Eigentlich kennt man Gewitter in erster Linie aus dem Hochsommer. Starke Temperaturgegensätze zwischen kalten und warmen Luftmassen sorgen für Blitz und Donner. Deshalb sind Wintergewitter sehr selten. Anders dagegen am Mittwochabend. Eine kompakte Gewitterlinie hatte da die Lausitz von Nord nach Süd überquert, sagt Stefan Rubach vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. Dieses Phänomen hat auch der Lindenauer Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer beobachtet. „Zwischen 19 und 20 Uhr hat es bei uns mehrfach geblitzt und einmal richtig gedonnert.“ Seinen Angaben zufolge ist ein solches Wintergewitter in der Lausitz sehr selten. Das letzte seiner Art hatte es im Februar 2020 gegeben.

Tief und Kaltluft lassen es krachen

Cottbus

Ursache bildete ein von Skandinavien südwärts ziehendes Tief. An dessen Westflanke strömte Polarluft in die Region. Die enormen Temperaturunterschiede boten beste Bedingungen für Blitz und Donner. Laut Stefan Rubach brachte das Gewitter zwei bis drei Liter Niederschlag pro Quadratmeter mit. Dieser fiel anfangs als Regen,dann als Schnee. Ein bis zwei Zentimeter der weißen Pracht kamen so zusammen. Hinzu gesellte sich ein stürmischer Wind, der mancherorts für Verwehungen sorgte.
In den nächsten Tagen sind in der Region keine Gewitter zu befürchten. Stattdessen, so Stefan Rubach, könne es immer mal wieder schneien. Außerdem sei mit Dauerfrost zu rechnen. Solch eine Gewitterlinie wie am Mittwochabend stellt sich DWD-Angaben ohnehin längst nicht in jedem Winter ein.