Lesermeinung: Vetschaus Innenstadt verödet

Wo bis vor kurzem noch Eis, Kaffee und Torten über den Ladentisch gingen, gähnt nun ein leerer Raum: Die Besitzer haben sich aus dem Café am Markt in Vetschau zurückgezogen.⇥
Rüdiger HofmannVor ein paar Jahren hat sich die Stadtverwaltung von Vetschau eine Belebung der Innenstadt zur Aufgabe gemacht. Es wurde ein Stadtplaner beauftragt und wahrscheinlich auch eine Menge Geld ausgegeben. Was ist daraus geworden? Bisher ist eine weitere Verödung zu verzeichnen und es ist keine Besserung in Sicht.
Im August hat nun der Bäcker Krüger sein Geschäft geschlossen und im September auch das bei vielen Vetschauern sehr beliebte Café am Markt. Das Café war Treffpunkt vieler Vetschauer, und die Besucher unserer Stadt konnten sich hier über einen leckeren selbstgebackenen Kuchen freuen.
Nachdem das Café nach Corona wieder öffnen konnte, fehlten besonders die Touristen die sich Storchenzentrum, Stadtschloss und natürlich unsere in Europa einmalige Doppelkirche ansehen wollten. In guten Zeiten wurden in der Doppelkirche bis zu 10.000 Besucher gezählt. Jetzt nach Corona war man in der Stadtverwaltung der Meinung, es reiche doch aus, wenn interessierte Besucher um die Kirche herum gehen könnten.
Für eine Stadt die auch „das Tor zum Spreewald“ sein will, ist es keine gute Werbung, wenn ihre Sehenswürdigkeiten geschlossenen sind und es nicht ein einziges Café gibt.
Da müssen wir uns dann auch nicht wundern, wenn unsere ansonsten doch wunderschöne kleine Stadt für Touristen und auch Wohnungssuchende nicht sehr attraktiv ist.
⇥Jürgen Koal, Vetschau
