Berg bei Senftenberg: Unbekannte Olgahöhe – was das Geheimnis der uralten Säule ist

Der Weg zum Berg bei Senftenberg: Etwa auf dem höchsten Punkt der Straße von Grüngräbchen nach Sella werden die Landesgrenze Sachsen/Brandenburg sowie die Kreisgrenze Bautzen/OSL erreicht. Letztere ist beiderseits gut ausgeschildert.
Torsten Richter-Zippack- Olgahöhe bei Senftenberg ist eine weniger bekannte Erhebung mit einer 160 Jahre alten Granitsäule.
- Die Säule stammt aus der Königlich-Sächsischen Triangulation von 1862-1890, Nummer 67.
- Die Anhöhe ist stark bewaldet und bietet keine Aussicht, der trigonometrische Punkt zieht aber viele Besucher an.
- Der Name Olgahöhe leitet sich vom Vornamen der Frau des ehemaligen Rittergutsbesitzers Oskar Platz ab.
- Nahegelegene Sehenswürdigkeiten sind die Rhododendron-Gärtnerei Seidel und die Dorfteiche in Grüngräbchen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer vom schiefen Aussichtsturm am Senftenberger See den Blick gen Süden schweifen lässt, blickt nicht nur über das schier endlose Waldmeer der Ruhland-Königsbrücker Heiden. Sondern sieht eine ganze Anzahl von Hügeln, in der weiteren Ferne auch Berge.
Diese gehören zum Nordwestlausitzer Bergland, das sich bis auf den knapp 450 Meter hohen Hochstein südlich von Kamenz aufschwingt. Dort entspringt die Schwarze Elster.
Manche Erhebungen befinden sich wesentlich näher. Ganz markant ist freilich der Koschenberg. Beziehungsweise das, was von ihm übriggeblieben ist. Der einst 176 Meter über dem Meer messende Gipfel existiert längst nicht mehr. Er wurde durch den Steinbruch abgebaut.
Extrem harte Grauwacke, bestens geeignet für Straßen- und Bahntrassen, wird dort gewonnen. Weiter westlich erscheinen weitere Hügel, etwa der Prossenberg bei Hohenbocka mit seinem im Mai 2023 wiedereröffneten Aussichtsturm oberhalb der Buckschen Schweiz.
Warum Neugierige unbedingt in den Wald bei Sella sollten
Eine weitere Anhöhe erkennt man nur mit genauem Hinsehen. Diese befindet sich unweit der Dörfer Grünewald und Sella. Auf den ersten Blick erscheint der Hügel unspektakulär. Denn er ist durchweg mit typischer Lausitzer Kiefernheide bewachsen. Um seine Geheimnisse zu ergründen, müssen Neugierige schon direkt hinfahren. Und das ist auch gar nicht schwer.

Die fast 160 Jahre alte Granitsäule der sächsischen Landvermessung steht auf der Olgahöhe. Der Weg dorthin ist nicht ausgeschildert.
Torsten Richter-ZippackVon Senftenberg geht die Tour über Hosena, Hohenbocka und Grünewald nach Sella. Dieses Dorf ist bekannt für seinen einzeln stehenden Glockenturm in der Ortsmitte. Wer den Ort gen Süden verlässt, bewegt sich auf der Asphaltstraße in Richtung Grüngräbchen/Schwepnitz bald bergan. Besonders Fahrradfahrer werden den Anstieg bald in den Beinen merken.
Am Scheitelpunkt angekommen, lohnt der erste kurze Stopp. Denn etwa auf der höchsten Stelle verläuft die Landesgrenze Brandenburg/Sachsen, ebenso die Kreisgrenze Oberspreewald-Lausitz/Bautzen. Diese wird durch entsprechende Tafeln markiert. Rechterhand steht ein in grün-weiß gehaltener Stein, also in den sächsischen Farben. Würde man in den dort nach rechts abzweigenden Weg einbiegen, käme man im Heidedörfchen Cosel, einem Ortsteil von Schwepnitz, heraus.
Berg bei Senftenberg: Der Funkmast zeigt den Gipfel an
Doch es soll noch ein Stück auf der Asphaltstraße südwärts gehen. Sehr bald zweigt eine Betonstraße wiederum nach rechts ab. Nach kurzer Fahrt ist deren Ziel erreicht, und zwar ein weithin sichtbarer Funkmast. Doch dieser ist noch immer nicht das eigentliche Ziel.
Dieses befindet sich einen Steinwurf in südwestlicher Richtung entfernt. Es handelt sich nämlich um das Gipfelplateau des Fuchsberges, der auch als Olgahöhe bezeichnet wird. Wer dort oben steht, befindet sich 137 Meter über Normalnull. Und immerhin rund 40 Meter über dem Höhenniveau der Schwarzen Elster bei Schwarzheide und Ruhland.

Der alte Grenzstein markiert die einstige Trennlinie zwischen der sächsischen und der preußischen Oberlausitz. Dieses Exemplar befindet sich ganz in der Nähe der Olgahöhe.
Torsten Richter-ZippackDie Olgahöhe bietet aufgrund ihrer starken Bewaldung keinerlei Aussicht ins Oberlausitzer Land. Stattdessen zieht eine andere Attraktion die Blicke auf sich. Es handelt sich um einen sogenannten trigonometrischen Punkt. Dessen Markierung jährt sich im kommenden Jahr bereits zum 160. Mal. Auf dem imposanten Steinsockel thront eine nicht minder faszinierende granitene Säule. An dieser ist deutlich die Jahreszahl 1865 zu erkennen.
Warum eine imposante Säule mitten in der Kiefernheide steht
Doch warum wurde diese geheimnisvoll wirkende Säule mitten im Wald in solch einer abgelegenen Gegend aufgestellt? Der Grund ist in der Königlich-Sächsischen Triangulation zu finden, die in den Jahren von 1862 bis 1890 stattgefunden hat, heißt es vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine Landesvermessung mit dem Ziel, möglichst genaue Landkarten zu erstellen.

Ganz in der Nähe der Triangulationssäule steht dieser Funkmast. Er ist aus der Ferne von weither sichtbar.
Torsten Richter-ZippackDie Säule auf der Olgahöhe trägt die Nummer 67. Sie gehört zum engmaschigeren Netz zweiter Ordnung. In der Umgebung gibt es weitere solcher Punkte, beispielsweise auf dem Kamenzer Hutberg (Nummer 66) sowie auf dem gut von der Autobahn 13 sichtbaren Galgenberg bei Schönborn (Nummer 68). Eine Station erster Ordnung befindet sich indes in Oßling. Diese stand ursprünglich auf dem nahen Oßlinger Berg. Allerdings musste der Standort aufgrund des dortigen Steinbruches aufgegeben werden.
Weitere Sehenswürdigkeit bei Grüngräbchen
Wer sich an der Säule auf der Olgahöhe sattgesehen hat, sollte einen Besuch des nicht weit entfernten Dorfes Grüngräbchen nicht versäumen. Dort locken nicht nur idyllisch gelegene Teiche, sondern in erster Linie die Rhododendron-Gärtnerei Seidel unweit der Straße nach Schwepnitz.
Alljährlich im Frühsommer stehen die Sträucher in voller Blüte und verströmen wunderbare Düfte. Wenn der Wind günstig steht, können besonders empfindliche Nasen bereits auf der Olgahöhe eine entsprechende Probe nehmen.
Woher die Olgahöhe ihren Namen hat
Der geografische Name Olgahöhe kommt in der Lausitz nur einmal vor, und zwar für die Erhebung zwischen Sella und Grüngräbchen. Die Bezeichnung, so heißt es in der Grüngräbchener Ortschronik, resultiert aus dem Vornamen der Frau des einstigen örtlichen Rittergutsbesitzers Oskar Platz. Weit bekannter ist indes die Olgahöhe auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg, einem beliebten Freizeit-, Wander- und Aussichtsziel.



