(jag) Der Trassenneubau für eine 110-Kilovolt-Freileitung zwischen Großräschen und Schwarzheide befindet sich auf der Zielgeraden. Das bestätigt Evelyn Zaruba, Sprecherin der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz). Die Fertigstellung der Baumaßnahme mit umfangreichen Leitungsumbauten sei für Ende September geplant. Die Montagen finden derzeit auf den Flächen der BASF und LMBV, an der Flusskreuzung Pößnitz, an der Bahnstrecke Großenhain-Cottbus, an der Bundesstraße 169 und in der Ortslage Schwarzheide-Ost statt. Hier spannt sich eine käfigartige Konstruktion über die Fahrbahn – mit diesem Schleifgerüst können die Arbeiten auch bei rollendem Verkehr fortgeführt werden. „Mit dem weitestgehenden Abschluss der Arbeiten in dem Bereich, den umfangreichen Mastmontagen und den angefangenen Seilzugarbeiten befinden wir uns im Zeitplan“, sagt Mitnetz-Sprecherin Evelyn Zaruba.

Aber die Bauarbeiten haben einige Tücken parat. Besonders anspruchsvoll für die Fachleute der Firma „SPIE SAG“ seien etwa die Arbeiten in der Nähe des Sperrbereichs am Kabelbaggerteich der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Auch der Bau einer Zufahrt über die Pößnitz, der Seilzug über die Bahnstrecke sowie die Ausrüstung von drei Masten unweit des Kabelbaggerteiches, die wegen der Nähe zum Flugplatz Schwarzheide mit einer Nacht- und Tagkennzeichnung ausgestattet werden müssen, seien Herausforderungen. Hinzu komme, dass auf der gesamten Trasse Vogelschutz-Vorrichtungen auf dem Erdseil – also dem Seil auf der Mastspitze – verbaut werden, erläutert Zaruba.

Als Grund für den Neubau der Trasse wird die steigende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien angegeben. Mit den neuen Leitungen soll sich die Übertragungsfähigkeit mehr als verdoppeln – von jetzt 610 Ampere auf 1360. Die wuchtigen Horizontalmasten werden durch schlankere Tannenbaummasten ersetzt. Für das gesamte Projekt, das sich bis nach Finsterwalde erstreckt, geht Mitnetz mit einem Kostenvolumen von 26 Millionen Euro aus.