Von Uwe Hegewald

„Wie gesund sind heute unsere Lebensmittel“ lautete ein Fachvortrag, zu dem der Calauer Heimatverein am Montagabend ins Calauer „Hotel zur Post“ eingeladen hatte. Im Fokus der inzwischen dritten Folge der Vortragsreihe standen die Eiweiße. „Sie sind unser Lebensmotor“, so Hans-Joachim Emmrich, der seinen Stand als führender Referent im Heimatverein gefestigt hat.

Neben Reiseberichten aus Schottland oder Rom, den regelmäßigen Auswertungen von Aktivitäten der Arbeitsgruppe „Regionales Wasser“ widmete sich der 79-Jährige bereits dreimal dem Thema Ernährung. „2016 stand das Thema Glyphosat im Vordergrund, 2018 die versteckten Zucker und dieses Mal die Eiweiße“, informierte der bekennende Naturfreund aus Buchwäldchen (Gemeinde Luckaitztal).

„Ein wertvoller Vortrag. Wir wissen alle, was wir verkehrt machen. Aber wenn es einmal so gut schmeckt, denken wir nicht mehr daran“, befand Hans-Jürgen Hanisch, Vorsitzender des Heimatvereins. Emmrich hält sich keineswegs für einen Ernährungswissenschaftler, sieht aber in einer unausgewogenen Ernährung die Ursachen vielen Leids: Übergewicht, Unausgeglichenheit oder schwere Erkrankungen wie chronischer Bluthochdruck, Gicht, Diabetes und sogar Krebs. Hart geht er mit der industriellen Massentierhaltung ins Gericht. „Der liegt weder das Tierwohl noch der Naturschutz am Herzen“, beklagt er und macht das u.a. am anhaltenden Insektensterben fest.

Eine Steilvorlage für Dr. Werner Richter, der eigens für den Vortrag aus Kolkwitz angereist war. „Es kommt Bewegung in die Sache“, so der Vorsitzende des Naturschutzvereins der Großgemeinde Kolkwitz, der kürzlich am „Insektengipfel“ in Berlin teilgenommen hatte. „Noch vor Ostern wird der Nabu eine Pressekonferenz geben und eine Unterschriftensammlung gegen den hemmungslosen Einsatz von Insekten-Bekämpfungsmitteln initiieren“, kündigte er an. Dass damit Erfolge erzielt werden können, zeige das Bienen-Volksbegehren im Freistaat Bayern. Dort werde der Text des Referendums jetzt unverändert zum Gesetz.

In seinem Vortrag appellierte Hans-Joachim Emmrich, hinzuschauen, wie es andere Nationen mit gesunder Ernährung halten und führte die Produktion irischer Butter an. Aufgrund des gemäßigten und maritimen Klimas, ihrer Lage im Atlantik und dem warmen Golfstrom, weist die grüne Insel ganzjährig angenehme und sehr ausgeglichene Temperaturen auf. „Sehr zur Freude der irischen Landwirte, die ihre Rinder viele Monate im Freien weiden lassen können, was die Butter besonders streichfähig und gehaltvoll macht“, führte der Buchwäldchener an.

Nicht alle Besucher des rund 60-minütigen Vortrages teilten seine Meinung. „Ich musste irische Butter wegwerfen, weil sie unangenehm gerochen hat. Seitdem lasse ich die Finger davon“, bemerkte Ute Lehnigk. Wie auch Undine Grabitz, die es nicht einsieht, Butter zu kaufen, die aus so großer Entfernung importiert werde. Das widerspreche jeglichen Naturschutz- und Umweltaspekten, mahnte sie.