An den millionenfachen Mord der deutschen Nationalsozialisten ist am Holocaust-Gedenktag auch auf dem Lübbenauer Hauptfriedhof in Zerkwitz erinnert worden. Stadtverordnete und Vertreter der Stadtverwaltung legten Blumen nieder am Gedenkstein für die Opfer von Faschismus und Gewaltherrschaft. Im Anschluss hatten auch die Lübbenauer Gelegenheit dazu. Blumen stellten die Stadt und eine Gärtnerei zur Verfügung.
Zuvor hatte Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) auf die Notwendigkeit des Erinnerns und Gedenkens hingewiesen. 76 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz und der Beendigung des Massenmords in perverser Perfektion vor allem von Juden seien erneut Demagogen und Nationalisten aktiv, die Menschen instrumentalisieren.

Feindbilder und Falschaussagen befeuern Nationalismus

Selbst Staatsmänner wie der ehemalige US-Präsident Donald Trump oder Ungarns Ministerpräsident Victor Orban bedienten sich Feindbilder und Falschaussagen, um ihre nationalistische Politik zu verteidigen. Versuche den Reichstag in Berlin oder das Capitol in Washington zu erstürmen sowie die Ermordung zweier Menschen in Halle seien Resultat der Verbreitung von Verschwörungstheorien besonders über das Internet. Aber auch Demos von Pegida, der „Querdenken“-Bewegung und QAnon nannte der Bürgermeister in diesem Zusammenhang.

Lübbenauer Schüler erinnern an Euthanasie-Opfer

In Lübbenau werden seit 1996, als der Gedenktag gesetzlich verankert wurde, am 27. Januar Gedenkstunden mit einem Rahmenprogramm von Schülern organisiert. Beispielsweise wurde in szenischen Darstellungen bereits an die Opfer der Euthanasie-Maßnahmen der Nazis erinnert oder Bertolt Brechts Gedicht „Kinderkreuzzug“ rezitiert und dazu Fotos von jüdischen Häftlingen im KZ auf eine Leinwand projiziert. Coronabedingt musste die Gedenkstunde dieses Jahr jedoch ausfallen.