Christine Herntier bei Markus Lanz
: Sprembergs Bürgermeisterin: Kohleausstieg vor 2038 unrealistisch

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) fordert, am Kohleausstieg 2038 festzuhalten und hält ein Vorziehen nicht für realistisch. Was die Sprecherin der Lausitzrunde noch in der ZDF-Talk-Sendung von Markus Lanz sagte.
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dpa
Spremberg
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  • Christine Herntier (parteilos), Bürgermeisterin von Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde, war bei Markus Lanz zu Gast.

    Christine Herntier (parteilos), Bürgermeisterin von Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde, war bei Markus Lanz zu Gast.

    Soeren Stache / dpa
  • Markus Lanz sitzt bei der Moderation seiner gleichnamigen ZDF-Sendung im Studio. In dieser Woche waren Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker bei ihm zu Gast und machten ihrem Ärger über einige Entscheidungen des Bundes Luft. Neben Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) war an einem Abend auch der Oberbürgermeister aus Frankfurt (Oder), René Wilke (Linke), Talkshow-Gast.

    Markus Lanz sitzt bei der Moderation seiner gleichnamigen ZDF-Sendung im Studio. In dieser Woche waren Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker bei ihm zu Gast und machten ihrem Ärger über einige Entscheidungen des Bundes Luft. Neben Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) war an einem Abend auch der Oberbürgermeister aus Frankfurt (Oder), René Wilke (Linke), Talkshow-Gast.

    Markus Hertrich
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Die Bürgermeisterin von Spremberg, Christine Herntier (parteilos), hat ein Festhalten am Kohleausstieg im Jahr 2038 gefordert und hält ein Vorziehen nicht für realistisch. Die Sprecherin der Lausitzrunde für die Brandenburger Kommunen sagte in der ZDF-Talk-Sendung von Markus Lanz am Donnerstag (28. März) zum Datum 2038: „Es wird nicht anders gehen“. Das Datum sei ja nicht „gewürfelt“ worden.

„Da sind energiepolitische und technische Voraussetzungen in die Bewertung eingeflossen, und das ist schon ganz schön knapp.“ Zudem sei man aus ihrer Sicht bei der Schaffung der Voraussetzungen für den Kohleausstieg in den vergangenen Jahren auch nicht so weit vorangekommen. Dazu gehört ein Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze.

Nach dem deutschen Kohleausstiegsgesetz wird ab 2038 kein Strom mehr aus Kohle erzeugt. Die Ampel-Parteien SPD, Grünen und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, den Kohleausstieg „idealerweise“ von 2038 auf 2030 vorzuziehen.

Kohleausstieg könne zu großer Chance für Lausitz werden

Herntier sagte, der Kohleausstieg könne zu einer großen Chance für die Lausitz werden. Die Bürgermeister der Region hätten auch schon 2016 ein Bekenntnis zur Energiewende abgegeben. „Wir sind da wirklich eine verschworene Gemeinschaft von Bürgermeistern“, sagte Herntier.

Ein Transparent mit den Wappen von Sachsen (l.) und Brandenburg der Großen Lausitzrunde. Das Bündnis vereint in der Strukturentwicklung Kommunen aus Sachsen und Brandenburg.

Patrick Pleul / dpa

Nun will die Lausitz eine erste Energie-Modellregion in Deutschland – ein sogenanntes Netto-Null Valley – werden. Für die Bewerbung seien Bürgermeister vor Kurzem nach Brüssel gereist, so Herntier weiter. Das Netto-Null-Industrie-Gesetz der EU (Net-Zero Industry Act) ist Teil des grünen Industrieplans. Es soll dafür sorgen, dass mehr saubere Technologien in der EU produziert werden.

Dabei geht es um Technologien, die die Energiewende vorantreiben und nur geringe bis gar keine Treibhausgasemissionen verursachen. „Das Gesetz ist ein ausgezeichnetes Instrument, um unsere Lausitz zu befähigen, den Strukturwandel mit der notwendigen Geschwindigkeit voranzutreiben“, hatte Herntier bereits im Februar 2024 gesagt.