mit Posts, 1000 Euro Belohnung und Flyern auf Deutsch und Polnisch.
  • Hunderte Teilungen und fast 600 Reaktionen – Hinweise gehen weiter ein und an die Polizei.
  • Werkstätten bis nach Polen informiert, Seriennummern der Teile gemeldet – Polizei prüft Obi-Aufnahmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dreister Diebstahl am hellichten Tag: Seit gut einer Woche steht das Leben von Familie Schliebus aus Forst (Lausitz) Kopf. Dabei wollte Henrik Schliebus am Donnerstagnachmittag (16. Juli 2026) eigentlich nur kurz zum Baumarkt, um dort Pflastersteine zu bestellen.

Knapp 20 Minuten später fällt der 40-Jährige sprichwörtlich vom Glauben ab. Denn sein Gefährt steht plötzlich nicht dort, wo er es abgestellt hat. Zunächst zweifelt der Forster noch an sich selbst. Hat er die Simson vielleicht doch woanders abgestellt? Doch wenig später folgt die bittere Gewissheit. Jemand muss sie gestohlen haben.

Bei dem entwendeten Moped handelt es sich konkret um eine Simson S51, mit der Schliebus seit fast einem Jahr nahezu täglich unterwegs ist. Selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwingt er sich in den Sattel. Für ihn ist die Maschine weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Das Moped war nämlich ein Geschenk seiner Frau Jennifer. Und genau deshalb trifft der Diebstahl beide besonders hart.

Ost-Klassiker wie Schwalbe und Simson in der Lausitz gefragt

„Tatsächlich habe ich Henrik die Simson zu seinem 40. Geburtstag geschenkt, weil er sich schon seit Langem so ein Moped gewünscht hat“, sagt Jennifer Schliebus. Mit diesem Wunsch steht der 40-Jährige nicht allein da. Ost-Klassiker von Schwalbe bis Simson erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Mit der Nachfrage schießen auch die Preise in die Höhe. Mehrere Tausend Euro für eine Simson im Originalzustand sind längst keine Ausnahme mehr.

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Genau das bekam auch Henriks Frau bei ihrer Suche zu spüren. Knackpunkt: Ihr Mann hatte sich ausdrücklich eine Simson im Urzustand mit Originalteilen gewünscht. Nach eigenen Angaben suchte sie mehr als neun Monate lang vergeblich. Über einen alten Freund von Henrik bot sich dann doch noch die Chance auf eine vergleichsweise gut erhaltene Simson.

„Die musste dann aber noch auf Vordermann gebracht werden, und etliche Originalteile mussten bestellt beziehungsweise verbaut werden“, erinnert sie sich. Unterstützung gab es dabei von ihrem Vater. Der Aufwand war erheblich und hat sich aus Sicht des Beschenkten klar gelohnt.

Flyer

Das Ehepaar Schliebus aus Forst (Lausitz) hat für die Suche nach seiner geliebten Simson S51 eigens Flyer in Deutsch und Polnisch angefertigt und bereits verteilt.

Marcel Laggai

„Das Geschenk war einfach mega“, sagt Schliebus. Binnen kürzester Zeit wurde die Simson zu seinem Alltagsgefährt. Doch dabei blieb es nicht. Auch Touren und größere Ausfahrten, etwa zu Zweitakt-Treffen, gehörten dazu – gemeinsam mit seiner Frau Jennifer. So wurde die blaue Simson fast schon zu einem Familienmitglied.

Genau dieser ideelle Wert macht den Diebstahl für die Familie so schmerzhaft. Während der 40-Jährige noch immer fassungslos ist, möchte seine Frau den Verlust nicht einfach hinnehmen. „Das hat mich alles so wütend gemacht, dass ich noch am Abend mehrere Posts zum Diebstahl in den sozialen Medien veröffentlicht habe.“ Darin machte sie ihrem Ärger Luft und setzte eine Belohnung von 1000 Euro aus. Für sachdienliche Hinweise – auf Verbleib und Täter.

Welche Wucht diese Beiträge entwickeln würden, ahnte sie da noch nicht. Schon am Freitag (17. Juli) stand ihr Smartphone kaum noch still. Die Posts seien Hunderte Male geteilt worden und hätten bereits knapp 600 Reaktionen ausgelöst.

Geklaute Simson wird auch in Cottbus und Spremberg gesucht

„Noch immer gehen fast täglich neue Hinweise ein, die wir natürlich an die Polizei weitergeben“, sagt Jennifer Schliebus. Inzwischen werde sie mitunter sogar beim Einkaufen von fremden Menschen auf den Diebstahl angesprochen. Der Fall zieht aber längst weitere Kreise.

Bis nach Cottbus und Spremberg hat sich der Diebstahl nämlich schon herumgesprochen, sagt Henrik Schliebus. Das liegt nicht allein an den privaten und beruflichen WhatsApp-Statusmeldungen des Ehepaars. Zudem wurden etliche Werkstätten und Schrauberbuden im Umland informiert. Sogar in Polen.

„Natürlich geht es in erster Linie um die komplette Simson. Aber glücklicherweise haben wir auch die Seriennummern der teureren Einzelteile notiert und weitergegeben“, sagt Jennifer Schliebus. Damit könnten selbst einzelne Bauteile schlussendlich auf die Spur der Täter führen.

Inzwischen hat das Ehepaar sogar Flyer drucken lassen und verteilt – auf Deutsch und Polnisch. „Damit wollen wir den Druck erhöhen, damit der oder die Täter wissen, dass sie sich die falsche Simson geklaut haben“, sagt die Forsterin kämpferisch. Auch die Polizei ermittelt derweil, wie beide versichern.

Laut Henrik Schliebus werden derzeit offenbar auch Überwachungsaufnahmen vom Obi-Parkplatz ausgewertet. Gleichzeitig betonen beide aber auch, dass es ihnen vor allem um die Rückkehr der Simson geht. „Falls wir einen anonymen Hinweis von den Tätern auf den Verbleib des Mopeds erhalten, werden wir den Fall persönlich nicht weiterverfolgen“, versichert Jennifer Schliebus.

Und vielleicht findet die Simson S51 ja bis zum 1. August 2026 (Henriks Geburtstag) den Weg zurück zur Familie. „Dann würde ich mich zwar ein zweites Mal, aber dafür umso mehr über die Simi freuen“, sagt der 40-Jährige. Andernfalls wollen die Schliebus nicht locker lassen, garantieren sie einhellig.