Tiere in Königs Wusterhausen
: Streit ums Futter – was eine Wildkamera im Garten filmt

Igel, Füchse und Waschbären: In Zernsdorf bei Königs Wusterhausen dokumentiert Jessica Röhl das Leben in ihrem Garten mit einer Wildkamera. Als ein Futter-Streit eskaliert, greift sie ein.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Jessica Röhl aus Zernsdorf neben ihrer improvisierten Igel-Fütterungsstation und einem Bild aus ihrer Wildkamera.

Jessica Röhl aus Zernsdorf bei Königs Wusterhausen neben ihrer improvisierten Igel-Fütterungsstation und einem Bild aus ihrer Wildkamera. Nicht nur der Fuchs kommt in ihrem Garten zu Besuch.

Till Eichenauer, Jessica Röhl, Montage: Till Eichenauer
  • Jessica Röhl filmt Wildtiere wie Igel, Füchse und Waschbären in ihrem Garten in Zernsdorf.
  • Ein Futterstreit mit einem Fuchs führte zur Improvisation eines geschützten Igelhauses.
  • Tipps der Igelhilfe Schulzendorf: tierfreundliche Gärten, gesicherte Futterstellen, Verletzte sichern.
  • Röhl bittet Gartenbesitzer, vor dem Mähen nach versteckten Igeln zu suchen – das rettet Leben.
  • Geklaute Futterschalen sorgen für Gesprächsstoff – Nachbarn können diese gern zurückbringen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Jessica Röhl eine Tier-Doku schauen will, macht sie nicht den Fernseher an, sondern sie holt ihre Wildkamera aus dem Garten: „Wir haben Fuchs, Waschbär, Marder und Igel hier. Es ist wie im Zoo.“ Um die Tiere am Rand von Zernsdorf, einem Stadtteil von Königs Wusterhausen, auf Kamera zu bannen, muss die Erzieherin aber nicht die ganze Nacht im Garten auf der Lauer liegen. Ihre Kamera löst automatisch mit einem Bewegungsmelder aus, wenn sich etwas bewegt.

Zur Hobby-Tierfilmerin wurde Jessica Röhl aus Neugier: „Alles hat vor zwei Jahren damit angefangen, dass mein Vogelfutter oben im Baum auf einmal weg war.“ Sie hängt wieder eine neue Futterstange auf – aber am nächsten Tag ist auch die weg. „Und ich dachte mir, wie kann das denn sein? Und dann habe ich eine Tierkamera aufgestellt und gesehen, dass der Fuchs das Futter klaut.“

Neben dem diebischen Fuchs bringt die Kamera aber auch einen kleinen Igel zum Vorschein, der regelmäßig den Garten besucht – offenbar auf Futtersuche. „Als ich den ersten Igel gesehen habe, ist mir sofort aufgefallen: Der ist viel zu dünn.“ Unsicher, was zu tun ist, tritt sie mit der Igelnothilfe in Schulzendorf in Kontakt. Von dort bekommt sie Tipps, wie man die Tiere aufpäppeln kann und beginnt, Katzenfutter und Mehlwürmer auszulegen.

Video aus Königs Wusterhausen: Das nächtliche Leben der Igel

Seitdem hat sie viel mit ihren Igeln erlebt: wilde Paarungsrituale, Streit ums Futter und Besuche von Katzen und Waschbären. In der letzten Episode in der Igel-Soap spielt wieder ein Fuchs eine Hauptrolle. Der Videobeweis zeigt, wie das Raubtier den Igeln immer wieder das Futter streitig macht.

Jessica Röhl versucht, das zu verhindern. Stellt das Futter unter einen Stuhl – aber der Fuchs klaut es trotzdem – und nimmt frecherweise sogar das Futterschälchen gleich mit. Scheinbar klauen Füchse gerne Dinge.

Viele ihrer Tipps für den Umgang mit Igeln hat Jessica Röhl von der Igelhilfe Schulzendorf. Heike Kasten hat den Verein gegründet und versucht in der Umgebung über den richtigen Umgang mit den Stacheltieren aufzuklären. Sie hat drei Hinweise für Menschen mit Haus und Garten:

Drei Tipps zum Umgang mit Igeln im Garten

Zuallererst: „Gärten sollten wieder tierfreundlich werden. Lassen Sie Laub unter den Sträuchern stehen und ein paar Ecken verwildern – das bietet Igeln Schutz und Schlafplätze.“ Außerdem könne man Futter und Wasser im Garten bereitstellen. „Am besten eignen sich gesicherte Futterhäuser, damit keine Katzen oder Ratten an das Futter gelangen“, so Heike Kasten.

Zudem sollte man schnell reagieren, wenn man einen verletzten Igel findet, sagt Heike Kasten. „Man muss das Tier schnell sichern und Hilfe bei einer Igelstation in der Umgebung suchen.“ Wer weitere Tipps braucht, findet diese auf der Website der Igelhilfe Schulzendorf.

Der Igel in Zernsdorf lässt sich auch von einer Katze nicht beim Essen stören.

Ein Standbild von Jessica Röhls Wildkamera in Königs Wusterhausen: Der hungrige Igel aus Zernsdorf lässt sich auch von einer Katze nicht beim Essen stören.

Jessica Röhl

Mittlerweile hat die Zernsdorferin wegen des Futterstreits ein Igelhaus improvisiert: „Ich habe einen alten Waschbeckenunterschrank genommen, ein Loch hineingesägt und daraus ein Igelhaus gemacht.“ Auf Rat der Igelnothilfe vergrößerte ihr Mann die Eingänge etwas, damit auch größere Igel nicht stecken bleiben. So entstand ein sicherer und praktischer Futterplatz, der die Igel vor anderen hungrigen Gartenbesuchern schützt.

An andere Gartenbesitzer hat sie eine Bitte: „Vor dem Rasenmähen bitte immer erst nachschauen, ob sich irgendwo ein Igel versteckt hat. Das kann ihnen das Leben retten.“ Und ein Aufruf geht noch an ihre direkten Nachbarn: „Wenn jemand meine geklauten Futterschalen findet, gerne wieder zurückbringen!“