Ein böses Nachspiel haben die Silvesterknallereien in Ruhland gehabt. Drei Kinder im Alter von zwölf bis 13 Jahren haben dort am Neujahrstag mit Böllerresten gespielt. Im Bereich des Marktes fanden sie ungezündete Böller und wollten dieses ausprobieren. Dabei kam es zum Knall und die drei Jungen verletzten sich zum Teil schwer.

Als die alarmierten Rettungskräfte gegen 16.30 Uhr zur Straße Stadtmühle kamen, mussten sie rasch handeln. „Während die beiden 13-Jährigen in einem nahegelegenen Krankenhaus medizinisch versorgt werden konnten, musste der Zwölfjährige per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik verlegt werden“, berichtet Polizeisprecher Lutz Miersch am Donnerstagmittag. Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand gab es zunächst nicht.

Die Ermittlungen zum genaueren Umstand des tragischen Unfalls hat jetzt die Kriminalpolizei übernommen.

Es ist nicht der einzige dramatische Zwischenfall mit wieder angezündeter Munition in Brandenburg. In Werder (Havel) versuchte ein 16-Jähriger einen gefundenen Böller anzuzünden. Er explodierte in der Hand des Jugendlichen. Der 16-Jährige verlor einen Finger, wurde in die Klinik geflogen.

In Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) erlitt ein Elfjähriger schwere Verbrennungen an der Hand, als er eine nicht hochgegangene Rakete wieder anbrennen wollte. Ebenfalls in Rheinsberg wurde ein 14-Jähriger schwer verletzt, als eine Rakete neben seinem Kopf explodierte.

Behörden mahnen zur Vorsicht

Die Politei rät dringend, die Finger von ungezündeten Böllern zu lasen. Eltern sollten entsprechend auf ihre Kinder aufpassen. Auch das Landesamt für Arbeitsschutz Brandenburg warnte vor den sogenannten Polenböllern und anderem Feuerwerk. Diese könnten zu schweren Verletzungen führen, da sie oft mangelhaft verarbeitet seien und zu viel Sprengstoff enthalten könnten. Wie gefährlich Feuerwerk ist, hatte der Brandenburger Zoll vor rund einem Jahr eindrucksvoll auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz demonstriert.

Feuerwerk als Sprengstoff in Senftenberg, Calau und Guben

Weitere Nachwirkungen der Silvesterfeiern meldete die Polizei aus Senftenberg. Auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses in der Greifswalder Straße war es am Mittwochabend zu einem Brandausbruch gekommen, über den die Polizei gegen 20.30 Uhr informiert wurde. Herunter geworfene Wunderkerzen waren den Angaben zufolge die Ursache dafür, dass eine Markise in Brand geriet, deren brennende Überreste auf einen Kunststofftisch tropften. Durch die betroffenen Mieter konnte das Feuer selbstständig gelöscht werden, bevor größerer Schaden eintrat. Verletzt wurde niemand und der Gesamtschaden fiel gering aus. Dennoch wurden Ermittlungen der Kriminalpolizei eingeleitet und Beweismittel gesichert.

In Calau wurde zum Neujahrsmorgen in die Altnauer Straße gerufen, da Unbekannte den Zigarettenautomaten, der vor einer Gaststätte stand, mittels Pyrotechnik gesprengt hatten. Die Anwohner waren durch den lauten Knall geweckt worden und hatten die Beamten informiert. Eine erste Bilanz der verursachten Schäden wurde mit rund 5000 Euro angegeben. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

In Guben wurden über Silvester drei Fensterscheiben der Schule in der Platanenstraße mit einem Stein und Pyrotechnik zerstört.

Cottbus ruft zum Kehren auf

In Cottbus hat unterdessen die Stadtverwaltung die Bürger ermahnt, nach dem Feuerwerk auch die Reste zu entfernen. „Jeder Feuerwerker ist aufgerufen, seine Hinterlassenschaften aus der Neujahrsnacht selbst aufzufegen und wegzuräumen“, heißt es in eiern Mitteilung. Die Alba habe mit neun Mitarbeiten am Neujahrsmorgen an besonders beanspruchten Flächen den Anfang gemacht. „In diesem Jahr war der Aufwand besonders hoch, wobei der Altmarkt im Müllaufkommen den Stadthallenvorplatz diesmal deutlich in den Schatten gestellt hat. Platz drei geht an den Oberkirchplatz, gefolgt vom Platz am Stadtbrunnen“, so Stadtsprecherin Madeleine Henning-Waniek.

Für eine aktuelle Mengenbilanz sei es noch zu früh. Die Stadt Cottbus rechnet erfahrungsgemäß mit rund 2,3 Tonnen Silvestermüll.