Störche bei Vetschau: Spaziergängerin rettet Storch in Suschow – so verlief die Rettung

Der Storch und seine Retterin Kristin Swat auf einem Spargelfeld Suschow, einem Ortsteil von Vetschau.
Bernd Elsner- Spaziergängerin Kristin Swat rettete einen Storch in Suschow.
- Der Vogel war in den Trageschlaufen einer Einkaufstüte verfangen.
- Bernd Elsner vom Nabu half bei der Rettung, die zwei Anläufe benötigte.
- Plastikmüll kann für Wildtiere gefährlich werden, wie die Aktion zeigt.
- Der Storch erholte sich auf einem Foliendach und flog später fort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kristin Swat aus dem Vetschauer Ortsteil Suschow (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) bot sich am Dienstag (25. März) beim Spaziergang mit ihren Hunden ein ungewöhnliches Bild. Auf einem Spargelfeld versuchte ein Storch vergeblich wegzufliegen. An einem Bein des Storchs baumelte eine große, schwere Einkaufstüte. Immer wieder musste der Vogel seine Flugversuche nach wenigen Metern abbrechen.
Die Spaziergängerin band ihre Hunde fest und näherte sich dem Storch vorsichtig an. Doch das Tier blieb auf Abstand. Kristin Swat hatte ihr Smartphone dabei, fragte in ihrer WhatsApp-Gruppe nach, wen sie jetzt anrufen könnte. Wenig später war Bernd Elsner vom Nabu-Regionalverband Calau bei ihr auf dem Spargelfeld und Förster Gernot Heindl. Doch auch mit fachlicher Unterstützung war kein Herankommen an den Storch. Die Tierfreunde konnten erstmal nichts weiter tun.
Tierfreunde brauchten für Storchen-Rettung zwei Anläufe
Am Mittwoch (26. März), wieder gegen 10 Uhr, schaute Kristin Swat beim Spaziergang voller Sorge erneut nach dem Storch. Seine Lage war dramatisch schlimmer geworden, erzählt sie. „Er wirkte auf mich jetzt sehr geschwächt und erschöpft.“ Kristin Swat kam nun näher an den Storch heran. Dabei musste sie feststellen, dass sich die Trageschlaufen der Penny-Tüte um seinen Hals gewickelt hatten.

Beim Aufpicken von Brotstücken in einer Einkaufstüte verhedderte sich der Storch in den Trageschlaufen.
Bernd ElsnerZum Glück hatte Bernd Elsner der Frau seine Telefonnummer dagelassen. Er wohnt nicht weit entfernt, in Kittlitz bei Lübbenau. Ein Anruf – und kurz darauf war der Mann vom Nabu wieder auf dem Spargelfeld. Elsner gelang es diesmal, eine Decke über den Storch zu werfen und ihn so zu fassen zu bekommen. Doch jetzt musste Kristin Swat – unter Anleitung – mit anpacken.
Die Suschowerin hielt den großen Vogel an den Flügeln fest, während ihn Bernd Elsner von der Einkaufstüte befreite. Messer oder Schere waren nicht nötig. Die Trageschlaufen ließen sich vom Hals einfach wieder abwickeln. Sicherheitshalber setzte sich Kristin Swat bei der Befreiungsaktion eine Brille auf. Als Schutz vor möglichen Schnabelhieben.
Nach der Rettung fliegt der Storch nicht gleich weg
Der befreite Storch flog nicht gleich wieder weg. Vielmehr stellte er sich auf eins der Foliendächer für den Spargel, berichtet Kristin Swat. Vielleicht habe er sich erstmal ausruhen müssen, vermutet sie. In der Tüte fanden sich noch einige Brotstücke. Der Storch hatte sich offenbar erst mit einem Bein, später mit dem Hals in den Schlaufen verfangen, als er versuchte, die Nahrung aufzupicken.
Die Brottüte muss nicht auf dem Spargelfeld herumgelegen haben, vielleicht irgendwo in der Nähe, sagt die Suschowerin. Störche sind im Spreewald weit verbreitet und aus ihren Winterquartieren mittlerweile wieder eingeflogen. Es gibt in Suschow ein Storchennest, das aber noch nicht belegt ist, so Kristin Swat. Im Nachbardorf Müschen sei im Horst schon ein Storch gesichtet worden.
Müll kann für Tiere sehr gefährlich werden
Für Bernd Elsner vom Nabu zeigt die Rettungsaktion einmal mehr: Achtlos weggeworfener Plastikmüll kann für Wildtiere sehr gefährlich werden. Meist ist kein tierfreundlicher Mensch in der Nähe, der hilft. Der Storch in Suschow hatte Glück.
