Teichfahren in Bischdorf: Irres Spektakel bei Lübbenau – das erwartet Besucher

Maximilian Blasseck zählt zu den neuen Zugpferden im Bischdorfer Jugendclub Teichfahren. Nach dem Generationswechsel hat der Calauer die Funktion des Kassenprüfers übernommen. Er scheut sich auch nicht, selbst aufs Rad zu steigen, wie hier beim Bischdorfer Teichfahren 2023.
Leon KopschNach dem Start hinter der Festbühne strampeln entschlossene junge Männer die Dorfstraße entlang. Einige Hundert Meter später biegen sie dann in eine tosende Arena ein, die aus Wasser ist. Die Rede ist vom traditionellen Bischdorfer Teichfahren, das am Sonntag, dem 4. August 2024, bereits zum 71. Mal im Lübbenauer Ortsteil stattfinden wird.
Zum elften Mal trägt das Teichfahren den Status einer Weltmeisterschaft, bei dem sich der Sieger nach dem Wettbewerb auch World Champion nennen darf.
Laut Bischdorfer Jugendclub, der das Teichfahren veranstaltet, haben sich bisher rund 30 Fahrer in die Starterliste eingetragen. Diesen wird, um sich für das Finale zu qualifizieren, so einiges abverlangt.
Brettersteg mit Schikanen fordert Teilnehmer heraus
Auf klassischen 26-Zoll-Damenfahrrädern – in der Regel aus DDR-Produktion – muss der dünne Brettersteg über den Dorfteich überwunden werden. „In den ersten Durchgängen sind drei Runden zu absolvieren, in den Halbfinals jeweils vier und im Finale fünf Runden“, erklärt Maximilian Blasseck aus dem Organisationsteam.
„Im Idealfall ohne dabei ins Wasser zu fallen, was bei dem ausgetüftelten Parcours mit den eingebauten Schikanen schwer genug ist“, so Blasseck weiter. Bisher hatte der Calauer an drei Wettbewerben teilgenommen, es dabei aber noch nicht ins Finale geschafft.

Michael Jurtz ist Mehrfachsieger des Bischdorfer Teichfahrens und aktueller Titelverteidiger. Der beschlagene Radler kommt auf dem mit Schikanen versehenen Steg über dem Dorfteich oftmals am besten zurecht.
Uwe HegewaldDamen treten im Badewannenrennen an
Aber nicht nur zum Fahrrad-Spektakel wird der Dorfteich zur Bühne erhoben – auch die Frauen peilen Erfolg und Anerkennung an. Es geht um die Krone der besten Kapitänin in einer Badewanne. In einer altehrwürdigen Zinkbadewanne gilt es einen Parcours zu absolvieren, der in eine Hatz über den Brettersteg mündet.
Titelverteidigerin ist Josi Sonntag. „Sechs bis acht couragierte Mädels finden sich immer“, sagt sie. Für Kurzentschlossene besteht sogar noch die Möglichkeit, sich kurzfristig für den Wettbewerb anzumelden.
Wie der Jugendclub informiert, endet der Anmeldeschluss für die Teilnahme am Freitag, dem 2. August 2024, im Rahmen des freien Trainings ab 18.30 Uhr.
Rahmenprogramm mit Musik und Speisenangebot
Am Samstag vor dem WM-Lauf wird zur bewährten Mugge mit mehreren DJs eingeladen. Wer dort ab 20 Uhr bei Biergartenflair auflegt und welche Musik von den zwei Bühnen ins Publikum schallt, kann der Facebook-Seite des Jugendclubs Teichfahren oder den ausgehängten Plakaten entnommen werden.

Die Badewannenrennen couragierter junger Damen tragen seit vielen Jahren zur Aufwertung des Bischdorfer Teichfahrens bei.
Uwe HegewaldAm Sonntag wird die WM-Arena um elf Uhr geöffnet. Ein reichhaltiges Speisenangebot trägt dazu bei, dass der heimische Herd kalt bleiben kann. Gegen 13 Uhr greift dann Schlagersänger Andreas Schenker zum Mikrofon, um die Massen für die um 14 Uhr beginnenden Rennen aufzuheizen.
Generationswechsel im Veranstalter-Team
Während sich am Format der Veranstaltung nichts Wesentliches geändert hat, hat sich im Hintergrund ein Generationswechsel vollzogen. Nach Neuwahlen im Jahr 2022 des veranstaltenden Jugendclubs Bischdorf haben nun jüngere Leute im Verein das Zepter übernommen.
Fritz Heinze ist zum neuen Vorsitzenden gewählt worden, der bei seiner Vorstandsarbeit von Florian Zerpka (Stellvertreter), Jonas Furchtbar (Schriftführer) und Florian Abt (Schatzmeister) unterstützt wird. Die Funktion des Kassenprüfers hat Maximilian Blasseck übernommen.
Blasseck lässt darum auch offen, ob er in diesem Jahr wieder am Bischdorfer Teichfahren teilnehmen wird. „Es gilt viele organisatorische Dinge zu erledigen, die wir als Veranstalter auch am Renntag zu erledigen haben“, sagt der 21-Jährige.

