Pilze sammeln in der Lausitz
: Pilzberater warnt vor diesen Lorcheln

Die Pilzsaison 2026 hat in der Lausitz begonnen. Neben einer vorzüglichen Speisepilzart wachsen ähnliche Giftpilze. Das sollten Sammler dringend beachten.
Von
Torsten Richter-Zippack
Schwarzheide
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Pilzberater Lutz Helbig zeigt, welche essbaren Pilze schon jetzt gefunden werden können. ⇥

Der Pilzsachverständige Lutz Helbig aus Drebkau hat jetzt essbare  Spitz- und Käppchenmorcheln und giftige Lorcheln in der Natur gefunden.

Essbare Spitzmorcheln und giftige Frühjahrslorcheln in einer Schale. Links sind die wertvollen Speisepilze zu sehen, rechts die gefährlichen Giftpilze.

Marion Hirche
  • In der Lausitz hat die Pilzsaison 2026 begonnen – Morcheln und Lorcheln wachsen nebeneinander.
  • Ein Pilzberater warnt: Die Frühjahrslorchel ist stark giftig und kann tödliche Vergiftungen auslösen.
  • Verwechslungsgefahr: Speisemorchel spitz und grau bis schwarz, Lorchel braun und hirn- bis walnussartig.
  • Riskante „Kochmethoden“ oder Trocknung neutralisieren das Gift nicht zuverlässig, rät der Experte ab.
  • Tipp für Unsichere: Pilze nach Anmeldung in Schwarzheide prüfen lassen, Straße der Jugend 56.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nicht wenige Einheimische glauben, Pilzzeit sei lediglich im Herbst. Doch die Sporengewächse gedeihen im Prinzip fast das ganze Jahr, Frost- und Schneeperioden mal ausgenommen. Während die ersten Pfifferlinge und Sommersteinpilze erfahrungsgemäß im Juni erscheinen, wachsen zur Monatswende April/Mai bereits andere Arten in den Lausitzer Wäldern.

Am bekanntesten dürften die Speisemorchel und die Frühjahrslorchel sein. Das Fatale daran: Der eine gilt als vorzüglicher Speisepilz, der andere als gefährlicher Giftpilz. Doch daran stört sich manch Einheimischer nicht. Die Folgen können durchaus fatal sein. Daran erinnert der Schwarzheider Pilzberater Bernhard W. Naber.

Derzeit ziehen einige Sammler bereits durch die Lausitzer Kiefernwälder. So auch unweit des Flugplatzes Schwarzheide/Schipkau. Westlich der rund 135 Hektar großen Freifläche erstrecken sich Kiefernbestände mit eingestreuten Eichen, Fichten, Birken, Pappeln und weiteren Baumarten. Unter Kiefern wachsen aktuell die essbare Speisemorchel und die stark giftige Frühjahrslorchel. Erst kürzlich, so berichtet Bernhard W. Naber, habe ihm ein Sammler einen Korb aus den Wäldern am Flugplatz präsentiert, dessen Inhalt beide Arten bildeten.

Besondere Kochmethoden für giftige Pilze sind riskant

Flugs seien die Frühjahrslorcheln aussortiert worden. „Wer sie isst, riskiert eine schwere Pilzvergiftung, die mitunter auch tödlich verlaufen kann“, warnt Naber eindringlich.

Er sagt, dass manche Lausitzer diese Art dennoch sammeln, auch mit dem Wissen um die Gefährlichkeit. Die Pilze würden abgekocht, das Kochwasser weggeschüttet. Anschließend erfolge der Verzehr oder eine monatelange Trocknung. Tatsächlich solle die Frühjahrslorchel hervorragend schmecken, daran erinnere bereits ihr lateinischer Name Gyromitra esculenta.

Die Spitzmorchel ist ein sehr begehrter Speisepilz, der im Frühjahr besonders gut in Obstgärten, Parks, Wäldern und auf Kiefern- und Fichtenmulch gedeiht.

Die Spitz-Morchel ist ein sehr begehrter Speisepilz, der im Frühjahr besonders gut in Ostgärten, Parks, Wäldern und auf Kiefern- und Fichtenmulch gedeiht.

Die Spitz- beziehungsweise Speisemorchel gilt als ein sehr begehrter Speisepilz, der im Frühjahr besonders in Nadelwäldern, auf Kiefern- und Fichtenmulch sowie in Obstgärten gedeiht.

Maria Neuendorff

Doch die Vergiftungserscheinungen seien denen des tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilzes ähnlich. Eine lange Latenzzeit, Schädigungen der Leber, der Nieren und des Nervensystems können auftreten. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass sich das Pilzgift im menschlichen Körper anreichert. Das Paradoxe: Selbst innerhalb von Familien kann nach Angaben von Wissenschaftlern der Pilz unterschiedlich vertragen werden. Der eine verspürt extreme Auswirkungen, der andere hingegen nichts Ungewöhnliches. „Deshalb rate ich von einem Verzehr dringend ab“, sagt Bernhard W. Naber.

So unterscheiden sich Speisemorchel und Giftlorchel

Auf den ersten Blick sehen sich Frühjahrslorchel und Speisemorchel durchaus ähnlich. Zudem wachsen beide im gleichen Lebensraum auf zumeist sandigen Böden, auch auf alten Brandflächen. Der Fruchtkörper der Lorchel präsentiert sich braun und in der Struktur einer Walnuss oder eines Gehirns. Die Morchel dagegen erscheint grau bis schwarz und läuft nach oben immer spitz zu. Die Lorchel ist dagegen niemals spitz.

Wer sich unsicher ist, sollte keinesfalls den Gang zum Pilzberater versäumen. Bernhard W. Naber nimmt nach vorheriger telefonischer Anmeldung (035752/7244) in Schwarzheide in der Straße der Jugend 56 gern die Pilze genau ins Visier.

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