Im bundesweiten Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag bundesweit zum Streik auf. Wie sie mitteilt, werden auch Beschäftigte bei zwölf brandenburgischen Nahverkehrsunternehmen in den Ausstand treten. Dazu gehören unter anderem die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald, die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mbH (VTF), Cottbusverkehr sowie DB Regio Nord Ost. Laut Verdi beginnt der Streik am Dienstag mit Betriebsbeginn gegen 3 Uhr und dauert bis Mittwoch 3 Uhr.
Fahrgäste müssen sich darauf einstellen, dass in diesem  Zeitraum keine Busse oder Bahnen der bestreikten Unternehmen fahren.

Verdi macht Druck

„Uns ist klar, dass der Streik für die Fahrgäste viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird, aber auf die unverständliche Blockadehaltung der Arbeitgeber können wir nur mit einem Streik reagieren“, sagt Jeremy Arndt, Fachbereichsleiter Verkehr im Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg. Mit dem Streik soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, die sich Verdi gegenüber gegen die Aufnahme von Tarifverhandlungen ausgesprochen haben.
Die Gewerkschaft fordert für bundesweit 87 000 Beschäftigte einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Darüber hinaus sollen künftig Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen bundesweit vereinheitlicht werden.
Die Geschäftsführung der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald geht davon aus, dass sich weite Teile ihrer Belegschaft am Streik beteiligen werden. Fahrgäste in Dahme-Spreewald müssen sich darauf einstellen, dass am Dienstag nur wenige oder keine RVS-Busse fahren. Voraussichtlich sei auch der Schülerverkehr nicht abgesichert.

Streik im Landkreis Dahme-Spreewald: Schüler müssen privat fahren

Dahme-Spreewalds Amt für Schulverwaltung bittet vor diesem Hintergrund alle Eltern und Erziehungsberechtigten, die individuelle Beförderung ihrer schulpflichtigen Kinder selbst abzusichern. „Leider können wir das gesamte Ausmaß des ÖPNV-Streiks erst am Dienstagvormittag absehen. Im Interesse aller Schulkinder ersuchen wir daher, diese am Dienstag privat zur Schule zu bringen und abzuholen – kein Kind soll an einer Bushaltestelle vergebens warten müssen“, sagte gestern Amtsleiterin Dr. Stephanie Löffler, Leiterin des Amtes für Schulverwaltung. Fahrten mit dem Schülerspezialverkehr seien jedoch voraussichtlich gesichert, da dieser nicht direkt von der RVS, sondern von privaten Beförderungsunternehmen bewerkstelligt wird.

PlusBusse sollen am Streik-Tag fahren

Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald hat am Montag Notfahrpläne erarbeitet. Vorgesehen ist, die Fahrten der vier PlusBus-Linien 472, 500, 735 und 736 am Dienstag trotz des Streiks weitestgehend abzusichern. Die RVS bittet alle Fahrgäste, sich auf der Internetseite www.rvs-lds.de aktuell zu informieren.