Der Pandemiebereich im Klinikum Niederlausitz stößt angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen immer mehr an seine Grenzen. Das bestätigen Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) und Klinikum-Geschäftsführer Tobias Vaasen. Aktuell – das ist der Stand von Mittwoch, 2. Dezember – werden im Senftenberger Krankenhaus 45 Covid-Patienten behandelt. Nach den Daten des deutschen Intensivregister Divi werden fünf Patienten intensivmedizinisch betreut, zwei Menschen müssen beatmet werden.
Steigen die Zahlen weiter so stark an wie derzeit, gerate die medizinische Versorgung in den Pandemiebereichen perspektivisch in Gefahr, sagen Heinze und Vaasen in einer gemeinsamen Presse-Erklärung. Allein im Oktober und November seien rund 100 mit Corona infizierte Menschen im Klinikum behandelt worden.

Pfleger und Ärzte im Klinikum Niederlausitz arbeiten am Limit

Um die Pandemiebereiche und Notaufnahme in Senftenberg 24 Stunden zu besetzen, werden rund 80 Mitarbeiter benötigt. Das Personal arbeite an der Grenze der Belastbarkeit, um die Menschen in OSL weiter versorgen zu können. „Wir erleben derzeit eine so noch nie dagewesene Prüfung für unser Gesundheits- und Pflegesystem“, sagen Heinze und Vaasen.
Die Situation sei sowohl für das Fachpersonal als auch viele Patienten ernst. „Nur wenn es gelingt, durch gegenseitige Rücksichtnahme und die weitere Einhaltung der fordernden, aber notwendigen Einschränkungen für uns alle, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu reduzieren, dann werden wir Entspannung erfahren.“

Oberspreewald-Lausitz hat höchste Inzidenz in Brandenburg

Am Mittwoch sind kreisweit 34 neue Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag hinzugekommen. Die Gesamtzahl der laborstatistisch erfassten Corona-Fälle seit März beläuft sich nun auf 1330. Aktuell sind 633 Personen – ein neuer Höchstwert – infiziert. Das Gesundheitsministerium hat zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr sind nunmehr 24 Menschen aus Oberspreewald-Lausitz an oder mit Corona verstorben. In häuslicher Quarantäne befinden sich nach Kreisangaben 1227 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Fälle binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner – liegt derzeit bei 317. Brandenburgweit ist das der höchste Wert. Übertroffen werden die Zahlen in der Lausitz von den beiden sächsischen Landkreisen Bautzen (441) und Görlitz (444).

Oberspreewald-Lausitz ist seit 22. Oktober Corona-Risikogebiet

Als Corona-Risikogebiet zählt Oberspreewald-Lausitz seit Donnerstag, 22. Oktober. An dem Tag ist der kritische Inzidenz-Wert von 50 erstmals überschritten worden. Seitdem steigen die Zahlen.
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