Asylbewerberheim in Senftenberg
: Anschlag auf Unterkunft in Sedlitz verhindert – Haftbefehl erlassen

UPDATE, 20 Uhr: Auf die Asylbewerberunterkunft im Senftenberger Ortsteil Sedlitz ist ein Bombenanschlag vereitelt worden. Was dazu bisher bekannt ist.
Von
Jan Augustin
Senftenberg
Jetzt in der App anhören
Auf das Asylbewerberheim im Senftenberger Ortsteil Sedlitz soll ein Anschlag geplant gewesen sein.

Auf das Asylbewerberheim im Senftenberger Ortsteil Sedlitz soll ein Anschlag geplant gewesen sein.

Jan Augustin
  • Ein geplanter Bombenanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Sedlitz, Senftenberg, wurde vereitelt.
  • Ein 21-jähriger Verdächtiger aus Meißen wurde festgenommen.
  • Bei Durchsuchungen wurden u.a. Kugelbomben und Waffen gefunden.
  • Ermittlungen ergaben keine Verbindung zum 80. Jahrestag des Bombenangriffs auf Dresden.
  • Der Verdächtige wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ermittler aus Sachsen haben offenbar einen Bombenanschlag auf die Asylbewerberunterkunft im Senftenberger Ortsteil Sedlitz (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) vereitelt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilt, hat das Landeskriminalamt Sachsen einen 21-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Laut Staatsanwaltschaft erhielt die Soko Rex des Landeskriminalamtes Sachsen am Mittwoch (12. Februar 2025) einen konkreten anonymen Hinweis, wonach sich ein 21-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Meißen mit Sprengstoff ausgestattet haben soll. Damit habe er zeitnah einen Anschlag auf das Heim für Asylsuchende in Senftenberg, Brandenburg, begehen wollen. Die Soko Rex ist ein Spezialbereich des polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums des Landeskriminalamts zur Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten.

Nach der umgehenden Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens seien noch am Abend des 12. Februar zwei Objekte im Landkreis Meißen durchsucht worden. Die Soko Rex sei von sächsischen Spezialkräften des Mobilen Einsatzkommandos (MEK), des Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der Gruppe zur Entschärfung/Sicherung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) sowie der Bereitschaftspolizei und der Polizei des Landes Brandenburg unterstützt worden.

Geplanter Anschlag in Senftenberg: Ermittler finden Kugelbomben

Bei den Durchsuchungen wurden zwei industriell hergestellte pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F4, sogenannte Kugelbomben, und Schlagringe, Einhandmesser, Munition, Schreckschuss- und Softairwaffen sowie diverse Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände sichergestellt.

Der 21-jährige Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Ein Richter habe Haftbefehl gegen ihn erlassen, sagte Staatsanwalt Patrick Pintaske. Er stehe in Verdacht ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben. Nach jetzigem Stand sei von einem Einzeltäter auszugehen.

Die Ermittlungen der Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden (ZESA) sollen derzeit keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Tat im Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag des Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 2025 steht.

So reagiert der Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Laut Kreissprecherin Sarah Werner liegen dem bei Asylthemen zuständigen Landkreis Oberspreewald-Lausitz zum Sachverhalt derzeit keine näheren Informationen vor. „Wir nehmen den Vorfall ernst und sind sensibilisiert. Wir stehen mit der Einrichtungsleitung in Kontakt und werden uns zum Stand der Ermittlungen der zuständigen Behörden in Sachsen weiter informieren“, teilt der Beigeordnete Alexander Erbert (CDU) mit.

Die Einrichtung selbst habe am Donnerstagvormittag erstmals Kenntnis davon erhalten, dass es in Sachsen zu entsprechenden Einsätzen gekommen sein soll. Neben dem Asylbewerberheim in Sedlitz gibt es im Landkreis noch ein Heim in Lauchhammer.

Sachsens Justizministerin: Großen Schaden verhindert

„Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, den Verfolgungsdruck auf die rechtsextreme Szene weiter hoch zu halten“, konstatierte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). Er sprach den beteiligten Spezialkräften aus Sachsen und Brandenburg seine Anerkennung aus.

Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) sprach von einem großen Erfolg der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Rechtsextremismus. Damit habe großer Schaden verhindert werden können. „Dieser Ermittlungserfolg verdeutlicht, dass unser Rechtsstaat effektiv und zuverlässig unsere freiheitliche Gesellschaft vor Bedrohungen schützt.“