Trotz Coronakrise: Freude bei Lübbens Tschernobyl-Kinderhilfsverein

Die neunjährige Sophia aus Minsk kann Dank der Unterstützung des Lübbener Tschernobyl-Kinderhilfsverein allein mit dem Rad fahren.
privatZum ersten Mal konnten 2020 keine Kinder aus Weißrussland nach Lübben kommen. Nur per Telefon und soziale Medien sei Kontakt gehalten worden, so Brigida Melzer, Ehrenvorsitzende des Kinderhilfsvereins für Tschernobyl. Dieser organisiert seit 1996 einmal jährlich mehrwöchige Erholungsaufenthalt für rund 30 Kinder und Jugendliche aus der Region, die vom Unfall am Atomkraftwerk in Tschernobyl stark betroffen war.
Auch die jetzt neunjährige Sofia aus der Region Minsk gehört zu den Kindern. Dank der Spenden aus Lübben konnte sie dreimal hintereinander eine Therapie in der Lübbener Rehaklinik erhalten. Das Mädchen hat nach einem Schlaganfall bei der Geburt Lähmungen zurückbehalten und wurde deshalb behandelt. Die Mutter habe die Therapien zu Hause weiter fortgesetzt. „Nun kann Sofia, die sich vor fünf Jahren kaum selbst bewegen konnte, selbstständig sitzen und fährt Fahrrad“, sagt Brigida Melzer.
Corona erschwert die Arbeit des Lübbener Kinderhilfsvereins
Weniger erfreulich ist zurzeit der Ausblick für die weitere Vereinsarbeit. „Die unsichere politische Situation und die steigende Zahl der Corona-Infizierten lassen in diesem Jahr keinen Hilfstransport zu“, erklärt Vereinsvorsitzender Danilo Markewitz. Die sonst im Oktober und November stattfindende Schokoladensammlung fällt deshalb in diesem Jahr aus. Und eine Hilfslieferung per Paket zu schicken, sei im Hinblick auf die Porto und Zollkosten zu teuer, so Melzer. Frühestens wenn die Pandemie vorbei ist, könne wieder über Hilfstransporte nachgedacht werden. Außerdem werde man verfolgen, wie sich die politische Situation entwickelt.
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