Urlaub im Spreewald: Neue Fahrradtouren – Kunst, Kultur und Traditionen erleben

Aktivurlaub und Tagesauflüge mit dem Rad liegen im Trend. Viele Touristen zieht es dabei in den Spreewald. Auf zwei neuen Routen kann man dort bald regionale Kunst, Kultur und Traditionen erleben.
Alexander RochauDer Tourismus im Spreewald boomt. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg kürzlich mitteilte, kann die Region im ersten Halbjahr 2023 bereits knapp 380.000 Touristen und rund 983.000 Übernachtungen verbuchen. Damit klettert der Spreewald an die Spitze der beliebtesten Urlaubsziele Brandenburgs.
Besonders beliebt ist die Region bei Aktivurlaubern und Tagesausflüglern, die den Spreewald auf zahlreichen Wasser-, Rad- und Wanderwegen erkunden. Nun entstehen – wie kürzlich bei einem Tourismusausschuss in Vetschau vorgestellt – mit der „GenussHandwerker“ und „SchlossKultur“ Route zwei neue Rundtouren entlang lokaler Kunst- und Kulturschätze. Finanziert von einer Förderinitiative des Bundes.
Landkreis erhält Zuschlag von Förderinitiative
Unter dem Titel „Aktive Regionalentwicklung“ starteten das Bundesministerium des Inneren gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im September 2020 eine mit 70.000 Euro dotierte Förderinitiative. Das Ziel: ausgewählte Modellregionen bei der Umsetzung regionaler Entwicklungsstrategien unterstützen.
In enger Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden Lausitzer Seenland e.V. und Spreewald e.V. sowie weiteren Netzwerkpartnern, erstellte der Landkreis Oberspreewald Lausitz ein Konzept zur Steigerung des touristischen Potenzials sowie der regionalen Wirtschaft und Identität. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung von je zwei thematischen Tourismusrouten, vorrangig als Fahrrad-Tagestouren konzipiert, durch den Spreewald und das Lausitzer Seenland. Im Dezember 2021 erhielt das ambitionierte Leuchtturmprojekt den Zuschuss.
Aktivurlaub und Tagestouren liegen weiter im Trend
Eine durch den Landkreis und den Projektpartner absolutGPS durchgeführte Marktanalyse zeigt das Potenzial des Projekts. Kurz- und Wochenendurlaube liegen im Trend. Auch die Zahl der Tagesausflüge stieg in den vergangenen Jahren rasant an. Demnach unternahm jeder Tagesausflügler 2022 knapp zwölf individuelle Tagestouren.
Vor allem Aktivurlaube mit dem E-Bike erfreuen sich, laut Marktanalyse, immer größerer Beliebtheit. Tendenz auch hier steigend. Dabei steht, so die Ergebnisse der Studie, nicht ausschließlich der sportliche Aspekt im Vordergrund. Viel mehr wollen Radtouristen die Reiseregion aktiv kennenlernen, lokale Kunst, Kulinarik, Handwerk, Geschichte und Traditionen entdecken. Diese Marktlücke sollen die neu konzipierten Themenrouten füllen.

Die Urlaubsregion Spreewald erlebt Rekordjahr und klettert an die Spitze der beliebtesten Reiseziele in Brandenburg.
Patrick PleulZeitreise durch den Spreewald auf der „SchlossKultur“ Route
Die knapp 55 Kilometer lange „SchlossKultur“ Route führt entlang historischer und kulturell wertvoller Schlösser, Herrenhäuser sowie Park- und Gartenanlagen in der Region. Auf der als Rundtour konzipierten Strecke sollen Tagestouristen zukünftige unter anderem die Schlösser in Lübbenau und Vetschau sowie den Schlosspark Saßleben und den Gutshof Lobendorf besuchen können. Die Strecke ist auf etwa 3-5 Stunden ausgelegt und kann auch von weniger versierten Radlern in gemütlichem Tempo absolviert werden. Eine Erweiterung der Route auf knapp 79 Kilometer ist ebenfalls geplant und soll zusätzlich entlang der Herrenhäuser in Laasow und Wüstenhain und des Schlossparks Altdöbern führen.
Auf den Spuren des Handwerks entlang der „GenussHandwerker“ Route
Auf dieser Route werden regionale Produzenten, Handwerker, Kleinkünstler sowie die einzigartige Spreewald-Küche in den Mittelpunkt gerückt. Zahlreiche Hofläden, Ateliers, Töpfereien, Backstuben sowie Gasthöfe, Hotels und Restaurants finden sich auf der knapp 48 Kilometer langen Rundtour. Zum Anhalten und Verweilen laden mehr als 30 lokale Betriebe und Gasthöfe ein – unter anderem das Brauhaus und der Hofladen Ricken in Vetschau, die Spreewaldmühle in Burg, das Freilandmuseum in Lehde und die Alpaca Finca in Raddusch.
Ein digitales Angebot für unterwegs
Die Umsetzung des ambitionierten Leuchtturm-Projekts soll bis Sommer 2024 abgeschlossen werden. Aktuell arbeite man, so der Landkreis, an einem Beschilderungskonzept für Informations- und Hinweistafeln, die an wichtigen Knotenpunkten entlang der Strecken aufgestellt werden sollen. Zusätzlich sollen Flyer, Radkarten sowie digitale Inhalte mit weiterführenden Informationen entstehen, auf die per QR-Code unterwegs zugegriffen werden können.

