Extreme Hitze in der Lausitz: Krankenhäuser bereiten sich auf Ausnahmezustand vor

Die Sana Kliniken Niederlausitz betreiben die Krankenhäuser in Senftenberg (Bild) und Lauchhammer. Wegen der extremen Hitze hat das Unternehmen seine Notfallpläne aktiviert.
Jan Augustin- Kliniken in Senftenberg und Lauchhammer aktivieren Hitzeschutzpläne – Extremwochenende erwartet.
- Meteorologen sagen für das Wochenende Temperaturen von über 40 Grad in der Lausitz voraus.
- Ärzte warnen: Dehydrierung, Kreislaufprobleme und Verwirrtheit drohen, besonders bei Älteren und Kindern.
- Notaufnahmen verstärken Personal, überwachen stationär die Flüssigkeitsbilanz und passen Ernährung an.
- Bei lebensbedrohlichen Beschwerden gilt 112: Die 116 117 ist für akute, nicht lebensbedrohliche Fälle.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Lausitz ächzt unter der aktuellen Hitzewelle. Für das Wochenende (28. und 29. Juni 2026) prognostizieren Meteorologen Temperaturen in der Lausitz, die bei über 40 Grad liegen. Die Sana Kliniken Niederlausitz mit Krankenhäusern in Senftenberg und Lauchhammer erwarten ein Extremwochenende.
„Hitze ist kein schönes Badewetter mit ein bisschen mehr Temperatur. Bei 38 oder 40 Grad arbeitet der menschliche Körper im Ausnahmezustand“, warnt Dr. Volkmar Hanisch, Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz. Als Notarzt, erfahrener Internist und Intensivmediziner kennt er die unmittelbaren Folgen aus der Notaufnahme, dem Rettungsdienst und von der Intensivstation: „Wir sehen dann Menschen mit Schwindel, Übelkeit, Kreislaufproblemen, Dehydrierung, Verwirrtheit oder schweren Erschöpfungszuständen. Für ältere Menschen, chronisch Kranke und kleine Kinder kann Hitze sehr schnell gefährlich werden.“
Besonders auf den Gewässern der Region werde die Situation häufig unterschätzt. „Der Wind vermittelt das Gefühl von Abkühlung. Tatsächlich ist man auf dem Boot, auf dem SUP oder auf der Luftmatratze oft über längere Zeit direkter Sonne ausgesetzt. Dazu kommt die Reflexion auf der Wasseroberfläche. Der Körper verliert Flüssigkeit, ohne dass man es sofort merkt“, erklärt Dr. Hanisch.
Schutzpläne gegen Hitze in den Sana Kliniken Niederlausitz aktiv
Als hochgradig riskant gilt demnach der plötzliche Sprung ins kalte Wasser nach längerer Sonnenexposition. Ist der Körper aufgeheizt und sind die Blutgefäße weitgestellt, läuft der Kreislauf auf Hochtouren. Kommt schlagartig kaltes Wasser hinzu, kann das System überfordert sein. „Wer stark erhitzt ist, sollte nicht einfach ins kalte Wasser springen“, warnt der Ärztliche Direktor. „Besser ist es, langsam ins Wasser zu gehen, zunächst Arme, Beine, Nacken und Oberkörper zu befeuchten und dem Körper Zeit zu geben. Abkühlung ist sinnvoll. Aber sie sollte schrittweise passieren.“
Um die eigene Kerntemperatur stabil zu halten, erweitert der Organismus die Blutgefäße, transportiert mehr Blut in die Haut und beginnt zu schwitzen. Dadurch verliert der Körper jedoch große Mengen an Flüssigkeit und Salzen. Unterbleibt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder kommt körperliche Anstrengung hinzu, droht der Kreislauf zu kippen.

Marc Bernstädt (r.), Geschäftsführer der Sana Kliniken Niederlausitz, und der Ärztliche Direktor Dr. Volkmar Hanisch bereiten ihre Krankenhäuser auf ein Extremwochenende vor.
SKN / Steffen RascheTypische Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche, Muskelkrämpfe, Herzrasen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Benommenheit. Gefährlich wird es laut der Klinikleitung, wenn Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, sehr heiße Haut, Erbrechen, Atemnot, Brustschmerzen, Krampfanfälle oder ein Kollaps dazukommen. „Viele hitzebedingte Notfälle entstehen nicht plötzlich aus dem Nichts“, betont Dr. Hanisch. „Sie kündigen sich an. Das Problem ist: Die Warnzeichen werden häufig weg erklärt. Man denkt, man sei nur müde. Man wartet ab. Man trinkt noch einen Kaffee oder ein Bier. Und irgendwann reicht die Reserve des Körpers nicht mehr.“
Lausitzer Kliniken bereiten sich auf Extremwochenende vor
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, bei denen unter anderem das Durstgefühl nachlässt oder die Medikamente einnehmen, welche den Flüssigkeitshaushalt oder den Blutdruck beeinflussen. Hierzu zählen entwässernde Medikamente, Blutdrucksenker oder einzelne Antidepressiva.
Auch Menschen mit Diabetes müssen besonders aufmerksam sein, da das Risiko für Unterzuckerungen steigen kann. Die Klinik warnt jedoch vor unüberlegten Schritten: „Wichtig ist aber: Medikamente nicht eigenmächtig absetzen. Trinkmengen nicht ohne ärztlichen Rat drastisch verändern. Gerade Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen dürfen häufig nicht plötzlich zwei oder drei Liter am Tag trinken. Für sie gilt: Die ärztlich empfohlene Trinkmenge bleibt maßgeblich.“
Die Kliniken in der Region bereiten sich auf das Extremwochenende vor. Grundlage ist ein hausinterner Hitzeschutzplan, der Prävention, Patientensicherheit, Notfallversorgung und Mitarbeiterschutz verbindet.
In den Notaufnahmen wird für das Wochenende eine zusätzliche Dienstsäule vorbereitet und in Bereitschaft versetzt, um flexibel zusätzliches Personal aktivieren zu können. Es wird mit einem erhöhten Aufkommen an Patienten gerechnet, die mit Dehydrierung, Schwindel, Kreislaufproblemen, Stürzen oder Freizeit- und Badeunfällen eingeliefert werden. Zudem wird bei den stationären Patienten die Flüssigkeitsbilanz eng überwacht und die Ernährung angepasst.
„Ein Krankenhaus muss bei Hitze zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen“, so Dr. Hanisch. „Wir müssen zusätzliche Notfälle sicher versorgen können. Und wir müssen die Menschen schützen, die bereits bei uns im Krankenhaus liegen. Genau dafür gibt es Hitzeschutzpläne: Damit Vorbereitung vor Überforderung schützt.“
Wann gilt die 112 und wann die 116 117?
Bei lebensbedrohlichen Beschwerden wie Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, Brustschmerzen, Schlaganfallzeichen, Krampfanfällen, schwerer Verwirrtheit, einem Kollaps oder Badeunfällen muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Die Rufnummer 116 117 ist dagegen richtig, wenn die Beschwerden zwar akut, aber nicht lebensbedrohlich wirken und nicht bis zur nächsten regulären Sprechzeit warten können. Zudem ist am Wochenende die ärztliche Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg im Krankenhaus Senftenberg (Krankenhausstraße 10) jeweils von 9 bis 15 Uhr geöffnet.
„Wir appellieren an die Menschen mit akuten Beschwerden, vom mildesten zum stärksten Mittel zu denken. Die Notaufnahme muss sich an diesem Wochenende für lebensbedrohliche Notfälle bereithalten. Deshalb müssen sich Patienten im Ernstfall auch auf lange Wartezeiten einstellen“, erklärt Dr. Volkmar Hanisch.


