Tanken in Königs Wusterhausen
: Hohe Preise, das sagen Pfleger, Ärzte und Praktikanten

Die Mitarbeiter des Krankenhauses in Königs Wusterhausen sprechen über die Spritpreise beim Tanken. Warum manche Kollegen jetzt nicht mehr einspringen wollen.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Reiß am Parkplatz des Klinikums in Königs Wusterhausen.

Krankenpflegerin Fabienne Reiß am Parkplatz des Klinikums in Königs Wusterhausen. Reicht ihr Gehalt für die hohen Spritpreise beim Tanken?

Maria Häußler
  • Klinikpersonal in Königs Wusterhausen klagt über hohe Spritpreise beim Tanken.
  • Preise sanken leicht, liegen aber weiter deutlich über dem Niveau vor dem Krieg im Iran.
  • Eine Pflegerin berichtet von hohen Fahrtkosten der Kollegen – teils rund 300 Euro im Monat.
  • Eine Kinderärztin sagt, dass weniger eingesprungen wird, da Fahrtkosten den Aufschlag auffressen.
  • In Polen werden Preise seit dem 31. März 2026 gedeckelt; in Deutschland gilt eine befristete Senkung um 17 Cent.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Parkplatz des Achenbach-Klinikums in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) geht es zu wie in einem Taubenschlag. Patienten und Mitarbeitende kommen und gehen. In den vergangenen ein bis zwei Monaten sind die Spritpreise gestiegen. Zwar deutet sich an den Zapfsäulen inzwischen eine leichte Entspannung an, doch liegen Diesel und Benzin weiterhin weit über dem Niveau vor dem Krieg im Iran. Auch die Mitarbeiter des Klinikums Dahme-Spreewald bekommen das zu spüren.

Nach getaner Arbeit hat kaum jemand Lust, noch ein Interview zu geben. „Ich muss meinen Sohn abholen, bin so spät rausgekommen heute“, ruft eine Frau und geht im Laufschritt auf ihren Wagen zu. Eine andere presst nur ein „ich hab jetzt Feierabend“, hervor. „Weißt du, wie viel der Sprit in Polen kostet?“, fragt einer der Patienten, der sich nach dem Ausparken zum Beifahrerfenster lehnt. „1,52! Ich war gerade tanken“, sagt er und braust breit grinsend davon.

Polen deckelt seit dem 31. März 2026 die Preise für Benzin und Diesel. Sie werden täglich von der Regierung festgelegt. Die neuen Gesetze sehen auch eine Steuersenkung vor. Die deutsche Regierung hat mit einer zeitlich begrenzten Senkung des Spritpreises um 17 Cent pro Liter reagiert. Zudem dürfen die Tankstellen die Preise nur einmal um 12 Uhr mittags erhöhen. Die Preise sind  deutlich gesunken, liegen aber immer noch über der Zwei-Euro-Marke.

Tanken in Königs Wusterhausen: Das sagen die Mitarbeitenden

Krankenpflegerin Fabienne Reiß plaudert auf dem Parkplatz mit ihren Kolleginnen. Sie habe zwar keinen weiten Weg nach Hause, aber die Spritpreise belasten sie dennoch. „Das ist schon heftig. Man braucht fast eine Seelsorge nach dem Tanken“, sagt sie. Einer ihrer Arbeitskollegen müsste nach Storkow, eine Kollegin nach Jüterbog, erzählt Reiß.

„Das geht schon ins Geld. Eine Dreiviertelstunde Autofahrt, das sind locker 300 Euro im Monat für den Tank“, so Reiß. Als Krankenpflegerin verdiene sie „genug zum Überleben“, auch wenn es für die Leistung mehr sein könnte. Sie würde sich einen Ausgleich wünschen, wenn die Preise steigen – auch bei Lebensmitteln.

Eine Medizinstudentin, die für ein Praktikum im Achenbach-Klinikum arbeitet, ist entspannter. Sie sagt, dass sie nicht weit weg wohnt. „Es geht noch. Alles gut.“ Dann eilt sie weiter.

Auch eine Kinderärztin aus Eichwalde lässt sich auf das Gespräch am Parkplatz ein. Ihren Namen will sie allerdings nicht nennen. „Das Problem ist: Wenn Dienste gesucht werden, sind die Leute nicht mehr bereit, einzuspringen – wegen der Fahrtkosten“, sagt sie. „Das ist ja schon ein Unterschied, ob man dreimal die Woche herkommt oder zwei Fahrten extra hat. Das, was man mehr verdient, reißt es nicht raus.“ Es gebe Arbeitgeber, die für das Einspringen einen Aufschlag geben. Am Achenbach-Klinikum sei das aber nicht der Fall, sagt sie.