Der Ocker-Filter der Spree, die Talsperre Spremberg, wird erneut beräumt. Die Arbeiten sind nun angelaufen, bestätigt Sven Radigk, der Experte der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

In die Spree werden aus der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft und dem aktiven Kohleabbau in großen Mengen eisenhaltige Verbindungen eingeschwemmt. Denn der Eingriff in die tiefen Bodenschichten der Lausitz durch den Bergbau lösen mit dem aufgehenden Grundwasser in der Region die Eisen- und Schwefelkiese (Pyrit), die mit Sauerstoff reagieren. In diesem Prozess der Oxidation, der in vielen Bereichen in die Fließgewässer gelangen und punktuell nicht zu erfassen sind, entstehen Eisenhydroxidverbindungen. Die setzen sich als Ockerschlamm in der Talsperre ab. Das ist in der Spree am braunen Wasser zu sehen.

Ab Juni 2020 soll der Ockerschlamm abtrocknen

In der Vorsperre Bühlow werden die Sedimentablagerungen abgesetzt. Deshalb muss die Talsperre regelmäßg beräumt werden. Und „mit dieser zyklischen Beräumung an der Spree ist seit dieser Woche wieder planmäßig begonnen worden, nachdem noch im Dezember die Anlagentechnik zunächst aufgebaut und getestet worden war“, erklärt Sven Radig. Ein Saugbagger eines Spezialunternehmens arbeitet jetzt im Regelbetrieb. „Bei optimalem Verlauf soll dann im Mai 2020 das angrenzende Sedimentations-Becken II die etwa 45 000 Kubikmeter abgesaugten Eisenhydroxidschlamm aufgenommen haben“, so der Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz. Die Massen müssen abtrocknen. Ab Juni 2020 soll der abgesaugte Ockerschlamm dann getrockt und abtransportiert werden. Je nach Schadstoffbelastung werden die eisenhaltigen Massen dann entsorgt oder der weiteren Verwertung zu geführt. Eine Pilotanlage, in der Ocker zu Granulaten für Biogasanlagen verarbeitet wird, wird in Lauta betrieben.

28 000 Tonnen Eisenhydrodxidschlamm, die 2018 beräumt worden sind, müssen noch entsorgt werden. Das soll voraussichtlich bis Mai 2020 erfolgen.

Die Bergbausaniererin LMBV betreibt seit 2014 eine Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg.

Die Vorsperre Bühlow mit einer Fläche von mehr als 100 000 Quadratmetern hat ein Einstau-Volumen von rund 300 000 Kubikmeter und ist aktuell etwa zu 50 Prozent gefüllt.