Spreewelten Lübbenau
: 25 Jahre Erlebnisbad – was ist das Geheimnis des Erfolgs?

Seit 25 Jahren gibt es in Lübbenau ein Spaßbad. Bei einer Jubiläumsfeier wurden beeindruckende Zahlen genannt, unter anderem zum Investitionsbedarf.
Von
Daniel Preikschat
Lübbenau
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Humboldtpinguine sind die Hauptattraktion bei den Spreewelten.

Humboldtpinguine sind die Hauptattraktion bei den Spreewelten in Lübbenau.

Daniel Preikschat

Auf eine launige Art und aus gebührendem Anlass bekamen rund 80 geladene Festgäste diese Woche im Innenhof des Spreewelten Hotels die Geschichte des gleichnamigen Erlebnisbads erzählt.

Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs und Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos), beide im dunkelblauen Anzug und mit Sonnenbrille, hatten sichtlich ihre Freude daran, sich mit ihren Redebeiträgen dabei abzuwechseln. Denn aus ihrer beider Sicht, und wohl auch bei objektiver Betrachtung Außenstehender, darf diese Geschichte wohl als Erfolgsgeschichte betrachtet werden.

Der Anfang in Lübbenau war nicht so erfreulich

Dabei waren die ersten Kapitel der nun 25 Jahre alten Spaßbadgeschichte von Lübbenau gar nicht so erfreulich, wie Wenzel erinnerte. Nach der feierlichen Eröffnung eines Spaßbads in der Lübbenauer Neustadt mit dem damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD) wollte ein Investor seine ambitionierten Pläne realisieren. Das Bad sollte renoviert, außerdem in der Alten Huttung eine Sportanlage mit Tennisplätzen, Hotel und Wohngebäude erbaut werden. Tatsächlich errichtet wurden jedoch nur zwei Wohngebäude. Dann ging es nicht weiter.

Bürgermeister Helmut Wenzel (li.) und Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs erzählten den Festgästen die Erfolgsgeschichte des Erlebnisbads

Bürgermeister Helmut Wenzel (li.) und Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs erzählten den Festgästen die Erfolgsgeschichte des Erlebnisbads

Daniel Preikschat

Die Stadt Lübbenau sah sich gezwungen, so Wenzel, die ganze Immobilie zu erwerben und zu erschließen. Betrieben wurde das Bad fortan von der Kristallbäder AG in Stein bei Nürnberg. Was zunächst auch leidlich funktionierte. Jedoch kam es bald zu Differenzen um die Pacht und das auf 15 Jahre angelegte Vertragsverhältnis wurde bereits nach der Hälfte der Laufzeit gekündigt.

2007 – Spreewelten werden Betreiber vom Spaßbad

Das nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte durfte Michael Jakobs den Festgästen erzählen. 2007 wurden die Spreewelten, damals noch die Top of Spreewald GmbH, neuer Betreiber des Bads der Stadt Lübbenau. Eine gewisse Skepsis angesichts dieser neuen großen Herausforderung sei damals durchaus begründet gewesen, sagte Jakobs. Schließlich sei man in der Bäderbranche ein Quereinsteiger gewesen, außerdem seien Bäder für die meisten Kommunen ein Zuschussgeschäft.

Eisbär Knut bringt die Pinguine in die Spreewelten

Nicht so in Lübbenau. Hier bekommt die Stadt jährlich sogar eine halbe Million Euro Pacht vom Betreiber. Der durchschlagende Erfolg eines ganz neuen Konzepts machte es möglich, so Jakobs. Damals wurde das entzückende Eisbärbaby Knut im Berliner Zoo zum Publikumsrenner.

Knut brachte die Lübbenauer auf die Idee, die Badegäste mit Pinguinen schwimmen zu lassen und damit vor allem für Familien mit Kindern attraktiv zu werden. Bei anderen Zoos und Tierparks holte man sich das nötige Know-How. Für den erforderlichen Umbau des Bads wurden knapp vier Millionen Euro investiert. Die Zahl der Pinguine konnte im Lauf der Jahre erhöht werden. Sie bekamen Nachwuchs, fühlten sich also offenbar wohl.

2019 – Spreewelten in Lübbenau eröffnen ein Hotel

Das Bad wurde später erneut saniert und im Außenbereich deutlich vergrößert. Mehr noch: Die Spreewelten selbst bauten ein Hotel im Gutshofstil neben das Bad sowie einen hundert Meter langen Verbindungsgang. Neue Parkplätze, eine neue Außengestaltung des gesamten Viertels Alte Huttung wurden nötig. 47 Millionen Euro insgesamt wurden in den 25 Jahren investiert. Dies durfte den Festgästen bei dem Rückblick nun wieder Helmut Wenzel mitteilen. Es kamen aber auch jedes Jahr rund 300.000 Badegäste in die Spreewelten, zu schweigen von den Gästen des im März 2019 eröffneten und fortan zu fast 90 Prozent ausgelasteten Hotels.

Man werde auch künftig ins Bad investieren müssen, damit es attraktiv bleibt, stellte Helmut Wenzel klar. Alle zehn Jahre zehn Millionen Euro – mit einer solchen Summe etwa sollte man kalkulieren. Wer die Investitionssumme jeweils aufbringt, ob die Stadt oder die Spreewelten, ließ der Bürgermeister offen. Nächstes Projekt jedenfalls sei eine Eventsauna, die etwa eine Million Euro kosten dürfte, finanziert von den Spreewelten.

Pinguine und gutes Miteinander sind das Spreewelten-Geheimnis

Weiteres Erfolgsgeheimnis neben dem originellen Konzept Schwimmen mit Pinguinen sei das gute Miteinander von Spreewelten und Stadt sowie das gute Betriebsklima, betonten Wenzel und Jakobs. Das Personal in Bad und Hotel fühle sich wohl und erfahre hohe Wertschätzung, sagte der Spreewelten-Geschäftsführer.

Wie zum Beweis dafür, wurden bei der Festveranstaltung Mitarbeiter gewürdigt und beschenkt, die im Bad von Anfang an dabei waren. Einige von ihnen revanchierten sich dafür mit Ankedoten und persönlichen Erinnerungen auf Instagram. Bernd etwa, der als Elektriker im Bereich Wassertechnik angefangen hat, fasste in einem Satz vermutlich ganz gut zusammen, was in den Spreewelten passiert ist: „In den 25 Jahren, muss man sagen, hat sich das Bad praktisch neu erfunden.“