Am 18. März 1905 erschütterte ein schweres Verbrechen das Elsterstädtchen Ruhland: Der 15-jährige Paul Scadock war auf dem Heimweg von seiner Arbeit in einer der Brikettfabriken von Lauchhammer erstochen worden. Der oder die Täter hatten es auf seinen Arbeitslohn abgesehen. Später wurde an dieser Stelle ein Gedenkstein aufgestellt.
Diesen gibt es bis heute. Er befindet sich direkt an der Straße von Ruhland nach Arnsdorf auf der Westseite. Seit kurzem hat der Stein eine neue Gedenktafel, die das Ruhlander Parkaktiv unter Leitung von Wilhelm Zimmerling initiierte. Mithilfe mehrerer Protagonisten, darunter die Firma Steinmetz Stoyan, wurde das Denkmal wieder vervollständigt. Die alte Tafel war bereits vor knapp 20 Jahren vom Stein abgerissen worden. „Über ihren Verbleib wissen wir nichts“, sagt Zimmerling. Auf eine Strafanzeige bei der Polizei sei verzichtet worden, da es keinen konkreten Verdacht gegeben habe.

Diesmal Kleber statt Schrauben verwendet

Die neue Tafel, ebenso wie die alte aus Plastik, wurde nun auf den Stein aufgeklebt. „Wir hoffen doch sehr, dass sie diesmal lange Zeit unversehrt bleibt“, sagt Wilhelm Zimmerling. Und weiter: „Hände weg von der Tafel!“. Ihre Vorgängerin war mit dem Stein verschraubt, wurde allerdings mit brachialer Gewalt aus diesem herausgebrochen.
Darüber hinaus hat das Ruhlander Parkaktiv den Eingangsbereich zum Gedenkstein beräumt und gepflegt. Dieser drohte zuzuwachsen. Nicht zuletzt nahmen sich die Protagonisten auch des reichlich an der Straße gefundenen Mülls an und entsorgten diesen fachgerecht.