Tanken am A10 Center Wildau: Abtreten? Was Pendler sich von der Regierung wünschen

Sandra Pietsch tankt für 50 Euro am A10 Center in Wildau: An der Sprint Tankstelle ärgern sich Pendler und Rentner über die Spritpreise. Was sagen Leute, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder Erdgas tanken?
Maria Häußler- An der A10-Tankstelle in Wildau klagen Pendler über hohe Spritpreise trotz Rückgang.
- Preise genannt: Diesel 2,36 Euro, Benzin 2,19 Euro; Tanken bleibt für viele Pflicht.
- Neue 12-Uhr-Regel sorgt für Skepsis, doch einige nutzen sinkende Preise für Volltanken.
- Stimmen vor Ort reichen von Forderung nach Regierungswechsel bis zu Appellen zum Sparen.
- Alternativen: Fahrrad und ÖPNV, eine Kundin tankt CNG für 1,19 Euro pro kg und kommt weit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Irankrieg führt weiterhin zu hohen Spritpreisen, auch in Königs Wusterhausen. In der Pendlerstadt und den Nachbargemeinden im Speckgürtel von Berlin sind viele auf das Auto angewiesen. Gerade sind die Preise im Vergleich zu den letzten Tagen wieder etwas gesunken. An der Tankstelle am A10 Center Wildau nutzen Autofahrer am 10. April diese Gelegenheit, um zu tanken.
Manche müssen auch einfach gerade tanken, wie Anja, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte. „Ich muss ja irgendwie zur Arbeit kommen“, sagt die Krankenpflegerin. Eine Strategie beim Tanken habe sie nicht. Was sie jetzt von der Regierung erwartet? „Dass sie abtritt! Und dass sie wieder was für uns macht, den arbeitenden Bürger“. Sie arbeite 40 Stunden die Woche in der Rettungsstelle in Berlin und werde nicht schlecht bezahlt. „Aber wenn mein Lohn es nicht mehr hergibt meinen 35 Kilometer weiten Arbeitsweg zu bestreiten, dann ist es schwierig.“
Die Preise an der Sprint-Tankstelle am A10 Center Wildau liegen an diesem Nachmittag bei 2,36 Euro für Diesel und 2,19 Euro für Benzin. Die Märkte hätten auf die Ankündigung der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran reagiert, so interpretiert der Bundeskanzler die sinkenden Preise. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag um 12 Uhr mittags erhöhen. Die Tankstelle ist aber auch nach 12 Uhr gut besucht.
Spritpreise in Königs Wusterhausen: Ist die 12-Uhr-Regel richtig?
Sascha Bradwitz aus Thüringen reist gerade mit dem Auto durch Deutschland. Er ist sich nicht sicher, ob die 12-Uhr-Regelung die richtige Maßnahme ist. „Wenn sie nur einmal erhöhen dürfen, dann machen sie es auch“, sagt Bradwitz. „Es geht ja gerade ein bisschen runter, deshalb tanken wir voll.“ Das letzte Mal habe er am 7. April für 2,50 Euro getankt. Der Tank ist voll, der Blick auf die Säule zeigt 104 Euro für 47 Liter. „Das ist ordentlich“, sagt er.

Die Spritpreise in Königs Wusterhausen und Umgebung liegen weiterhin über 2 Euro. Sascha Bradwitz aus Thüringen reist mit dem Auto durch Deutschland.
Maria HäußlerBundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich bei einer Pressekonferenz am 9. April offen für Entlastungen bei den Benzinpreisen. Eine höhere Pendlerpauschale und die Senkung der Stromsteuer sind Maßnahmen, die im Gespräch sind. Bei den Autofahrern hier an der Tankstelle ist vor allem eine Sache hängen geblieben: Merz sagte auch, dass die Bürger nicht mit einer kurzfristigen Entscheidung rechnen sollten.
„Austauschen die Regierung, einfach austauschen“, sagt ein Pendler, der seinen Namen nicht nennen will. Finanziell werde es eng für ihn. „Aber was soll man machen, man muss es halt so hinnehmen.“ Auch Sandra Pietsch tankt an diesem Nachmittag, ist aber weniger darauf angewiesen. Sie fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und eher selten mit dem Auto. „Von daher, es tut zwar weh, aber es geht“, sagt sie. Auf den Preis habe sie nicht geachtet. „Ich muss ja sowieso tanken“, sagt sie. Bei 50 Euro für 22 Liter seufzt sie dennoch.
Rentnerin Bärbel Zeise tankt an der Zapfsäule nebenan. Sie müsse zwar nicht mehr zur Arbeit, die Preise seien aber eine Belastung. Sie reckt zwei Finger in die Luft und reibt sie aneinander, um Geld zu symbolisieren. „Ich hab einen Termin beim Arzt und mache jetzt nicht ganz voll“, sagt Zeise. „In der Hoffnung, dass sich bald etwas ändert.“
Eine für diesen Ort eher ungewöhnliche Meinung vertritt der 60-jährige Knut, der seinen Nachnamen nicht nennen will. „Ich denke man sollte den Spritpreis nicht unnötig reduzierien“, sagt er. „Man sollte eher zusehen, dass man weniger verbraucht. Wenn man etwas reduzieren möchte, dann wär es eine Deckelung des Mineralölsteuersatzes.“ Er fährt fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln und habe beim Tanken heute auf den Preis geachtet.
An dieser Tankstelle gibt es auch noch eine andere Möglichkeit der Energiebeschaffung. Petra Noller tankt gerade Erdgas (CNG) und ist nicht von den steigenden Preisen betroffen. Den Anstieg findet sie aber „schon ganz schön hart“. Auch bei der Anschaffung ihres Autos spielten Benzinpreise eine Rolle, sagt die Rentnerin. „Es ist sehr umweltfreundlich, aber es gibt keine Lobby dafür.“ Für CNG gebe es immer weniger Tankstellen. Das Gas kostet hier 1,19 Euro pro Kilogramm, mit dem Tank von 25 Kilogramm komme sie etwa 500 Kilometer weit, erklärt Noller.

