Tuberkulose in Senftenberg
: Kita-Kind (4) an Tbc erkrankt, 130 Menschen werden getestet

UPDATE 3.2.2026, 15.17 Uhr: Bei einem vierjährigen Kita-Kind in Senftenberg wurde Tuberkulose festgestellt. Das Gesundheitsamt reagiert mit weiteren Tests bei Kindern und Mitarbeitern der Kita.
Von
dpa ,
Thomas Seifert
Senftenberg
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WHO-Tuberkulosebericht

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat eine Tuberkulose-Erkrankung bei einem vierjährigen Kind in Senftenberg festgestellt und bereitet Tests für andere Kinder einer Kita vor. (Symbolfoto)

Silas Stein/dpa
  • In Senftenberg wurde bei einem Kita-Kind (4) Tuberkulose festgestellt.
  • Gesundheitsamt testet diese Woche Kinder und Mitarbeiter vorsorglich.
  • Ansteckungsgefahr geringer als bei Erkältungen; Kinder meist nicht hochansteckend.
  • Eltern zur Besonnenheit aufgerufen; aktuell kein Grund zur Sorge.
  • Eltern negativ getestet; Behandlung läuft. WHO: 4–6 Monate Therapie, 85 % heilbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wegen eines Tuberkulose-Falls bei einem vierjährigen Kita-Kind in Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) im Süden Brandenburgs werden von Mittwoch (4. Februar 2026) an rund 130 Menschen vorsorglich getestet. Das teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf Anfrage am Dienstag (3. Februar 2026) mit.

Es handele sich dabei um Kita-Kinder und Mitarbeiter der Kindertagesstätte in Senftenberg, die das Kind besuche. Das Gesundheitsamt bereitet derzeit die Bluttests vor und ist im Einsatz, um eine Ausbreitung der Infektionskrankheit zu verhindern.

Bei einem vierjährigen Kind, das die Kita in Senftenberg besucht, war Tuberkulose (Tbc) festgestellt worden. Das Testergebnis lag laut Landkreis Oberspreewald-Lausitz am Montag (2. Februar 2026) vor.

Die Sprecherin des Kreises Oberspreewald-Lausitz sagte am Dienstagnachmittag, die Bluttests sollten möglichst in dieser Woche abgeschlossen werden. Das Gesundheitsamt des Landkreises erhalte für die Untersuchungen Unterstützung aus einem Klinikum. Eine Blutabnahme ist notwendig, die in der Kita und im Gesundheitsamt durchgeführt werden kann, wie es hieß.

Weitere Verdachtsfälle gibt es bislang nicht

Weitere Verdachtsfälle gab es bislang nicht. Der Betrieb der Kindertagesstätte gehe zudem weiter. Die Eltern aus der Kita reagierten „ganz unaufgeregt“, sagte die Landkreis-Sprecherin.

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Der Ausbruch der Erkrankung sei zwar ernst zu nehmen, die Ansteckungsgefahr jedoch deutlich geringer als bei Erkältungskrankheiten, teilte der Landkreis mit und rief Eltern und Sorgeberechtigte zu Besonnenheit auf. Kinder in diesem Alter seien in der Regel nicht hochansteckend für andere.

Die Eltern des erkrankten Kindes wurden bereits getestet - das Ergebnis ist laut Gesundheitsamt negativ. Sie befinden sich in ärztlicher Behandlung und unter Beobachtung. Bisher gebe es keine Hinweise auf weitere Erkrankungen im Umfeld des Kindes. Ob es sich bei dem erkrankten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.

Tuberkulose befällt meist die Lunge

Übertragen wird die Tuberkulose bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch. Dies geschieht per Tröpfchen-Infektion, das heißt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von erkrankten Personen freigesetzt werden - insbesondere beim Husten.

Bakteriologe und Hygieniker: Robert Koch (1843—1910)

ARCHIV - Der deutsche Bakteriologe Robert Koch (undatierte Aufnahme) entdeckte vor 120 Jahren das Tuberkulosebakterium und ein Jahr später den Erreger der Cholera. Foto: dpa (zu dpa «Steigende Tuberkulose-Fallzahlen in Brandenburg») +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Der deutsche Bakteriologe Robert Koch (1843 bis 1910) entdeckte im Jahr 1882 das Tuberkulosebakterium und ein Jahr später den Erreger der Cholera. (Archivfoto)

dpa

Ohne Behandlung stirbt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa die Hälfte der Infizierten. Tuberkulose wird mit einer Kombination mehrerer Medikamente behandelt und ist in der Regel heilbar. Die Therapie mit Antibiotika dauert nach Darstellung von Medizinern etwa sechs Monate.

Solange eine Tuberkulose ansteckend ist, müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) mitteilt. Eine wirksame Impfung, die eine Erkrankung oder Ansteckung verhindert, gibt es laut Experten nicht.

Im Januar 2026 war im benachbarten sächsischen Landkreis Bautzen nach einem Tuberkulose-Fall an einer Berufsschule eine weitere Ansteckung bei einer Person festgestellt worden.