Pilze sammeln in Brandenburg
: Speisepilze können giftig werden, das rät ein Experte

Derzeit haben Pilzsammler Hochsaison in Lausitzer Wäldern. Doch dort kann Gefahr drohen. Denn selbst gute Speisepilze können durchaus giftig werden.
Von
Torsten Richter-Zippack
Schwarzheide
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Herbstzeit ist Pilzzeit: 24.09.2025, Brandenburg, Fürstenwalde: In einem Wald steht ein Korb eines Pilzsammlers hinter einem großen Steinpilz. In den Brandenburger Wäldern beginnen jetzt wieder die Pilze zu wachsen. (zu dpa: «Pilze kommen langsam in Tritt - Sammler hoffen auf Regen») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Klar, dass Steinpilze zu den besten Sporengewächsen gehören, welche die Lausitzer Wälder zu bieten haben. Dennoch können Sammler bei der Ernte manches falsch machen und sich womöglich sogar in Gefahr begeben.

Patrick Pleul/dpa
  • Pilzsaison in Lausitzer Wäldern: Idealbedingungen durch Regen und milde Temperaturen.
  • Pilze immer herausdrehen statt abschneiden – schützt das Pilzgeflecht vor Schimmel und Fäulnis.
  • Keine Plastiktüten nutzen – Kondenswasser fördert Schimmel und mögliche Giftstoffe.
  • Alte oder frostgeschädigte Pilze meiden – Eiweißverderb bildet gefährliche Toxine.
  • Tipp zur Frischeprüfung: Fingerabdrucktest auf der Hutkappe zeigt, ob Pilze genießbar sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für viele Lausitzer ist jetzt die schönste Zeit des Jahres: sobald es draußen hell wird, geht es in den Wald. Denn da wartet reiche Beute. Aufgrund der reichlichen Niederschläge der vergangenen Wochen und der milden Temperaturen gibt es aktuell eine Pilzschwemme. Fast massenhaft wachsen Butterpilze und Maronen. Auch Steinpilze, Pfifferlinge und zahlreiche weitere Arten lassen nicht lange auf sich warten.

Doch bei aller Freude über die schnell gefüllten Körbe: Bei der Pilzernte können Sammler eine Menge falsch machen. Manche Fehler ziehen sogar ernsthafte gesundheitliche Probleme nach sich. Darauf weist der langjährige Schwarzheider Pilzberater Bernhard W. Naber hin. Der 83-Jährige berät bereits seit 51 Jahren zu den Sporengewächsen.

Pilze abschneiden oder herausdrehen?

Zunächst stellt sich die Frage, ob man die Pilze abschneiden oder aus dem Boden herausdrehen sollte. „Bitte nicht abschneiden“, hat Naber da eine klare Meinung. Zum einen deswegen, weil sich im Boden mitunter wesentliche Bestimmungsmerkmale befinden. Zum anderen, weil an der Schnittstelle Feuchtigkeit in den unterirdischen Pilzkörper eindringen könne, was das Eindringen von Schimmel oder Fäulnisbakterien in das Pilzgeflecht begünstige.

„Beim Herausdrehen gehen nur ein paar Pilzfäden kaputt. Das ist so, als würde man von einem Baum drei Blätter abreißen“, verdeutlicht der Schwarzheider die Situation. Letztlich lebe der eigentliche Pilz ohnehin im Boden. Oberirdisch erscheinen lediglich die Fruchtkörper, welche in die Behälter der Sammler wandern.

Warum Plastiktüten beim Pilze sammeln tabu sein sollten

Und genau da werden nicht unerhebliche Fehler begangen. „Niemals die Pilze in Plastiktüten transportieren. Stattdessen offene Körber nehmen, egal, ob aus Holz oder Kunststoff“, empfiehlt Bernhard W. Naber. Der Grund: In Plastiktüten bilde sich Kondenswasser. Dadurch entstehe ein Mikroklima, das Schimmelpilze begünstigt. Diese können hochgiftige Stoffe enthalten. Im schlimmsten Fall habe dies eine falsche Pilzvergiftung zur Folge.

Ebenso sollten Sammler bei Sporengewächsen aufpassen, die alt sind. Das Alter eines Pilzes lasse sich einfach durch Druck auf die Hutkappe bestimmen. Bleibt der Fingerabdruck erhalten, sollten die Gewächse lieber im Wald verbleiben. Das Problem bei alten Pilzen ist, dass das in ihnen enthaltene Eiweiß verdirbt. Dadurch entstehen Giftstoffe. Gleiches gelte, wenn Pilze Frost bekommen haben. Dann sollten Sammler lieber warten, bis junge Fruchtkörper nachgewachsen sind.

Bewusst genießen

Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.

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