Fahrrad-Check: So wird das Rad fit für den Frühling – Experte gibt Tipps

Sicher in den Frühling. Bevor man zur ersten Radtour aufbricht, sollte man sein Fahrrad gründlich checken.
Stadt CrailsheimDie einen haben die warmen Ostertage längst für eine Tour genutzt. Die anderen fiebern den Pfingsttagen für einen Ausflug entgegen. Und wieder andere haben das Auto längst für das Fahrrad eingetauscht.
Mit dem Anstieg der Temperaturen und dem lockenden Sonnenschein zieht es immer mehr Menschen nach draußen. Für Radbegeisterte bedeutet das: Es ist an der Zeit, das Fahrrad aus dem Winterschlaf zu wecken und für die kommende Saison fit zu machen. Ein Experte verrät, wie es geht.
Fahrrad checken – Reinigung und visuell
Egal, wo das Rad seine Winterruhe verbracht hat, ob im Keller, Schuppen oder der Garage, der erste Schritt in der Fahrradpflege sollte immer die gründliche Reinigung sein, sagt Experte Heiko Richter. Der Handwerksmeister aus Drebkau ist mit seiner fahrenden Werkstatt regelmäßig auf den Wochenmärkten in der Region unterwegs, repariert die geliebten Drahtesel direkt vor Ort und gibt auf Wunsch hilfreiche Tipps zu Pflege und Erhalt.
„Zunächst sollte man das Rad immer reinigen, weil sich über den Winter viel Staub, Schmutz oder Spinnenweben angesammelt haben können.“ Mit einem Lappen, Allzweckreiniger und etwas Wasser lässt sich das Rad aber schnell wieder auf Vordermann bringen. Bereits während des Putzens kann ein erster visueller Check vorgenommen werden, empfiehlt der Experte. So lässt sich schnell feststellen, wo es Reparaturbedarf gibt und ob eventuell Schrauben nachgezogen werden müssen.
Reparatur vom Fahrrad – das gibt es zu beachten
Nach einer langen Ruhepause sollte besonders zwei Stellen am Rad besonderes Augenmerk geschenkt werden: den Rädern und der Fahrradkette. „Die Reifen können nach langem Stehen porös werden, zumal sie mit der Zeit Luft verlieren“, erklärt Heiko Richter. „Das Luftpumpen ist das A und O. Generell ist es empfehlenswert, den Luftdruck regelmäßig alle 6 bis 8 Wochen zu überprüfen. Dann ist in der Regel Bedarf“, weiß der Fachmann.
Der optimale Luftdruck hängt von verschiedenen Faktoren wie der Reifengröße, dem Gewicht des Fahrers sowie der Beschaffenheit des Untergrunds ab. Auf der Reifenseite finden sich in der Regel Angaben zum minimalen und maximalen zulässigen Druck. Für die meisten Fahrten liegt der ideale Druck irgendwo zwischen diesen beiden Werten.
Als Nächstes steht das Ölen der Fahrradkette auf dem Programm. Ist diese dreckig, zum Beispiel mit getrocknetem Schlamm verkrustet, empfiehlt sich auch hier eine Reinigung: mit einer Drahtbürste für den gröberen Schmutz oder ebenfalls mit einem Lappen für leichtere Verschmutzungen. Im Anschluss sollte die Kette erneut eingeölt werden. „Hier ist weniger mehr“, sagt der Experte. „Verwendet man zu viel Öl, kann es passieren, dass das Öl den Schmutz wieder anzieht. Das erhöht den Verschleiß und zerstört die Kette.“ Ein säurefreies Öl aus dem Fahrradladen ist dafür bestens geeignet. So wird nicht nur das Fahren erleichtert, sondern auch die Lebensdauer des Fahrrads verlängert.
Reparatur vom Fahrrad – dann muss man zum Fachmann
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Überprüfung der Bremsen und Schaltung. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Bremsen gleichmäßig greifen und die Schaltung problemlos funktioniert. Ein weiterer sicherheitsrelevanter Punkt ist die Fahrradbeleuchtung. Hierbei sollten alle Kabel- und Steckverbindungen überprüft und, falls nötig, Leuchtmittel ausgetauscht oder Kabel ersetzt werden. Wer sich bei diesen Handgriffen unsicher ist, dem empfiehlt Heiko Richter den Besuch bei einem Fachmann.
Um sich im Straßenverkehr bemerkbar zu machen, ist es zudem wichtig, dass das Fahrrad mit reflektierenden Streifen ausgestattet ist und eine gut hörbare Klingel besitzt. Nachdem die technischen Aspekte gecheckt wurden, sollte auch eine Sitzprobe erfolgen. Die richtige Einstellung von Sattel und Lenker ist essenziell für eine bequeme und sichere Fahrt.
Tipps fürs E-Bike
Gute Neuigkeiten für alle Besitzer eines Elektrofahrrads. Laut Fachmann ist die vermeintlich komplizierte Technik in E-Bikes beim ‚Frühjahrsputz‘ kein Grund zur Sorge. „Am Ende sind E-Bikes ja auch nur Fahrräder. Die Handgriffe, um das Elektrofahrrad frühlingsfit zu machen, sind dieselben wie bei einem Rad ohne Motor.“
Besonderes Augenmerk sollte jedoch auf den Akku gelegt werden – so der Experte – und das schon vor dem Winter. Bei längerer Nichtbenutzung des Fahrrads empfiehlt es sich, den Akku auszubauen und bei Raumtemperatur und einer Akkuleistung zwischen 30 und 60 Prozent zu lagern. Da sich Akkus im Laufe der Zeit langsam entladen, ist es zudem ratsam, diese alle zwei Monate zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuladen. Und Heiko Richter rät: „Wenn man den Akku zum Frühling wieder einbaut, sollte man sichergehen, dass alle Kontakte sauber und funktionsfähig sind. Dann braucht man es nur noch zu laden und kann sofort losfahren.“



