Lausitzer Seenland: Diese Aussichtstürme sind auch im Winter geöffnet

Der Rostige Nagel zwischen Sornoer Kanal und Sedlitzer See ist trotz Großbaustellen und Winterzeit jederzeit zugänglich. Allerdings müssen Besucher einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Dieser ist ausgeschildert.
Torsten Richter-Zippack- Die Aussichtstürme im Lausitzer Seenland sind größtenteils ganzjährig geöffnet, auch im Winter.
- Der „Rostige Nagel“ bleibt trotz Baustellen jederzeit zugänglich, jedoch mit einem ausgeschilderten Umweg.
- Der schiefe Turm am Senftenberger See bietet im Winter gute Sicht auf die laubfreie Insel.
- Der Hörlitzer Turm ist im Januar geschlossen, ab Februar wieder geöffnet.
- Der Rapunzel-Turm in der Calauer Schweiz ist bis Ende März dienstags bis sonntags geöffnet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Lausitzer Seenland gilt als klassische Reisegegend für den Sommer. Dann ist alles problemlos möglich: Baden, Bootfahren, Wasserwandern. Dementsprechend voll wird es erfahrungsgemäß an den wichtigsten Attraktionen. Anders dagegen jetzt im Winter. Da haben Besucher die Landschaft im Wandel weitgehend für sich allein. Ins Wasser gehen indes nur die Eisbader, und Bootsverleihe befinden sich in der Winterpause.
Sofern die Wege nicht eisbedeckt sind, ist Radfahren uneingeschränkt möglich. Ein mehrere 100 Kilometer langes Asphaltnetz steht Einheimischen und Gästen zu jeder Jahreszeit zur Verfügung. Großer Beliebtheit erfreuen sich darüber hinaus die Aussichtstürme. Doch mancher ist unsicher, ob die Landmarken auch im eisigen Januar geöffnet sind, und verschiebt den Aufstieg sicherheitshalber ins Frühjahr.
Doch dazu besteht kaum ein Anlass. Denn auch im Winter können die meisten Türme in der Region erklommen werden. Unter anderem der Rostige Nagel an Sornoer Kanal und Sedlitzer See. Aktuell befindet sich die rund 30 Meter hohe Landmarke aus Cortenstahl inmitten größerer Baustellen.
Rostiger Nagel steht trotz Großbaustelle offen
Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) lässt das Umfeld um den Turm aufwerten. Es entstehen beispielsweise eine Treppe zum Sedlitzer See, ein neuer Parkplatz und eine Buswendeschleife. Bergbausanierer LMBV lässt den Sornoer Kanal schifffahrtstechnisch ertüchtigen und einen Anleger an der Kanaleinfahrt im Sedlitzer See errichten. Schließlich soll diese Wasserstraße neben zwei weiteren am 29. Juni der Öffentlichkeit übergeben werden.
Der Rostige Nagel selbst bleibt von den Bauarbeiten unberührt. Wer ihn besteigen will, muss zwar einen kleinen, aber ausgeschilderten Umweg in Kauf nehmen. Doch der Turm steht jederzeit, Tag und Nacht, offen. Eigenen Recherchen zufolge sollten sich Besucher aber bei Nässe vorsehen. Dann kann es durchaus schnell glatt werden.
Turmjubiläum am Senftenberger See naht
Ebenfalls ganzjährig bestiegen werden kann der um zehn Grad geneigte schiefe Turm am Senftenberger See. Dieser befindet sich am Rundradweg um die Badewanne der Senftenberger. Jetzt im Winter lassen sich von der Plattform vor allem die Strukturen der laubfreien Insel im Senftenberger See gut beobachten. Das Eiland selbst ist geotechnisch bislang nicht gesichert und darf nicht betreten werden. Problematisch kann bei Schnee und Eis aber die Anreise werden. Denn die Wege zum Turm werden nicht wirklich beräumt. Zudem kann er nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, nicht aber motorisiert, direkt erreicht werden.
Übrigens werden im August 2026 bereits 25 Jahre vergangen sein, als der schiefe Aussichtsturm mit einer Höhe von 31,5 Metern eingeweiht worden war. Eine gewisse Bekanntheit erlangte die Konstruktion mit den jährlich einmal stattfindenden Turmläufen. Dabei ging es um die schnellste Zeit, um zur Aussichtsplattform zu gelangen.
Blick in den aktiven Glassand-Tagebau
Nicht weit vom Senftenberger See entfernt ist auch der Aussichtsturm auf dem Prossenberg westlich von Hohenbocka. Auch diese Stahlkonstruktion kann jederzeit bestiegen werden. Beeindruckend von deren Plattform ist der Blick in den aktiven Glassand-Tagebau der Quarzwerke GmbH. Zudem wird Besuchern bewusst, welch riesige Waldgebiete die Region zu bieten hat. Direkt zu Füßen liegt der östliche Teil der Ruhlander Heide, östlich grenzen die Hoyerswerdaer Forsten an, südlich die Königsbrücker Heide.
Der Aussichtsturm auf dem Prossenberg ist von Hohenbocka ausgeschildert. Auch diese Attraktion kann nicht direkt mit dem Auto oder Motorrad erreicht werden. Im Ort stehen Parkplätze zur Verfügung. Von denen schließt sich ein 15- bis 20-minütiger Spaziergang zum Turm an.
Dieser Turm bleibt im Januar geschlossen
Wer sich allerdings den Hörlitzer Turm als Ziel auserkoren hat, wird bereits an dessen Parkplatz enttäuscht. Denn das Bauwerk ist im Januar geschlossen, heißt es im Schaukasten. Die Gemeinde Schipkau als Eigentümerin begründet diesen Schritt mit der Gefahr durch Glätte und Vereisungen. Die Sicherheit der Besucher besitze oberste Priorität.

Ein Aufstieg auf den Hörlitzer Aussichtsturm am Lausitzring ist bis Ende Januar nicht möglich. Zuständig zeichnet sich die Gemeinde Schipkau.
Torsten RIchter-ZippackAb Februar stehe die Turmtür wieder offen. Die 27 Meter hohe Konstruktion aus dem Jahr 2004 erfreut sich eigenen Recherchen großer Beliebtheit, weil sie nicht nur einen Panoramablick über Hörlitz ermöglicht, sondern auch über den Lausitzring und auf das Blaue Wunder, eine schrottreife Bagger-Landmarke auf der nahen Kippe des Tagebaus Meuro.
Rapunzels Turm in der Calauer Schweiz
Ein Geheimtipp ist indes der Luckaitztaler Ziegelturm in der Calauer Schweiz. Dieses an das Märchen von Rapunzel erinnernde Bauwerk ist bis Ende März dienstags bis sonntags, jeweils von 9 bis 16 Uhr, geöffnet, teilt das Amt Altdöbern mit. Bei ungünstigen Wetterverhältnissen bleibe der Turm aber geschlossen. Die Attraktion ist am besten vom Wanderparkplatz bei Weißag über den ausgeschilderten, abwechslungsreichen und mitunter steilen Weg erreichbar.
Wer die Aussichtsplattform in 38 Metern erreichen will, muss zuvor 212 Stufen bewältigen. Der Lohn ist eine großartige 360-Grad-Sicht über die halbe Niederlausitz. Der Blick reicht von der Tropical-Eilands-Halle im Norden zu den drei Lausitzer Kraftwerken im Osten und Südosten bis zum Besucherbergwerk F60 am Bergheider See. Eintritt wird, ebenso bei allen anderen hier vorgestellten Türmen, indes nicht erhoben.
Weitere Aussichtstürme in der Umgebung
In der Region gibt es eine ganze Anzahl weiterer Aussichtstürme, die auch während der kalten Jahreszeit zu Besuchen einladen. Dazu gehören unter anderem die Steinitzer Treppe bei Drebkau, der hölzerne Aussichtsturm am Felixsee bei Bohsdorf, der Aussichtsturm Neu-Haidemühl nahe Spremberg sowie der Haselbergturm im Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide.



