BASF Schwarzheide
: Sunfire baut Testanlage für grünen Wasserstoff im Industriepark

Die Firma Sunfire will im Industriepark Lausitz der BASF eine Testanlage zur Produktion grünen Wasserstoffs bauen. Warum sich das Unternehmen ausgerechnet für Schwarzheide entschieden hat.
Von
Torsten Richter-Zippack
Schwarzheide
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An dieser Stelle im Industriepark Lausitz bei der BASF in Schwarzheide soll eine Testanlage für die Produktion grünen Wasserstoffs entstehen. Bauherr ist die Dresdner Firma Sunfire.

An dieser Stelle im Industriepark Lausitz bei der BASF in Schwarzheide soll eine Testanlage für die Produktion grünen Wasserstoffs entstehen. Bauherr ist die Dresdner Firma Sunfire.

Torsten Richter-Zippack
  • Sunfire baut im BASF-Industriepark Lausitz eine Testanlage für grünen Wasserstoff.
  • Kern ist ein vier Meter hoher Zylinder, der per Hochtemperatur-Elektrolyse H2 erzeugt.
  • Abwärme soll die Effizienz erhöhen – Sunfire nennt Wirkungsgrade bis 89 Prozent.
  • Baubeginn ist voraussichtlich im kommenden Jahr, Investition im siebenstelligen Bereich.
  • Bund sieht hohe Hürden, kündigt aber bessere Förderung an – Kosten müssen sinken.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

„Die Welt von fossilen Brennstoffen zu befreien“: Darunter macht es Sunfire nicht. Zumindest lautet so die Vision des Unternehmens aus Dresden. Die Firma mit ihren rund 700 Mitarbeitern bezeichnet sich selbst als „eines der global führenden Unternehmen im Bereich der Wasserstofftechnologien“. Im laufenden Jahr hat Sunfire eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielt. Der Hauptsitz befindet sich in Dresden, weitere Firmensitze sind in Magdeburg, Solingen und neuerdings auch in Schwarzheide.

Denn im dortigen Industriepark Lausitz der BASF will Sunfire jetzt eine Testanlage für grünen Wasserstoff errichten. Konkret handelt es sich um eine Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie. Damit, so erklärt Sunfire-CEO Nils Aldag, könne die maximale Menge an Wasserstoff erzeugt werden. Darüber hinaus sei es möglich, Kohlendioxid zu Synthesegas zu verarbeiten.

Für die Testanlage wurde im Industriepark Lausitz jetzt der symbolische erste Spatenstich gesetzt. Die Wahl für den Standort bei der BASF in Schwarzheide sei nicht von ungefähr gefallen, betont Nils Aldag. Er bezeichnet den Industriepark als „hervorragenden Partner“ mit den entsprechenden Kompetenzen und großem Interesse an Innovationen. Zudem sei Schwarzheide ein traditioneller Standort der Kohle- und Chemieindustrie. Ursprünglich wollte Sunfire die Testanlage in Norddeutschland errichten.

So stellt sich das Dresdner Unternehmen künftige Produktionsstätten für grünen Wasserstoff vor. In Schwarzheide soll von den hier acht Zylindern zumindest einer gebaut werden.

So stellt sich das Dresdner Unternehmen künftige Produktionsstätten für grünen Wasserstoff vor. In Schwarzheide soll von den hier acht Zylindern zumindest einer gebaut werden.

Torsten Richter-Zippack

Aber was wird in Schwarzheide konkret entstehen? Nach Angaben von Christian von Olshausen, CTO Sunfire, soll als Herzstück ein rund vier Meter hoher Zylinder mit einem Durchmesser von drei Metern gebaut werden. In diesem wird mittels der Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie grüner Wasserstoff erzeugt. Genutzt werde verfügbare Abwärme. Dadurch sei eine höchst effiziente Wasserstoffproduktion möglich. Eigenen Angaben zufolge hat Sunfire die Entwicklung der Technologie maßgeblich geprägt und erreicht Rekordwirkungsgrade von bis zu 89 Prozent. Mit der Ansiedlung der Testanlage stärke das Projekt die Lausitz als Standort für Zukunftstechnologien.

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Vage Angabe zu Investitionskosten in Schwarzheide

Der Bau der Testanlage werde voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen. Eine konkrete Investitionssumme nennt Sunfire indes nicht, lediglich ist von einer siebenstelligen Euro-Zahl die Rede. Mit der Anlage will das Unternehmen forschen und prüfen, wie das Verfahren in der Praxis funktioniert. „Das lässt sich nicht nur theoretisch machen“, stellt Christian von Olshausen klar.

Hanna Schumacher aus dem Bundeswirtschaftsministerium sagt, dass man in den vergangenen ein, zwei Jahren bezüglich der grünen Wasserstoff-Technologie „hart auf dem Boden der Realität“ gelandet sei. Es gebe dabei hohe technische und ökonomische Hürden. „Die Kosten für die Herstellung grünen Wasserstoffs müssen runter“, fordert die Expertin in Schwarzheide. Gleichzeitig kündigt Schumacher an, dass die Wasserstoffproduktion bezüglich der Fördermittel besser gestellt werden solle als bislang.

„Die Kosten für die Herstellung grünen Wasserstoffs müssen runter.“
Hanna Schumacher
Mitarbeiterin im Bundeswirtschaftsministerium

Wasserstoff enthält von Natur aus viel Energie. Ziel ist es laut Sunfire, die Verluste bei der Umwandlung möglichst stark zu reduzieren. So werde der Wirkungsgrad von 64 auf weit über 80 Prozent erhöht. Das Dresdener Unternehmen wolle mithilfe der Schwarzheider Testanlage die letzten Schritte vor der Umsetzung erster kommerzieller Anwendungen abschließen.

Das sagen die Schwarzheider BASF-Chefs zum Sunfire-Projekt

Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Infraservice & Solutions Lausitz GmbH, erklärt, dass mit Sunfire für den Zukunftsmarkt Wasserstoff ein echter Branchenprimus und internationaler Technologieführer für den Industriepark Lausitz gewonnen werden konnte. „Das ist ein starkes Signal für die Attraktivität unseres Standorts“, sagt Fuchs weiter. Innerhalb kürzester Zeit seien die Voraussetzungen für den Netzanschluss der Testanlage geschaffen worden. „Unser Anspruch ist es, Investitionen nicht nur zu ermöglichen, sondern sie schneller Realität werden zu lassen“, fügt Jürgen Fuchs an.

Anne Francken, kaufmännische Geschäftsführerin der BASF Schwarzheide, ergänzt, dass die Grundlage für das jetzige Projekt lange vor dem Spatenstich gelegt worden sei. Und zwar in einer „vertrauensvollen und lösungsorientierten Zusammenarbeit“. Und weiter: „Solche Projekte gelingen nur, wenn alle Beteiligten ihr Know-how einbringen und gemeinsame Lösungen entwickeln.“

Das Unternehmen Sunfire - ein Steckbrief

Sunfire ist ein weltweit führendes Elektrolyse-Unternehmen. Dieses entwickelt und produziert eigenen Angaben zufolge industrielle Elektrolyseure, basierend auf der Druck-Alkali- und Festoxidtechnologie.

Mit seinen Elektrolyse-Lösungen widmet sich Sunfire der zentralen Herausforderung des heutigen Energiesystems: der Bereitstellung von grünem Wasserstoff als Ersatz für fossile Energie. Sunfires Elektrolyse-Technologien ermöglichen die Dekarbonisierung industrieller Sektoren, die heute noch von Öl, Gas oder Kohle abhängig sind.